WETTERSTATISTIK der WETTERWARTE SÜD für März 2021

WETTERSTATISTIK der WETTERWARTE SÜD für März 2021
(Symbolbild: pixabay)
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Redaktion

Bei hoher Sonnenscheindauer allgemein zu trocken und vielerorts eine Spur zu kühl

Sommerwärme und Märzwinter

Das Wettergeschehen in unseren Breiten war schon immer wechselhaft und wird es auch weiterhin sein. Doch seit einigen Monaten ist die Berg- und Talfahrt der Temperaturen auffallend groß. Auf ausgesprochen kalte Witterungsabschnitte folgen ungewöhnlich warme Phasen. So auch in diesem März.

Zum Monatsbeginn tagsüber noch angenehm lau, legte der „Märzwinter“ danach für längere Zeit die aufkeimenden Frühlingsgefühle auf Eis. Dieser sogenannte Witterungsregelfall, also ein zu einer bestimmten Jahreszeit häufig auftretendes Wetterereignis (wie auch die „Eisheiligen“, die „Schafskälte“ oder die „Hundstage“) bringt uns nicht selten nochmals einen Gruß des scheidenden Winters. Polarluft sorgte bis über den kalendarischen Frühlingsanfang hinaus für einen spätwinterlichen Wetter-Mix aus Schnee- und Graupelschauern bis runter zum Bodensee und eine geschlossene Schneedecke auf den Alb- und Allgäuhöhen. Zur Monatsmitte hin überquerten uns die Ausläufer der beiden Sturmtiefs „Klaus“ und „Luis“, wobei die stärksten Windböen im zentralen Oberschwaben gemessen wurden: Biberach und Hochdorf-Appendorf jeweils 94,9 km/h und Ebersbach-Menzenweiler: 93,3 km/h, einzig überboten vom Hohentwiel mit 124 km/h.

Doch pünktlich zum „Tag der Meteorologie“ zog dann mit Sonnenhoch „Margarethe“ der Frühling ins Land und das nächste Hoch namens „Nicole“ schaufelte sogar bereits frühsommerliche Wärme von den Balearen über die Alpen. Dabei erreichten die Temperaturen verbreitet 20 bis 25 Grad. Nur die frischen, vielfach frostigen Nächte erinnerten uns daran, dass der Sommer noch in weiter Ferne liegt.

Trotz des grandiosen Finales mit Tageswerten wie im Juni war es unterm Strich jedoch eine Spur zu kühl. An der Wetterzentrale in Bad Schussenried wurde erstmals seit dem Mai 2019 wieder ein zu kalter Monat verzeichnet.

Dank der öfters von Hochdruckgebieten geprägten Witterung war dieser März aber überdurchschnittlich sonnenscheinreich und überall zu trocken. Besonders wenig Niederschlag registrierten die Wetterbeobachter erneut im Lee, also auf der windabgewandten Seite der Schwäbischen Alb. So verbuchten Ulrich Münst in Riedlingen-Neufra 31,8 Liter, Gertrud Lauber in Achstetten sowie Axel Ganzenmüller in Langenau 31,0 Liter und Gerhard Scherer in Ulm-Eggingen 30,1 Liter Nass auf den Quadratmeter. Im Allgäu fielen um die 70 Liter/m². Für dortige Verhältnisse, im Nordstau der Alpen, allerdings ebenfalls deutlich weniger als im statistischen Klimamittel.

Mit dem April folgt nun ein völlig unberechenbarer Monat. In den letzten Jahren glänzte er häufig mit viel Sonnenschein und vorgezogener Maiwärme. Doch nun scheint er wieder einmal seinem Ruf gerecht zu werden. Und grundsätzlich gilt ohnehin: Man sollte den Frühling nie vor den Eisheiligen Mitte Mai loben, denn im April vollzieht sich nun mal der Übergang vom Winter- ins Sommerhalbjahr. Entsprechend unterschiedlich auch das Wetter.

  • Tiefste Temperatur am 20.: – 4,7°C (- 4,8°C)
  • Höchste Temperatur am 31.: + 22,8°C (+ 19,3°C)
  • Durchschnittliche Monatstemperatur: + 4,4°C (+ 4,9°C)
  • Monatssumme des Niederschlags: 42,1 mm (49,5 mm)
  • Gesamtsonnenscheindauer: 154,0 Stunden (175,8 Stunden)

(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

                                                                                                                    WWS-roro