In Oberschwaben beginnen seismische Messungen zur Erforschung der tiefen Geothermie. Ab dem 23. Oktober soll vor allem der Biberacher Ortsteil Ringschnait betroffen sein.
Mit speziellen Messfahrzeugen soll der geologische Untergrund in Oberschwaben genauer untersucht werden. Die Arbeiten beginnen laut Ankündigung am 19. Oktober und erreichen voraussichtlich am Freitag, 23. Oktober, den Biberacher Ortsteil Ringschnait. Auftraggeber ist das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB).
Ziel der Untersuchungen ist es, bessere Grundlagendaten für die klimafreundliche Wärmegewinnung aus tieferen Erdschichten zu gewinnen. Dafür werden sogenannte 2D-seismische Messungen durchgeführt.
Vibro-Trucks senden Schallwellen in den Untergrund
Bei den Messungen kommen drei spezielle Fahrzeuge, sogenannte Vibro-Trucks, zum Einsatz. Über Bodenplatten senden sie Schallwellen in den Untergrund. Diese werden von den verschiedenen Gesteinsschichten reflektiert und mithilfe ausgelegter Messgeräte, sogenannter Geophone, erfasst.
Das Verfahren funktioniert ähnlich wie eine Ultraschalluntersuchung. Aus den gewonnenen Daten entsteht ein Bild des geologischen Aufbaus bis in mehrere Kilometer Tiefe.
Eine einzelne Messung dauert maximal 20 Sekunden. Zwischen den Messpunkten liegen laut den Angaben jeweils etwa 30 Kilometer. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise und erstrecken sich insgesamt über rund zwei Wochen. Bohrungen sind dafür nicht erforderlich. Die entstehenden Emissionen bleiben nach Angaben der Verantwortlichen geringfügig und kurzzeitig.
Schutzmaßnahmen sollen Schäden verhindern
Die Gefahr, dass durch die Schallwellen Schäden an Gebäuden oder Leitungen entstehen, wird als sehr gering eingeschätzt. Dennoch sind verschiedene Vorsichtsmaßnahmen vorgesehen.
In dicht besiedelten Gebieten oder bei besonderen örtlichen Gegebenheiten kann die maximale Schwingungszahl auf 30 Prozent reduziert werden. Bereiche mit erhöhtem Schadensrisiko werden bei den Messungen ausgespart. Dazu gehören beispielsweise Kanal- und Gullydeckel sowie Flächen mit Verbundpflaster.
Nach Abschluss der Untersuchungen werden die gesammelten Daten ausgewertet und für die weitere Fachplanung aufbereitet. Die Ergebnisse sollen anschließend zusammengeführt, aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.
Informationsstand auf dem Biberacher Schadenhof
Wer Fragen zu den geplanten Messungen hat, kann sich am Samstag, 17. Oktober, direkt bei den Verantwortlichen des LGRB informieren. Von 8 bis 14 Uhr ist ein Informationsstand auf dem Schadenhof in Biberach vorgesehen.
Weitere Informationen zu den seismischen Untersuchungen gibt es auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Freiburg.
(Quelle: Stadt Biberach)