Wenn vorgegaukelte Liebe in Tränen und im Desaster endet: Ostallgäuerin wird Opfer eines „Love-Scammers“

Wenn vorgegaukelte Liebe in Tränen und im Desaster endet: Ostallgäuerin wird Opfer eines „Love-Scammers“
Die große Liebe vorgegaukelt: Eine 42-jährige Ostallgäuerin wurde Opfer eines Lovescammers. (Bild: Pixabay)

Füssen (le) – Auf der Suche nach der großen Liebe nutzen viele das Internet. Leider wissen das auch Betrüger und werfen hier ihre Netze aus. Ein angeblicher Fremdenlegionär mit Millionenvermögen erschlich sich über eine Dating-App das Vertrauen einer 42-jährigen Frau aus Füssen.

Dank der Aufmerksamkeit einiger Bankmitarbeiter wurde die Ostallgäuerin vor finanziellem Schaden bewahrt. Wie die Polizei mitteilte, hatte die Frau über eine bekannte Dating-App einen Mann aus Frankreich kennengelernt. Der Mann gab sich als „46-jähriger Fremdenlegionär mit Millionenvermögen“ aus.

Aus der Legion freikaufen und 30.000 Euro überweisen

Durch geschickte Gesprächstaktik gewann der Täter nach und nach das Vertrauen der Frau. Nach längerem Kontakt bat er die Frau um mehr als 30.000 Euro. Nur so könne sie ihn aus der Legion „freikaufen“.

Aufmerksame Bankmitarbeiter verhinderten finanziellen Verlust

Als die nichtsahnende Dame das Geld überwies, fiel der Bank auf, dass es sich hierbei um einen Betrug handeln könnte und riet der Geschädigten zur Anzeigenerstattung.

Überweisung größtenteils storniert

Die Überweisung konnte glücklicherweise größtenteils storniert werden. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor dieser Betrugsmasche und rät möglichen Geschädigten zur Anzeigenerstattung.

Die Zahlen zur Masche

Im gesamten Präsidium Schwaben Süd/West wurden der Polizei letztes Jahr insgesamt 59 Fälle bekannt. Im Landkreis Ostallgäu kamen im laufenden Jahr sieben erfolgreiche Fälle zur Anzeige. Dabei entstand den Geschädigten ein Beuteschaden in Höhe von mehr als 40.000 Euro.

Auch in unserer Region gibt es einige Betroffene

Da mehr als jede fünfte Beziehung heute virtuell beginnt, kann ein digitaler Anstupser eine finanzielle Lawine auslösen. Neben einem gebrochenen Herzen sitzen die Betroffenen dann auf einem Berg Schulden.

Auch ein Fall in Aulendorf ist bekannt. Hier wurde eine Frau ebenfalls Opfer vom Liebesbetrug. Dem Wochenblatt hat sie ihre Geschichte erzählt: Love-Scamming: Wenn aus Liebe ein Berg Schulden wird

Ein Mann aus Ummendorf lernte vor vier Jahren über das Internet eine angebliche Frau aus Amerika kennen. Anstatt der großen Liebe zu begegnen, verlor er einen fünfstelligen Betrag an die mutmaßliche Frau. Wir berichteten.

Das Alter spielt beim Love Scamming keine Rolle. In Friedrichshafen ist ein 77-jähriger Mann rund zehn Jahre lang einem dreisten Betrüger aufgesessen und erlitt dabei einen nicht unerheblichen Vermögensschaden. 

Seien Sie misstrauisch beim Online-Dating

  • Schützen Sie private Daten: Seien Sie zurückhaltend bei der Veröffentlichung persönlicher Daten wie Ihrer Anschrift oder dem Geburtsdatum und mit Auskünften über Ihren Arbeitgeber. Romance‑Scammer suchen beispielsweise in sozialen Netzwerken nach ihren Opfern. Mit jeder Information haben sie dadurch ein Mittel mehr, um ihre Opfer zu täuschen und anschließen um Geld zu bitten.

  • Geben Sie möglichst wenig von sich preis: Bevor Sie etwas veröffentlichen, fragen Sie sich immer, ob andere das über Sie wirklich wissen sollten. Je mehr andere über Sie wissen, desto eher können Sie mit besonders sensiblen Informationen unter Druck gesetzt werden. Das machen sich auch Erpresser beispielsweise beim sogenannten Sextortion zu Nutze.

  • Verwenden Sie Sicherheitseinstellungen: Nutzen Sie Privatsphäre-Einstellungen der Netzwerke und Messengerdienste für Ihren Schutz. Wer sein Profil nur für Freunde einsehbar macht, schützt sich auch vor unbekannten Cyber-Mobbern oder Cyber‑Stalkern.

(Quelle: PP Schwaben Süd/West)