Wetter-Spezial: Rest-Polarluft gegen erste Sommerwärme – wie wird das Wetter zu Ostern?

Wetter-Spezial: Rest-Polarluft gegen erste Sommerwärme – wie wird das Wetter zu Ostern?
Was erwartet uns nach den aktuellsten Prognosen für Ostern? (Bild: Annette Meyerhoff)

Redakteur

Die erste Aprildekade brachte uns oftmals klassisches Aprilwetter: Sonne, Wolken, Regen, Graupel, Sturm und Schnee bis an den Bodensee herab waren dabei. Das liegt an den Verschiebungen und Zurechtfindungen der Wetterlagen um diese Jahreszeit. Die Rest-Kälte lauert im Norden, die Wärme/Hitze breitet sich von Süden aus. Wir blicken auf den aktuellen Wettertrend bis Ostern.

Zunächst blicken wir auf das bisherige Jahr zurück: Die schwarze Linie ist der gemittelte Temperaturverlauf aus 30 Jahren, also das Klimamittel. Nach den Aufzeichnungen erleben wir die wärmste Zeit eines Jahres bezogen auf die Tagesmitteltemperaturen grundsätzlich Ende August – die kälteste Phase Mitte Januar.

Das Jahr begann überdurchschnittlich warm, „kippte“dann auf durchschnittlich.
Das Jahr begann überdurchschnittlich warm, „kippte“dann auf durchschnittlich. (Grafik: Mtwetter.de)

Die grüne Linie bildet den Temperaturverlauf aus diesem Jahr ab. In den Wintermonaten Januar und Februar waren wir immer auf überdurchschnittlichem Niveau (zu warm). Darauf folgte der der Absturz in der ersten Märzhälfte, der von dem kalten Hochdruck mit viel Sonnenschein und den vielen Frostnächten ausgelöst wurde.

Im April sehen wir ein Auf- und ab der Temperaturen. Das dürfte nach diesen Berechnungen im weiteren Monatsverlauf so weiter gehen. Wäre das Jahr 2022 im Mai vorbei, würde am Ende eine positive Temperaturabweichung von über +2,0 Grad herauskommen.

Karwoche: Südlage mit erstem Sommertag (?) und Saharastaub

Die Karwoche bringt uns durch eine Südlage sehr warme Luftmassen bis weit in den Norden. Der Höhepunkt der Temperaturen wird um Wochenmitte mit deutlich über 20 Grad erwartet.

Am Montag scheint nach Auflösung restlicher Wolken- und Dunstfelder aus der Nacht häufig die Sonne. Zuvor ist es morgens mit um 0 bis 1 Grad am Bodensee und leichtem Luftfrost im Allgäu ziemlich kalt.

Am Montag scheint nach letzten Wolken und Dunst oft die Sonne.
Am Montag scheint nach letzten Wolken und Dunst oft die Sonne. (Bild: Pixabay)

Tagsüber strahlt der Sonnenschein dann bis abends von einem makellosen Himmel herab und erwärmt die Temperaturen auf 15 bis 19 Grad.

Den Dienstag und Mittwoch erleben wir ähnliches Wetter. Meist wechseln sich kompaktere Wolken mit sonnigen Abschnitten ab. Je nach örtlicher Wettersituation (mehr Wolken, mehr Sonne) klettern die Höchstwerte auf 18 bis 22 Grad. Entlang des Rheins sind mit vielen Sonnenanteilen sogar 23 oder 24 Grad denkbar.

Ab Donnerstag nimmt die Bewölkung und Labilität allmählich zu.
Ab Donnerstag nimmt die Bewölkung und Labilität allmählich zu. (Bild: Pixabay)

Am Donnerstag bleiben die Temperaturen weiterhin oben, wobei die Bewölkung mehr wird und im Tagesverlauf sich erste Schauer und Gewitter bilden können.
Das könnte also der Startschuss der ersten Wärmegewitter der Saison sein.

Saharastaub schränkt Sonnenschein und hohe Temperaturen ein

Da die Luftmassen und die Wärme von Südeuropa heran transportiert werden, gelangt zugleich eine erhöhte Konzentration an Saharastaub- und sand in unsere Breitengrade.

Durch die Südlage wird um Wochenmitte viel Saharastaub in unsere Atmosphäre transportiert.
Durch die Südlage wird um Wochenmitte viel Saharastaub in unsere Atmosphäre transportiert. (Grafik: http://flaeming-wetter.bplaced.net/Synoptik/Sahara-Staub.html)

Ab Dienstag ziehen die Saharastaubpartikel zu uns und bleiben uns bis Freitag erhalten. Der Höhepunkt wird am Mittwoch und Donnerstag erwartet. Der Wüstensand wirkt sich auf die Sonnenscheinintensität aus: Oftmals scheint die Sonne wie durch eine Dunstschicht leicht gelblich bis rötlich hindurch. Die Temperaturen können dadurch um ein paar Grad gedämpft. Wenn der Himmel mit Wolken bedeckt ist, merkt man dagegen kaum etwas.

Aktueller Wettertrend zu Ostern

Nach aktuellem Stand der Wettermodelle gehen die Temperaturen an Ostern im Vergleich zu den kommenden Tagen wieder zurück. Eine direkte Wetterkarte mit dem Wetter am Ostersonntag (Bewölkung, Temperatur) besitzt momentan aber nur das amerikanische GFS-Modell.

Der aktuelle Modelloutput (Modellberechnung) des GFS-Modells zeigt um die Mittagszeit in ganz Deutschland Werte von 5 bis 13 Grad. Die höchsten Messwerte hätten wir in der Nordhälfte, die kühleren Temperaturen im Süden.

Die möglichen Höchstwerte am Ostersonntag.
Die möglichen Höchstwerte am Ostersonntag. (Grafik: https://www2.wetter3.de/)

Im Bereich der östlichen Mittelgebirge hätten wir am Sonntagmittag nur knapp 3 Grad. Dafür wäre der Ostersonntag insgesamt relativ freundlich. Besonders im Norden werden kaum Wolken mit viel Sonnenschein simuliert, während im Südosten und äußersten Südwesten kompakte Wolken unterwegs wären.

Rund um den Bodensee hätten wir nach jetzigem Stand tendenziell mehr Sonnenschein und Höchstwerte von knapp 10 Grad. Weder die polare Kaltluft, noch die Sommerwärme würde den Durchbruch an Ostern zu uns schaffen.

Das Wetter könnte sich am Ostersonntag recht freundlich zeigen.
Das Wetter könnte sich am Ostersonntag recht freundlich zeigen. (Grafik: https://www2.wetter3.de/)

Da die aktuelle Version zwar recht wahrscheinlich, aber nicht als sichere Vorhersage angesehen werden kann, blicken wir bis zum Osterwochenende noch öfter auf die neuesten Veränderungen.