Extreme Wetterlage Ausnahmezustand in Deutschland: Die eisige «Elli» ist da

Ausnahmezustand in Deutschland: Die eisige «Elli» ist da
Bitte vorsichtig fahren: Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starkem Schneefall und Schneeverwehungen. (Bild: Jens Kalaene/dpa)

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Deutsche Presse-Agentur
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Viel Schnee, steckengebliebene Lastwagen und ausgefallene Züge: Wintersturm «Elli» hat große Teile Deutschlands erreicht. Die Auswirkungen betreffen Bahnreisende, Autofahrer und Schüler gleichermaßen – in manchen Regionen ist die Lage besonders angespannt.

Mit massiven Schneefällen zieht Sturmtief «Elli» über Deutschland hinweg und sorgt für zahlreiche Probleme auf Straßen und Schienen. Vor allem in der Landesmitte blieben viele Lastwagen im Schnee stecken und blockierten wichtige Autobahnen. Für weite Teile Norddeutschlands gelten Unwetterwarnungen, zudem bleiben zahlreiche Schulen geschlossen. Ein Überblick über die aktuelle Situation:

Glätte und Verkehrsunfälle

Der Deutsche Wetterdienst warnt in vielen Regionen vor verschneiten und spiegelglatten Straßen. In mehreren Städten wurde der Busverkehr vorsorglich eingestellt. Auf einigen Straßen herrschte ungewöhnlich wenig Verkehr, da viele Autofahrer angesichts der Warnungen auf Fahrten verzichteten. Bei Calw in Baden-Württemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinab, dabei wurden nach Angaben der Polizei drei Menschen leicht verletzt.

Auf mehreren Autobahnen kommt es zu erheblichen Einschränkungen. In Osthessen sind laut Polizeipräsidium die A7, A4 und A5 in beiden Fahrtrichtungen blockiert. Ursache sind festgefahrene oder querstehende Lastwagen. „Das Problem ist der Schwerlastverkehr“, erklärte ein Sprecher. Lkw-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und auf Rastplätze auszuweichen. Räumdienste und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz.

Im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen blieben rund zwei Dutzend Lastwagen auf der schneebedeckten A7 stecken. Nach Angaben der Polizei rückte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk zum Freischleppen an. Zusätzlich sorgte ein brennender Lastwagen auf der A2 bei Garbsen nahe Hannover für Verkehrsbehinderungen. Die Ursache für das Drehen des Fahrzeugs auf glatter Fahrbahn und den anschließenden Brand war zunächst unklar.

Wetterlage

„Ich würde das nicht als Jahrhundert-Ereignis bezeichnen. Das ist es keinesfalls“, sagte DWD-Meteorologe David Menzel am Morgen. Es handele sich um einen winterlichen Sturm, der im Gesamtbild nichts Außergewöhnliches sei. Dennoch gelten für weite Teile Deutschlands, insbesondere für den Norden und die Mittelgebirge, Unwetterwarnungen des Wetterdienstes.

Der DWD rechnet mit „von Südwesten aufkommenden, teils kräftigen Schneefällen“, die sich bis zur Elbe ausdehnen. Bei starkem Ostwind kann es zu Schneeverwehungen kommen, die den Verkehr zusätzlich behindern. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee bei ebenfalls kräftigem, aber aus südwestlicher Richtung wehendem Wind in Regen übergehen, wodurch die Glättegefahr weiter steigt.

Von der Nordsee bis in den Osten werden verbreitet Neuschneemengen von etwa 10 bis 15 Zentimetern erwartet. Die größten Mengen prognostiziert der Deutsche Wetterdienst für die Staulagen der Mittelgebirge. An den windzugewandten Berghängen können bis zu 20 Zentimeter Neuschnee fallen.

Besonders kritisch: Ein Großteil des Schnees fällt laut DWD innerhalb von drei bis sechs Stunden, teils unter Unwetterbedingungen. Am Nachmittag und Abend sollen die Schneefälle dann langsam nachlassen.

Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn rechnet bis einschließlich Samstag mit Verspätungen und Zugausfällen im Fernverkehr. Reisenden wird empfohlen, ihre Fahrten nach Möglichkeit zu verschieben. Bereits gekaufte Tickets können auch zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. In einigen Regionen wurden zudem vorsorglich Verbindungen gestrichen.

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist betroffen. (Foto: Marcus Brandt/dpa)
Der Fernverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist betroffen. (Foto: Marcus Brandt/dpa)

Bereits am Abend zuvor kam es auf mehreren Fernverkehrsstrecken zu Zugausfällen. Betroffen waren unter anderem die Verbindungen Kopenhagen–Hamburg, Westerland/Kiel–Hamburg, Binz/Stralsund/Rostock–Berlin sowie Norddeich/Emden–Hannover/Ruhrgebiet.

Darüber hinaus hat die Bahn umfangreiche Vorkehrungen getroffen. In Bayern etwa können nach Angaben der Deutschen Bahn von mehr als 10.000 Weichen rund 8.140 beheizt werden, um ein Einfrieren zu verhindern. Bei Schneeverwehungen sollen zudem schwere Lokomotiven über die verschneiten Gleise fahren, um eine Spur für nachfolgende Züge freizumachen, erklärte eine Sprecherin. Dennoch betonte die Bahn, dass selbst bei bestmöglicher Vorbereitung nicht alle Auswirkungen der Witterung ausgeschlossen werden können.

Das Fähr- und Frachtschiff Spiekeroog IV liegt im Hafen - wegen des Sturms werden viele Inseln nicht angefahren. (Foto: Lars Penning/dpa)
Das Fähr- und Frachtschiff Spiekeroog IV liegt im Hafen – wegen des Sturms werden viele Inseln nicht angefahren. (Foto: Lars Penning/dpa)

Fährverkehr:
Auch an der niedersächsischen Nordseeküste ist der Fährbetrieb größtenteils eingestellt worden. Mehrere Inseln sind aktuell nicht per Schiff erreichbar, darunter Langeoog, Spiekeroog, Norderney und Wangerooge. Hauptursache ist der erwartete kräftige Ostwind, der das Wasser von der Küste wegdrückt. Unter diesen Bedingungen können die Fähren gar nicht oder nur eingeschränkt verkehren.

Schulen:
Für viele Schülerinnen und Schüler heißt es vorerst schneefrei. In Hamburg, Niedersachsen, Bremen sowie in Teilen Schleswig-Holsteins ist der reguläre Unterricht flächendeckend ausgesetzt. Wie die zuständigen Behörden mitteilen, wird teilweise auf Distanzunterricht umgestellt, zudem gibt es eine Notbetreuung für jüngere Kinder. Hintergrund der Schulschließungen ist meist der Ausfall des Schulbusverkehrs und die fehlende Gewährleistung einer sicheren Anfahrt.

Der Weg zur Schule ist heute vielerorts zu gefährlich: In einigen Regionen fällt daher der Unterricht in Präsenz aus. (Foto: Christian Charisius/dpa)
Der Weg zur Schule ist heute vielerorts zu gefährlich: In einigen Regionen fällt daher der Unterricht in Präsenz aus. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Auch in Regionen in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin fällt teils der Präsenzunterricht aus oder Eltern können ihre Kinder vom Unterricht entschuldigen. Mancherorts sind auch Kitas und Kindergärten betroffen.

Dieser Beitrag wurde unter Mitwirkung eines KI-Systems erstellt und von der Redaktion geprüft.
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