Wohnraum für Wasservögel in Bodenseehäfen

Wohnraum für Wasservögel in Bodenseehäfen
Ein jugendliches Blässhuhn inspiziert den Rumpf eines BSB-Schiffes auf der Suche nach Nahrung. Blässhühner lassen sich im Hafen durch den Schiffsbetrieb nicht in ihrem Alltag stören. (Bild: M. Kroth)
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Redaktion

Konstanz – Die Wohnsituation in Konstanz mag angespannt sein; für die Blässhühner und Haubentaucher im Konstanzer Hafen dagegen ist jetzt mehr freier Wohnraum verfügbar. In einer gemeinsamen Aktion stellen die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) und das Bodensee-Naturmuseum Konstanz Wasservögeln in den Häfen von Lindau, Friedrichshaufen und Konstanz Nistflöße zur Verfügung.

„Gute Stellen für ein Nest sind im Hafen schwer zu finden“, erklärt Martina Kroth, Leiterin des Bodensee-Naturmuseums. „In den vergangenen Jahren haben Blässhühner und Haubentaucher oft auf Stegen und Pfählen ihre Nester gebaut und sind damit regelmäßig baden gegangen, wenn der Pegel stieg.“ Die jetzt installierten Nistflöße schwimmen bei jedem Wasserstand auf, so dass die Eier nicht im Seewasser unterkühlen oder sogar untergehen. In Friedrichshafen ist ein Floß bereits besetzt.

„Es wäre wunderbar, wenn durch unsere Aktion unsere Gäste die herrliche Bodensee-Landschaft und ihre tierischen Bewohner noch einmal bewusster erfahren würden“, hofft Charlotta Skoglund, Umweltmanagementbeauftragte bei den BSB.

Ein Nistfloß im BSB-Hafen von Friedrichshafen ist bereits mit Blässhühnern besetzt.
Ein Nistfloß im BSB-Hafen von Friedrichshafen ist bereits mit Blässhühnern besetzt. (Bild: BSB)

Das Unternehmen ist EMAS-zertifiziert, dabei handelt es sich um das weltweit anspruchsvollste Umweltmanagementsystem. Im Jahr 2001 wurden die BSB als europaweit erstes Binnenschifffahrts-Unternehmen erstmals ausgezeichnet. Die Flöße gehören zu den Maßnahmen der aktuellen Umwelterklärung.

„Wir hoffen, dass die Vögel die Flöße gut annehmen, und werden das Projekt auch weiterhin inhaltlich betreuen“, so Martina Kroth.

Während der Brutzeit wird regelmäßig eine Museumspädagogin oder ein Museumspädagoge vor Ort in Konstanz sein, um Touristen und Einheimische auf die Flöße und bestehende Nester aufmerksam zu machen und Fragen zu beantworten. Zusätzlich sind in allen drei Häfen Informationstafeln in der Nähe der Nisthilfen geplant.

Vor allem für Kinder, aber natürlich auch für interessierte Erwachsene, liegen auf den Schiffen der BSB und im Museum Flyer zum Projekt aus: Sie enthalten eine Checkliste mit Fotos der häufigsten Wasservögel – große und kleine Naturforscher können dadurch angeleitet Vögel entdecken, kennenlernen und auf dem Flyer abhaken.

Die geprüfte Umwelterklärung steht auf der Internetseite der BSB zum Download zur Verfügung: www.bsb.de/umweltschutz

(Pressemitteilung Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH)