Das ist bezahlter WerbeinhaltWas ist das?

Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?

Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?
Eine alte Faustregel sagt: Der Kaufpreis sollte 30 Jahresnettokaltmieten nicht übersteigen. (Bild: picture alliance / dpa | Revierfoto)

Die Nachfrage nach Wohnungen oder Häusern boomt auch ein Jahr nach der Corona-Krise ungehindert. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden steigt genauso wie die Preise. Unter welchen Umständen ergibt Kaufen mehr Sinn als Mieten und welche Schritte muss man gehen, um an ein Eigenheim zu kommen? Eine der wichtigsten Fragen ist sicherlich, wie viel Immobilie kann ich mir leisten. Wir haben uns umgehört.

Stiftung Warentest informiert

Fast über­all in Deutsch­land mussten Immobilienkäufer auch im Krisen­jahr 2020 wieder tiefer in die Tasche greifen. Im Schnitt verzeichnete vdp Research, das Forschungs­institut des Verbands deutscher Pfand­brief­banken (vdp), für Eigentums­wohnungen und Einfamilien­häuser einen Preis­anstieg von 7,4 Prozent. Und der Boom scheint weiterzugehen: Im ersten Quartal 2021 stiegen beispiels­weise die Preise für Eigentums­wohnungen im Jahres­vergleich in Hamburg um satte 11 Prozent.

Immobilienkauf nicht ohne Eigen­kapital

Wer eine Eigentums­wohnung oder ein Einfamilien­haus kaufen möchte, braucht reichlich Eigen­kapital. Mindestens 10 bis 20 Prozent des Kauf­preises und alle Neben­kosten (Grund­erwerb­steuer, Makler, Notar und Grund­buch­amt) sollten Käufer aus eigenen Mitteln zahlen können. In den großen Städten wie Berlin, Hamburg oder Frank­furt am Main kann das bedeuten, dass über 100 000 Euro Eigen­kapital zur Verfügung stehen muss.

Für den Haus- oder Wohnungskauf sind mindestens 10 bis 15 % des Kaufpreises als Eigenkapital empfehlenswert.
Für den Haus- oder Wohnungskauf sind mindestens 10 bis 15 % des Kaufpreises als Eigenkapital empfehlenswert. (Bild: picture alliance / dpa Themendienst | Andrea Warnecke)
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Verhältnis von Kauf­preis zur Miete

Die gute Nach­richt: In den meisten Städten und Land­kreisen sieht die Rechnung für Käufer viel besser aus, weil die Quadrat­meter­preise nied­riger und im Verhältnis zu den Mieten deutlich güns­tiger sind. Nach einem Kauf ist die Monats­belastung in vielen Regionen nicht oder nur wenig höher als nach Abschluss eines neuen Miet­vertrags – mitunter sogar nied­riger.

Was ein Haus oder eine Wohnung kostet, wie viel Eigen­kapital Käufer mindestens aufbringen müssen und welche Monats­belastung auf sie zukommt – das hängt in erster Linie vom Stand­ort ab. Mehr dazu unter www.test.de/Immobilien

Was machen die Immobilienpreise?

Lt. einer PM der Wüstenrot Bausparkasse spricht alles dafür, dass die Nachfrage nach Wohnungen in Deutschland auch noch in den nächsten Jahren das Angebot deutlich überschreiten wird, und dass die Zinsen im langfristigen Vergleich niedrig bleiben.“ Das bedeutet für die Mehrzahl der Städte und Landkreise weiterhin steigende Preise für Wohnimmobilien.

Menschen werden weiter in den großen Städten wohnen wollen – zudem ziehen es immer mehr in Betracht, in mittelgroße Städte und ins Umland auszuweichen. Möglicherweise verringert sich das Tempo des Anstiegs etwas, von einem Einbruch der Preise gehen die Experten jedoch nicht aus.

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Mieten oder kaufen?

„Für die meisten Menschen ist der Kauf eines Eigenheims die größte Investition ihres Lebens und bedeutet für viele Schulden über Jahrzehnte hinweg,“ so das Sparkassen-Finanzportal in Berlin. Als Mieter ist man flexibel und kann einfach umziehen, wenn ein neuer Job winkt. Auch bei unerwartetem Familienzuwachs kann man sich einfacher auf die neue Situation einstellen, wenn die Immobilie angemietet wurde. Wenn es ums Umziehen geht, haben es Mieter einfacher als Eigentümer.

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Glückliches Paar mit Schlüssel für Haus oder Wohnung nach dem Immobilienkauf
Glückliches Paar mit Schlüssel für Haus oder Wohnung nach dem Immobilienkauf (Bild: picture alliance / Zoonar | Robert Kneschke)

Als Mieter ist man fein raus. Ein Schaden wird gemeldet und die Kosten trägt der Vermieter. Als Eigentümer ist man dafür der Herr im eigenen Haus und kann sich eine persönliche Wohlfühloasen nach seinen Wünschen herrichten. Als Mieter zahlt man brav jeden Monat die Miete, worüber sich der Besitzer freut. Da kommt im Laufe der Jahre eine stattliche Summe zusammen und gelegentlich fragt man sich, ob es nicht schlauer wäre, dieses Geld in eine eigene Immobilie zu stecken.

Vermögen schaffen

Als Eigentümer müssen Sie unter Umständen über viele Jahre Ihren Baukredit abzahlen. „Experten schätzen, dass die monatliche Belastung bei einer Finanzierung etwa 20 bis 30 Prozent höher ist als für die Miete eines vergleichbaren Objektes. Aber das Haus oder die Wohnung gehört irgendwann Ihnen. Damit schaffen Sie Vermögen,“ so das Sparkassen-Finanzportal.

Miete gleich Monatsrate?

Wenn es zum Kostenvergleich beider Optionen kommt, machen viele den Fehler, die Höhe der Kreditrate mit der bisherigen Mietzahlung zu vergleichen. Aber aufgepasst: Liegt die finanzielle Belastung der Kreditrate gleich oder unter denen der Mietausgaben, gilt dies nicht als eindeutiges Indiz für den Kauf einer Immobilie. Wichtig ist der Blick auf die gesamte Kostensituation.

Die Mehrheit der Deutschen erwirbt eine Immobilie im Lebensalter zwischen 30 und 50 Jahren. Wer zum ersten Mal eine Eigentumswohnung oder ein Haus kauft beziehungsweise baut, ist im Schnitt deutlich über 40 Jahre alt. Eine Wohnung ist meist preiswerter, dafür lebt man mit vielen Nachbarn, die man sich nicht aussuchen kann. Ein Haus bietet viel mehr Individualität, dafür sind aber die Betriebskosten höher.

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Immobilienpreise steigen aller Wahrscheinlichkeit nach weiter

Nach einer Hochrechnung der Uni Freiburg bis 2030 steigen die Immobilienpreise weiträumig weiter. Gerade in Ballungszentren und begehrten Lagen – vor allem in Süddeutschland – erhöhen sich die Preise aufgrund der andauernden Nachfrage sogar bis 2060.

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Wer eine gebrauchte Immobilie kaufen möchte, sollte im Vorfeld einiges klären: Bausubstanz, Baujahr, energetischer Zustand des Hauses und Grund für den Verkauf. Schauen Sie sich die einzelnen Räume an und prüfen Sie, ob Größe, Helligkeit und Nutzbarkeit mit Ihren Anforderungen übereinstimmen. Überprüfen Sie genauestens den Zustand der Ausstattung. Wichtig ist auch, ob Sanierungsmaßnahmen bei einem Kauf anstehen. Beim Bauamt kann man Infos zur Immobilie einholen.

Es gibt Fragen über Fragen und die richtige Entscheidung kann einem niemand abnehmen. Holen Sie sich auf alle Fälle fachmännischen Rat bei Ihrer Bank oder einem Immobilienbüro Ihres Vertrauens.