Wetter- und Windspezial: Schwerer Sturm am Wochenende – dann Vorfrühling?

Wetter- und Windspezial: Schwerer Sturm am Wochenende – dann Vorfrühling?
Besonders am Sonntag fegt ein Sturmfeld über Deutschland. (Bild: Pixabay)

Angesichts der spannenden und brisanten Entwicklungen beim Wind und Sturm am Wochenende blicken wir auf die aktuellsten Wetter- und Windkarten. In dieser Art „füttere“ ich Euch heute und am Wochenende in knapper Form immer wieder mit Updates und Warnungen.

Eine ausgewachsene Sturmlage droht uns deutschlandweit am Wochenende. Besonders am Sonntag und zu Wochenbeginn drohen in der Südhälfte teils schwere Sturmböen mit Spitzenböen von über 100 km/h. Auch ansonsten ist der Wind mit 40 bis 90 km/h lebhaft bis stürmisch unterwegs. Auf den Gipfeln des Schwarzwaldes und der Mittelgebirge drohen einzelne Orkanböen von 120 km/h und mehr.

Am Samstag herrscht neben einigen Wolken und Sonnenschein die Ruhe vor dem Sturm.
Am Samstag herrscht neben einigen Wolken und Sonnenschein die Ruhe vor dem Sturm. (Bild: Pixabay)

Bis Samstag: Die Ruhe vor dem Sturm

Zuvor herrscht am westlichen Alpenrand und in der allgemeinen Südhälfte noch die Ruhe vor dem Sturm. Dazu lockern die Wolken auf Samstag immer mehr auf, sodass die Temperaturen in den Frühstunden kurzzeitig in den leichten Frostbereich von 0 bis -2 Grad sinken. Nur am Bodensee ist es mir leichten (1 bis 4 Grad) noch milder. Hinweis an alle Autofahrer*innen: Denkt gegebenenfalls an genügend Frostschutz.

Tagsüber dürfen wir uns neben einigen Wolkenfelder auf einige Sonnenstrahlen freuen. Zeitweise scheint die Sonne ungestört vom Himmel herab.
Die Höchstwerte klettern mit der Sonneneinstrahlung auf 6 bis 9 Grad. Am Bodensee kommt in der Sonne und mit dem glitzernden Gewässer schon ein Hauch Vorfrühling auf.

Sturm: So zieht das Sturmfeld ab Samstagabend!

Am Samstagabend näheren sich die Ausläufer des Sturmtiefs und erreichen uns von Nordwesten: Über der Nordsee und an den Küstengebieten sind flächendeckend Spitzenböen von 80 bis 90 km/h zu erwarten. Im Binnenland ist der Wind zwar spürbar, allerdings noch relativ gemäßigt unterwegs.

Am Samstagabend liegt das Sturmfeld bereits über der Nordsee.
Am Samstagabend liegt das Sturmfeld bereits über der Nordsee. (Grafik: http://www2.wetter3.de/highres_gfs_dt.html)
Das Hauptwindfeld erreicht am Sonntagmorgen die nördliche Mitte.
Das Hauptwindfeld erreicht am Sonntagmorgen die nördliche Mitte. (Grafik: http://www2.wetter3.de/highres_gfs_dt.html)

Im Laufe des Sonntagmorgens hat das Wind- und Sturmfeld die nördliche Mitte des Landes erreicht. Vom nördlichen NRW bis in weite Teile Niedersachsens sowie Sachsen und im Norden Thüringens sind Windgeschwindigkeiten von 70 bis 80 km/h drin. Über der Nordsee schwächt sich der Sturm vorübergehend ab. Auch im äußersten Süden ist der Wind im Vergleich noch unauffällig unterwegs.

Am Abend liegt das Sturmfeld direkt über dem Süden.
Am Abend liegt das Sturmfeld direkt über dem Süden. (Grafik: http://www2.wetter3.de/highres_gfs_dt.html)

Bis Sonntagabend zieht das Hauptsturmfeld in den Süden und intensiviert sich nochmals. Verbreitet werden Spitzenböen von 80 bis 100 km/h berechnet. Ein weiteres Sturmfeld positioniert sich bereits nordwestlich von Deutschland.

Montagnacht schwächt sich der Wind vielerorts langsam ab – ist und bleibt allerdings weiterhin lebhaft spürbar. Die höchsten Windgeschwindigkeiten werden mit nahezu flächendeckend (!) 90 bis 115 km/h im Süden und Südosten prognostiziert.

In der Nacht auf Montag ist es im Süden sehr stürmisch.
In der Nacht auf Montag ist es im Süden sehr stürmisch. (Grafik: http://www2.wetter3.de/highres_gfs_dt.html)

Weil der Wind zudem unter anderem aus nördlichen Richtungen zu uns gelangt, entsteht durch die Barriere der Alpen der sogenannte „Leitblanken-Effekt.“ Das bedeutet, dass der Wind und Sturm an die Nordalpen brettert und in Richtung Osten ausweichen muss. Entsprechend drohen vom Südosten bis in den Norden Österreichs ebenfalls schwere Sturmböen.

Hält nach dem Sturm der Vorfühling Einzug?

Es sieht so aus! Zumindest vorübergehend könnte uns eine Südwestlage mit einem Warmluftsektor in Einflussbereich bringen. Das zeigt die Wetterkarte des GFS-Modells mit den Luftmassentemperaturen in 1.500 m (850 hPa) für Mitte der kommenden Woche anschaulich.

Durch eine Südwestlage gelangen sehr milde Luftmassen nächste Woche zu uns.
Durch eine Südwestlage gelangen sehr milde Luftmassen nächste Woche zu uns. (Grafik: Wetterzentrale.de)

Von Südwesten und Südeuropa strömen sehr warme Luftmassen über die iberische Halbinsel und Frankreich zu uns: Die 5-Grad-Isotherme (in 1.500 m) liegt nördlich der Alpen über uns. Das ist so ziemlich die mildeste Luftmasse überhaupt, die uns um diese Jahreszeit erreichen kann.

Am Erdboden bedeutet das durch viel Hochdruck recht freundliches Wetter samt Sonnenschein, relativ wenig Wind und Temperaturen von 8 bis 13 Grad. Rund ums Rhein-Main-Gebiet, im Breisgau und im Westen wären um 15 Grad denkbar.

Wir bleiben dran. Über die neusten Entwicklungen beschäftigen wir uns noch an diesem Wochenende.