WETTERSTATISTIK der WETTERWARTE SÜD – April 2021 –

WETTERSTATISTIK der WETTERWARTE SÜD –  April   2021  –
Kältester April seit 20 Jahren / Symbolbild Sonnenuntergang (Bild: Pixabay)
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Redaktion

Auffallend trocken, sonnenscheinreich und erheblich zu kalt – Kältester April seit zwanzig Jahren

Während wir in den letzten fünfzehn Jahren im April häufig mit viel Sonnenschein und vorgezogener Maiwärme verwöhnt wurden, zeigte er dieses Jahr mal wieder sein wahres Gesicht. Nach einem frühsommerlichen Start in den Monat legte polare Kaltluft lange Zeit die aufkeimenden Frühlingsgefühle auf Eis.

So abgedroschen der Spruch auch sein mag, aber der April macht wirklich was er will. Zum Monatsbeginn rekordverdächtig warme 22 bis 27 Grad und kurz danach, praktisch über Nacht, spätwinterlich kalt mit Schnee-, Schneeregen- und Graupelschauern und erhöhter Glättegefahr bis in die Niederungen herab. Besonders in etwas höheren Lagen wurde es zeitweilig nochmals richtig weiß. Nur gut, dass die Natur nicht ganz so weit fortgeschritten war wie im Vorjahr, ansonsten wären die Schäden in den Sonderkulturen sicher noch größer als mancherorts ohnehin schon. Und mit diesem wechselhaften und reichlich unterkühlten Wetterprogramm ging es neben kurzzeitig etwas milderen Phasen bis über die Monatsmitte hinaus weiter. Obwohl dann die Sonne bereits so hoch stand, wie Ende August, hatten die Temperaturen Mühe, wenigstens die 10-Grad-Marke zu erreichen, selbst am Bodensee. Und nachts blieb es vielfach frostig.

  • Tiefste Temperatur am 06.: – 4,3°C (- 4,8°C)
  • Höchste Temperatur am 01.: + 22,8°C (+ 25,1°C)
  • Durchschnittliche Monatstemperatur: + 6,74°C (+ 11,8°C)
  • Monatssumme des Niederschlags: 28,0 mm (33,1 mm)
  • Gesamtsonnenscheindauer: 204,7 Stunden (300,7 Stunden)

(Die Messwerte beziehen sich auf die Wetterzentrale in Bad Schussenried, die Zahlen in Klammern geben die Vorjahreswerte an!)

Vom 20. bis zum 27. übernahmen die Hochdruckgebiete „Renate“ und „Sandra“ das Regiment und bescherten uns viel Sonnenschein und tagsüber endlich mal laues Frühlingswetter, doch das Wärmedefizit konnten die beiden nicht mehr aufholen. So geht dieser April mit einer Durchschnittstemperatur von 6,7°C (Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020: 9,1°C) als kältester seit 2001 in die Statistik der Wetterkundler ein. Dabei wurden verbreitet 8 bis 14 Frosttage registriert. Der letzte Monat, der ähnlich zu kalt ausfiel, war der Mai 2019. Derartige Temperaturverhältnisse waren allerdings noch bis in die 80er und 90er Jahre hinein der Normalfall. Daran mag man erkennen, wie sehr sich das Klima in unseren Breiten verändert hat.

Was die Sonnenscheindauer und die Niederschlagsverhältnisse anbelangt, hat sich der Trend jedoch fortgesetzt. Mit 204,7 Sonnenstunden (Mittelwert: 162,3 Stunden), gemessen an der Zentrale in Bad Schussenried, lag dieser April deutlich über dem 30-jährigen Mittelwert von 162,3 Stunden und er war erneut überall erheblich zu trocken. An den allermeisten der 250 Stationen im Messnetz der Wetterwarte Süd wurden lediglich 20 bis 35 Liter Nass auf den Quadratmeter verzeichnet und damit noch nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen Regenmengen. Im Windschatten der Schwäbischen Alb waren es teilweise sogar nur um die 15 Liter und auch in den Staulagen des Allgäus kamen die Wetterbeobachter auf allenfalls 42 Liter/m² (Stefan Kitzelmann in Wangen-Atzenberg).

Aber alles neu macht ja bekanntlich der Mai. Und der hat sich in den letzten Jahren des Öfteren als wahrer Regenmonat gezeigt. Das Nass käme der Natur gelegen, doch viele von uns hoffen nach diesem April auf einen schönen und vor allem warmen Wonnemonat.

WWS-roro