Der Katamaran „Constanze“ prallt am Freitagmorgen gegen die Außenmole des Konstanzer Hafens. Zwölf Menschen werden verletzt, mindestens eine Person ist noch in der Klinik.
Das Schiff war um 8 Uhr in Friedrichshafen in Richtung Konstanz gestartet. Bei der Einfahrt in den Hafen kollidierte die „Constanze“ aus bislang ungeklärter Ursache mit der Außenmole.
Gegen 8.45 Uhr kam es am Freitag, 14. August 2026, zu dem Unfall. Die Feuerwehr Konstanz wurde um 8.53 Uhr zu dem Schiffsunfall alarmiert.
Unter den insgesamt zwölf Verletzten befanden sich auch die beiden Schiffsführer. Niemand schwebte in Lebensgefahr. Nach dem Unglück wurde der Katamaran evakuiert. Rettungskräfte versorgten die Verletzten zunächst vor Ort und brachten sie je nach Schwere ihrer Verletzungen ins Krankenhaus.
Nach aktuellem Kenntnisstand befindet sich mindestens eine verletzte Person weiterhin in stationärer Behandlung. Die beiden Schiffsführer konnten das Krankenhaus am Samstag verlassen. Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut. Sie sind derzeit krankgeschrieben und nicht im Einsatz.
Zunächst wurden die Ölwehr der Feuerwehr Konstanz, die Hauptamtliche Wache sowie die Abteilung Altstadt alarmiert. Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Konstanz wurde zur Einsatzstelle entsandt. Aufgrund der zunächst unklaren Lage und der Anzahl der Verletzten wurden im weiteren Verlauf zusätzliche Kräfte und Einsatzmittel nachgefordert.
Verletzte über Wasser und Land gerettet
Wegen des aktuellen Wasserstands war es nicht möglich, mit den Booten der DLRG unmittelbar an den havarierten Katamaran heranzufahren. Mehrzweckboote der Feuerwehr unterstützten deshalb bei der Rettung. Die zwölf Verletzten wurden sowohl mit Booten über den Wasserweg als auch über den Landweg entlang der Mole zum Rettungsdienst transportiert.
Zur Unterstützung wurden die Feuerwehren Friedrichshafen und Überlingen mit ihren Feuerlöschbooten und Mehrzweckbooten nachgefordert. Aufgrund der besonderen Lage und des umfangreichen ehrenamtlichen Kräfteansatzes rief der Kreisbrandmeister die sogenannte Außergewöhnliche Einsatzlage aus.
Neben den Feuerwehren aus Konstanz, Friedrichshafen und Überlingen waren Kräfte der DLRG, des Rettungsdienstes, die Notfallseelsorge sowie die Wasserschutzpolizei und die Landespolizei vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz.

Kein Wassereinbruch festgestellt
Der Katamaran blieb nach dem Unfall stabil vor der Hafenmauer liegen. Ein Wassereinbruch wurde nicht festgestellt. Auch Betriebsstoffe traten nicht aus, sodass keine Gefahr für die Umwelt durch eine Gewässerverunreinigung bestand.
Der Hafenbetrieb und der Schiffsverkehr waren laut Polizei nicht gesperrt und liefen uneingeschränkt weiter.
Schaden bis zu einer Million Euro
Die „Constanze“ ist derzeit für die Untersuchungen der Ermittlungsbehörden sichergestellt. Die Schadenshöhe wird auf 500.000 bis eine Million Euro geschätzt. Die Reederei rechnet derzeit damit, dass der Katamaran mehrere Monate ausfällt.
Die Ermittlungen zur Unfallursache führen Staatsanwaltschaft und Polizei. Die Reederei unterstützt die laufenden Ermittlungen nach eigenen Angaben. Neue Erkenntnisse zum Unfallhergang liegen ihr derzeit nicht vor.
„Wir haben derzeit keine Erklärung für das Unglück und werden auch nicht spekulieren. Wir werden alles unternehmen, um die Ursachen herauszufinden, bitten aber vorerst um etwas Geduld“, sagt Reederei-Geschäftsführer Christoph Witte.
„Fridolin“ soll Ende der Woche zurückkehren
Die Katamaran-Verbindung zwischen Friedrichshafen und Konstanz wurde nach dem Unfall auf einen Zwei-Stunden-Takt reduziert. Der Katamaran „Fridolin“ liegt derzeit aufgrund einer turnusmäßigen Wartung im Hafen Konstanz. Die Reederei arbeitet daran, ihn spätestens Ende dieser Woche wieder in Betrieb zu nehmen und damit zum Stundentakt zurückzukehren.
Die Reederei zeigte sich von dem Unglück betroffen. „Unser Mitgefühl gilt insbesondere den Menschen, die Verletzungen erlitten haben“, betont Witte. „Wir wünschen ihnen alles Gute und baldige Genesung.“ Zudem dankte er den Rettungs- und Einsatzkräften, die schnell und in großer Zahl vor Ort waren.
(Quelle: Polizeipräsidium Einsatz, Katamaran-Reederei Bodensee GmbH & Co. KG, Feuerwehr Konstanz)