Open Air – Party – Geile Mukke Woodstock-Feeling beim Riedlinger Flohmarkt

Woodstock-Feeling beim Riedlinger Flohmarkt
Endlich mal wieder ein Flohmarkt-Open-Air (Bild: TONIKUM, Stuttgart)

Das Flohmarkt Open Air auf der Riedlinger Donauinsel war ein voller Erfolg. Ab 11 Uhr war Live-Musik angesagt, tausende Party-Gäste fühlten sich pudelwohl und genossen nach der Langen Corona-Auszeit die Sause bis in den Abend hinein.

Robin Blischke (Geschäftsführer der Tonikum GmbH, Stuttgart) zog ein zufriedenes Fazit: „Die Veranstaltung war aus meiner und sicher auch aus Jufo-Sicht (Jugendforum Riedlingen e. V.), durch das Top-Wetter begünstigt. Das Open Air war sehr gut besucht und hat das Flohmarkttreiben in der Stadt perfekt ergänzt.“ Nach Blischkes Angaben wurden musikalisch viele Genres bedient, alle Acts hätten eine überzeugende Vorstellung geboten: „Was die Leute auf der Bühne abgeliefert haben, war klasse.“ Schmunzelnd quittiert Blischke die Nicht-Reaktionen vom nahegelegenen Festplatz: „Erstmals hat es durch den Einsatz neuer Technik keine Klagen gegeben. Von dort wurde sonst immer beklagt, dass ich sie mit unserem Sound regelrecht ‚weg föhne‘!“

Sonne pur und gut gelaunte Party-Gäste sorgten für ein großartiges Comeback des Jufo-Open-Air
Sonne pur und gut gelaunte Party-Gäste sorgten für ein großartiges Comeback des Jufo-Open-Air (Bild: TONIKUM, Stuttgart)

Viele Rückmeldungen erhielt Blischke von den Besuchern der Sause: „Es gab viel positive Resonanz zu den Bands, DJ´s und der Sound-Qualität. Wir müssen uns also nicht verstecken. Die Jufo-Mannschaft hat gut funktioniert, der Ausschank wurde leer verkauft. Trotz Inflation und dem Motto „umsonst & draußen“, konnten wir den halben Liter Sprudel noch für 1,50 Euro verkaufen.“

Keine negativen Vorfälle

Blischke ist dankbar, dass sich keine sicherheitsrelevanten Vorfälle ereignet haben. Die Veränderungen auf der Insel sind aber schon eine Herausforderung: „Sie haben Klaus Teschner (Elch) und mich schon beschäftigt, um sie weiterhin als Open-Air-Gelände mit Vollauslastung nutzen zu können.“

Amateure mit Charme am Werk

Als verbesserungswürdig sieht Blischke das Kassen-, Pfand- und Ausschanksystem an: „Was wir da, unter anderem auch aus budgettechnischen Gründen anbieten können, ist dem Ansturm nicht gewachsen, wenn die Insel voll ist. Das ist Teil des Charmes, weil es eben die Jufo-Leute machen und keine Profis. Es führt aber manchmal zu Missmut von ungeduldigen Besuchern und wir werden, so es nochmal ein Festival geben wird, beim nächsten Mal da schon wieder ran müssen, um Kleinigkeiten zu ändern.“

Auch die Band „Malastaire“ sorgte für Festival-Feeling
Auch die Band „Malastaire“ sorgte für Festival-Feeling (Bild: TONIKUM, Stuttgart)

Finanzierung ein unerhörter Kraftakt

Offen spricht Blischke das finanzielle Risiko des Events an: „Das Jufo war und ist nicht in der Lage, das finanziell zu stemmen, nach Corona noch viel weniger. Die Die Vorleistungen bzw. die auf jeden Fall zu erwirtschaftenden Kosten belaufen sich auf 7.500 Euro.“ Die Liste der Kosten ist lang: Bühne, Sprit, symbolische Kostendeckungs-Bandgagen, Gestattungen, Versicherung, Werbung, Baumaterial, Platzmiete, Security, Gema, Verbrauchsmaterial Bau, Alterskontrolle, Ausschankinventar, Anlieferungen, Abtransporte, Helfershirts. „Bis auf den letzten Punkt sind alles unverzichtbare Ausgaben, die durch Teschner und mich unermüdlich kleingeredet wurden und nur durch jahrelang gepflegte Beziehungen so niedrig realisierbar sind“ berichtet Blischke, der seine Verbundenheit zum Jufo Riedlingen wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Er trug die Vorfinanzierung, stellte seine Technik zur Verfügung. Nur Transportkosten bekommt er (teilweise) erstattet.

Blischke mag gar nicht daran denken, was er für dieselbe Vorleistung von seinen Gewerbekunden hätte berechnen können. „Neben meiner Zeit kommt auch die von Teschner dazu, mit mindestens demselben Aufwand, eher sogar noch mehr. Die ‚Kleinen‘ haben auch Unmengen an gemeinnützigem Engagement erbracht und dann kommt für alle noch die Durchführung am Samstag. Begonnen wird am Freitag, die Arbeiten dauern einschließlich Sonntag an. Das sind drei Tage für das Ehrenamt.“

Verzicht und buckeln für den Erfolg

Laut Blischke braucht niemand ein Mathematikdiplom, um zu verstehen, dass es ein nahezu grenzenloser Idealismus ist, der hinter der ganzen Aktion steht. Und eines scheint Blischke bereits jetzt zu schwanen: „Elch und ich werden an anderer Stelle noch härter buckeln müssen, um das dann für die Öffentlichkeit weiter so herrichten zu können.“