WETTERSTATISTIK der WETTERWARTE SÜD – Februar 2022 – mit Rückblick auf den Winter

WETTERSTATISTIK der WETTERWARTE SÜD – Februar  2022 – mit Rückblick auf den Winter
Seltenes Bild im letzten Monat: Für die Meteorologen ging mit dem Februar bereits ganz offiziell der Winter zu Ende. Mit einem Durchschnittswert von 2,2°C war er zu mild. (Bild: Pixabay)
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Redaktion

Februar: viel Wind, sonnenscheinreich, durchschnittlich nass und erheblich zu warm

Bad Schussenried – Keine knackige Kälte, in den Niederungen nur wenig Schnee und selbst auf den Alb- und Allgäuhöhen äußerst begrenzte Wintersportmöglichkeiten, richtiges Winterwetter sieht definitiv anders aus. Wieder einmal ein Schmalspurwinter! Dabei hatte er ja eigentlich recht verheißungsvoll begonnen.

Für die Meteorologen ging mit dem Februar bereits ganz offiziell der Winter zu Ende. Mit einem Durchschnittswert von 2,2°C war er zu mild, wie auch schon seine acht Vorgänger. Nimmt man den vom Klimawandel geprägten Bezugszeitraum 1991 bis 2020, dann lagen die Temperaturen zwei Grad über der Norm, im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 sogar um drei Grad, klimatologisch gesehen „jede Menge Holz“.

Maßgeblich dazu beigetragen hat der Februar, der wie der gesamte Winter, der fünftmildeste seit Messbeginn der Wetterwarte Süd vor 55 Jahren war. An der Zentrale in Bad Schussenried wurden vom 1. Dezember bis zum 28. Februar lediglich 59 Frosttage (30-jähriger Mittelwert: 74,3 Tage), äußerst bescheidene drei Eistage mit Dauerfrost (33,1 Tage), nur 20 Tage mit einer Schneedecke (51,1 Tage) und kein einziger Tag mit unter minus zehn Grad registriert, Tage, die für die Bodenbeschaffenheit und für die natürliche Schädlingsbekämpfung von Bedeutung sind.

Tiefste Temperatur am 28.: – 4,9°C (- 12,6°C)
Höchste Temperatur am 18.: + 13,0°C (+ 19,4°C)
Durchschnittliche Monatstemperatur: + 3,5°C (+ 2,9°C)
Monatssumme des Niederschlags: 47,5 mm (56,4 mm)
Gesamtsonnenscheindauer: 110,8 Stunden (129,3 Stunden)  
(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Die wärmste Periode des gesamten Winters wurde um den Jahreswechsel verzeichnet. Sowohl an Silvester als auch am Neujahrstag gab es Rekordwerte um die 15 Grad oder darüber und damit Temperaturverhältnisse wie sonst erst Mitte April. Die Sonnenscheindauer lag deutlich über dem Soll: ansehnliche 208 Stunden und damit rund 50 Stunden mehr als nach der langjährigen Statistik zu erwarten wäre.

Der Winter war überwiegend von Tiefdruckgebieten geprägt, vor allem der  Februar, in dem gleich mehrere Sturmtiefs für ordentliche Windböen und turbulentes Wettergeschehen sorgten, im Vergleich zu Norddeutschland allerdings nur in stark abgeschwächter Form. Die Schäden hielten sich hierzulande in Grenzen.

Trotz der regen Tiefdrucktätigkeit verbuchten die allermeisten der 250 Wetter- und Niederschlagsstationen im Messnetz der Wetterwarte Süd einen zu trockenen Winter. Besonders auffällig ist jedoch die Schneearmut. Selbst im früher einmal schneesicheren Isny und auf den Albhöhen war das Wintersportvergnügen auf wenige Tage beschränkt und die Schlittschuhläufer kamen ohnehin nicht auf ihre Kosten, zumindest mal nicht auf den meist eisfreien Tümpeln und Seen der Region.

Ein derart milder Winter ist nicht unbedingt ein gutes Omen für den bevorstehenden Frühling, weil dann nicht selten verspätete Kälterückfälle die aufkeimenden Frühlingsgefühle auf Eis legen. Aber warten wir ab! Das Wetter macht eh was es will, in Zeiten des Klimawandels ohnehin.

                                                                                                            WWS-roro