Das Wasserrad an der Eselmühle in Wangen benötigt regelmäßige Pflege. Jetzt hat der Bauhof wichtige Stellen instandgesetzt und die Stabilität gesichert.
Rund 15.000 Umdrehungen absolviert das Wasserrad jeden Tag. Die dauerhafte Belastung hinterlässt Spuren und macht regelmäßige Kontrollen sowie handwerkliche Arbeiten notwendig.
Das heutige Wasserrad bauten Mitarbeiter des städtischen Bauhofs im Jahr 2001. Das Vorgängerrad aus den frühen siebziger Jahren hatte zuvor außer Dienst genommen werden müssen. Seit einigen Jahren übernimmt der Bauhof wöchentlich die Pflege des Rades.
Nabe braucht regelmäßig Fett
Meist kümmert sich Stefan Gufler um die Kontrolle. Regelmäßig schaut er im Pulverturm nach den Brutkästen der Turmfalken und verbindet diesen Weg mit einem Blick auf das Wasserrad. Damit es rundläuft, muss die Nabe immer wieder gefettet werden. Bildet sich dort, wo die Speichen auf die Nabe treffen, ein Spiel, muss mit Keilen dagegen gearbeitet werden.
Spätestens wenn das Mühlrad hörbar „knarzt“, weiß der Fachmann, dass ein Eingreifen notwendig ist. Dieses Mal saßen die Speichen nicht mehr ausreichend fest. „Die Speichen saßen nicht mehr so fest am Rad, wie es notwendig ist“, erzählte Stefan Gufler, als er den Akkuschraubendreher aus der Hand legte. Er ersetzte alle Schrauben und befestigte mit den neuen Schrauben zugleich Metallplatten, die das Wasserrad stabilisieren.
Moos kann das Holz schützen
Auch Moos auf dem Holz beschäftigt den Bauhof. Immer wieder meldeten sich besorgte Bürgerinnen und Bürger, die finden, auf dem Holz liege zu viel Moos und es müsse gereinigt werden.
„In der Tat erfordert der Umgang mit dem Moos eine Menge Fingerspitzengefühl“, sagt Gufler. Entscheidend sei die Menge. Etwas Moos schade nicht unbedingt, sondern halte das Wasserrad im Gegenteil feucht. Dadurch werde verhindert, dass das Holz austrocknet und springt.
Das oberschlächtige Mühlrad wird über den Abfluss des Schießstattweihers gespeist. Nach einer Viertel-Umdrehung gibt es das Wasser über eine Leitung in die Obere Argen ab. Damit das Wasser zielgenau auf dem Mühlrad landet, ist der richtige Überbau erforderlich. Diesen fertigte der Bauhof vor rund zehn Jahren an.
Überlauf schützt das Wasserrad
Die Konstruktion sorgt dafür, dass bei zu viel Wasser die Wassermassen nicht auf das Rad treffen und es möglicherweise beschädigen. Stattdessen fließt das überschüssige Wasser über eine Überlaufkonstruktion am Mühlrad vorbei in den Ablauf.
Auch diese Rinne kontrollieren Stefan Gufler oder seine Kollegen wöchentlich und halten sie frei. Dort siedeln sich gerne Muscheln, aber auch Gras an.
Trotz der Trockenheit kam in den vergangenen Wochen immer ausreichend Wasser, um das Wasserrad in Schwung zu halten.
(Quelle: Stadt Wangen i. A.)