Zugangebot im bodo-Verkehrsverbund ausgedünnt

Zugangebot im bodo-Verkehrsverbund ausgedünnt
Anzeigetafel an einem Bahnsteig mit der Aufschrift Zug fällt aus // Symbolbild (Bild: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde)
WOCHENBLATT
Redaktion

Ravensburg – Hohe Krankheitsausfälle in den Verkehrsbetrieben sowie Infrastrukturmängel und Materialschäden bedeuten auch für das bodo-Verbundgebiet aktuell eine verminderte Qualität im Bahnbetrieb. Fahrgäste leiden unter wiederholten Zugausfällen und Verspätungen. Nun haben das Verkehrsministerium und die Eisenbahnverkehrsunternehmen notgedrungen reagiert.

Ergebnis ist ein ausgedünnter Fahrplan, der ab sofort und zunächst für die kommenden zwei Wochen gelten soll. Was bedeutet das konkret für das Zugangebot im bodo?

Zu den stark betroffenen Zugstrecken im bodo-Gebiet gehören die Bodenseegürtelbahn (Lindau – Radolfzell) wie auch der Südbahn-Abschnitt Aulendorf – Friedrichshafen. Die besonders hohen Fahrgastzahlen aufgrund der 9-Euro-Ticket Aktion und der aktuellen Sommerferien befeuern die problematische Lage noch zusätzlich.

Im bodo-Gebiet werden 4 Regionalexpressverbindungen je Richtung zwischen Ulm und Friedrichshafen sowie 2 Regionalbahnen je Richtung zwischen Aulendorf und Ulm ausfallen. Ebenfalls betroffen ist die Strecke Aulendorf – Kißlegg mit einem ausfallenden Zugpaar. Damit können im bodo-Gebiet immerhin 30 von 34 Regionalexpressverbindungen aufrechterhalten werden.

Folgende Zugleistungen werden nun geplant ausgesetzt

Streckenabschnitt Friedrichshafen – Ulm

Die Verbindungen 12:05 Uhr, 15:07 Uhr und 18:09 Uhr ab Friedrichshafen Stadtbahnhof sind gestrichen. In der Gegenrichtung Ulm – Friedrichshafen fallen die Fahrten 10:47 Uhr ab Ulm Hbf (Friedrichshafen Stadtbahnhof an, 11:52 Uhr), 13:47 Uhr (Friedrichshafen Stadtbahnhof an, 14:54 Uhr) sowie die beiden Verbindungen 16:47 Uhr ab Ulm Hbf (Friedrichshafen Stadtbahnhof an, 17:55) und 20:47 Uhr ab Ulm Hbf (Friedrichshafen Stadtbahnhof an, 21:52 Uhr)

Streckenabschnitt Aulendorf – Kißlegg

Gestrichen ist die Verbindung 22:02 Uhr ab Aulendorf Hbf (Kißlegg Bhf an, 22:25 Uhr).

In der Rückrichtung Kißlegg – Aulendorf fällt die Fahrt um 23:39 Uhr ab Kißlegg Bhf (Aulendorf Bhf an, 0:01 Uhr) geplant aus.

Streckenabschnitt Aulendorf – Ulm

Folgende Verbindungen ab Aulendorf fallen aus:
6:38 Uhr ab Aulendorf Bhf (Ulm Hbf an, 7:26),

7:50 Uhr ab Aulendorf Bhf (Ulm Hbf an, 8:53) sowie

15:55 Uhr ab Aulendorf Bhf (Ulm Hbf an: 16:57 Uhr).

Die Verbindungen 15:01 Uhr ab Ulm Hbf (Aulendorf Bhf an, 16:57 Uhr) sowie 17:02 Uhr ab Ulm Hbf (Aulendorf Bhf an, 18:04 Uhr) werden gestrichen.

Vorteil für Zeitkartenbesitzer

Wer eine bodo-Abokarte besitzt kann für den ausfallenden Regionalexpress Friedrichshafen – Ulm (18:09 Uhr ab Friedrichshafen) den Fernverkehrszug zwischen Friedrichshafen und Ulm (IC) nutzen, der um 18:02 Uhr ab Friedrichshafen startet. Andere Tickets, auch das 9-Euro-Ticket, sind hiervon ausgeschlossen.

BOB hält Verkehr aufrecht

Die BOB vermeldet derzeit ebenfalls größere Probleme beim Fahr- und WerkstattpersonalNach heutigem Stand sei die BOB von Zugausfällen jedoch nicht betroffen und plane auch keinerlei Streichungen.

Mehr Personal geplant

Wie es aus dem Verkehrsministerium verlautet, soll ab Herbst zudem eine Personalmaßnahme greifen. Es solle aufgestockt werden, um einer möglichen Herbstwelle mit erneut hohen Krankheitsständen vorzubeugen.

Fahrplanauskünfte online und frühzeitig

Die reduzierten Fahrpläne sind online berücksichtigt. Fahrgäste sollten vor Fahrtantritt daher die Elektronischen Auskunftsmedien unter bahn.de bzw. DB navigator nutzen. Angekündigt wurde auch, dass Informationen direkt in den Bahnhöfen verfügbar seien.

Mobilitätswende – aber in die falsche Richtung

„Die Reduzierung des SPNV-Angebots ist die Spitze der in den letzten Wochen aufgelaufenen Qualitäts- und Kapazitätsmängel im Raum Bodensee-Oberschwaben-Allgäu“, so Jürgen Löffler, Geschäftsführer des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbunds. „Als Verbund sind wir mit unseren Fahrgästen gemeinsam Opfer einer fehlgeleiteten Verkehrspolitik, die mit Billigpreisen darüber hinwegtäuscht, dass ein für die Mobilitätswende substantielles und nachhaltiges SPNV-Angebot gar nicht verfügbar ist.“

(Pressemitteilung: Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund GmbH)