Zum Inhalt springen
Werbemöglichkeiten
Stellenmarkt

TTF Ochsenhausen müssen sich gegen den Außenseiter mächtig strecken

Lesezeit 3 Minuten
TTF-Coach Fu Yong gibt Kanak Jha (links) wichtige Tipps mit auf den Weg.
TTF-Coach Fu Yong gibt Kanak Jha (links) wichtige Tipps mit auf den Weg. (Bild: Dr. Stephan Roscher)

Ochsenhausen – Die TTF Liebherr Ochsenhausen sind im Heimspiel der Tischtennis-Bundesliga gegen Tabellenschlusslicht Bad Homburg buchstäblich mit einem blauen Auge davongekommen. Ohne „Leitwolf“ Simon Gauzy konnte die umkämpfte Partie nach zwischenzeitlichem 1:2-Rückstand gerade so mit 3:2 gewonnen werden.

Was am Tisch nicht in jeder Phase überzeugend daherkam, wirkte sich in der Tabelle positiv aus. Die Oberschwaben bleiben mit 14:2-Punkten Düsseldorf-Verfolger Nummer eins und weisen zurzeit einen Sechs-Punkte-Abstand zum ersten Nicht-Play-off-Platz auf. Eine gute Ausgangsposition für den weiteren Saisonverlauf nach gespielten acht Partien.

Die neunte findet erst in sechs Wochen statt – und dann wird man – laut Vereinsmitteilung – mächtig gefordert sein, nämlich wenn Ligaprimus Düsseldorf (16:0-Punkte) am 12. Dezember seine Visitenkarte in der Ochsenhauser Dr.-Hans-Liebherr-Halle abgibt – ein echtes Topspiel und ein Bundesliga-Klassiker der ganz besonderen Sorte.

Doch zurück zum Spiel gegen Bad Homburg: Die 120 Fans erlebten keineswegs ein schwaches Schlusslicht, das die 375 Kilometer weite Reise auf sich genommen hatte, um die Punkte widerstandslos abzuliefern, sondern eine – so die TTF weiter – selbstbewusste Truppe, die alles gab und am Ende nur einen Wimpernschlag von der Sensation entfernt gewesen sei.

Zunächst hatte Kanak Jha einige Probleme, konnte dann aber den U23-Kaderspieler des Deutschen Tischtennis-Bundes, Cedric Meissner, noch klar in die Schranken weisen. Die TTF lagen erwartungsgemäß vorne.

Es folgte der Auftritt von Youngster Maciej Kubik, der endlich sein erstes Einzel in dieser Saison gewinnen wollte. Doch der 18-jährige Pole fand gegen Bad Homburgs „Leitwolf“ Lubomir Jancarik kaum in seinen Rhythmus, kam von Satz zu Satz zwar etwas näher heran, musste letztlich aber seinem sehr erfahrenen Gegner zu einem 3:0-Erfolg gratulieren.

Samuel Kulczycki sollte das Ochsenhauser Schiff wieder auf Kurs bringen, doch gegen den aggressiv angreifenden Rumänen Rares Sipos lief es nicht nach Plan. Zwar konnte der 19-jährige polnische Nationalspieler zweimal nach Sätzen vorlegen, verlor dann jedoch den Zugriff, sodass in den Sätzen vier und fünf nicht mehr allzu viel gelang.  

2:1 für Bad Homburg hieß es und Kanak Jha stand im Spitzenduell mit Jancarik gehörig unter Druck und musste gewinnen. Dies gelang schließlich auch, doch es war ein hartes Stück Arbeit für den 21-jährigen US-Amerikaner, der zweimal Satzführungen vorlegte, zweimal nicht verhindern konnte, dass der baumlange Tscheche egalisierte.

Aber im fünften Durchgang dann doch mit 11:7 diese Nase vorn hatte. Jhas Einzelbilanz lautet nunmehr 10:2, ein Resultat, das Bände spreche. Nach der verkorksten Auftaktsaison erhielt er eine weitere Chance und die würde er gerade in beeindruckender Manier nutzen.

Doch nun folgte das Doppel, in dem es um die Wurst ging. Die U19-Europameister Samuel Kulczycki und Maciej Kubik spielten keineswegs so souverän, wie es ihnen viele zugetraut hatten, und die bis dahin sieglose TTC OE-Formation Sipos / Meissner habe richtig gut gespielt.

Nach dem klar gewonnenen dritten Durchgang und der 2:1-Satzführung schien das Ochsenhauser Gespann auf gutem Weg, den Sieg endlich einzutüten, doch die Bad Homburger wehrten sich, kamen zur Satzausgleich und wurden Teil jenes Krimis, der im Schlusssatz die Nerven bis zur Höchstgrenze strapazierte – und das mit Happyend für die TTF (8:11, 11:7, 11:2, 9:11, 13:11) und ganz tiefem Durchatmen.

„Wir haben erneut bewiesen, dass wir auch ohne Simon Gauzy gewinnen können“, erklärte Kanak Jha, dem noch die Aufregung über den dramatischen Schlussakt anzumerken war, bei dem er zuschauen musste und nicht eingreifen konnte. „Das Doppel war ein verrücktes Match, unfassbar knapp und auf sehr hohem Niveau.“

TTF Liebherr Ochsenhausen – TTC OE Bad Homburg 3:2

Kanak Jha – Cedric Meissner 3:1 (11:13, 11:6, 11:5, 11:4)
Maciej Kubik – Lubomir Jancarik 0:3 (6:11, 8:11, 9:11)
Samuel Kulczycki – Rares Sipos 2:3 (11:9, 6:11, 12:10, 7:11, 4:11)
Kanak Jha – Lubomir Jancarik 3:2 (11:6, 9:11, 11:7, 9:11, 11:7)
Samuel Kulczycki / Maciej Kubik – Rares Sipos / Cedric Meissner 3:2 (8:11, 11:7, 11:2, 9:11, 13:11)

Schlagwörter

Transparenz

Erstmals veröffentlicht
02.11.2021, 09:08 Uhr
Letzte Aktualisierung
28.12.2022, 09:07 Uhr

Mehr zum Thema und aus der Region Biberach