Weltbienentag: Mehr Vielfalt für Majas wilde Schwestern

Weltbienentag: Mehr Vielfalt für Majas wilde Schwestern
Die Mai-Langhornbiene ist Wildbiene des Jahres 2021. (Bild: BUND/Felix Fornoff)
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Redaktion

Der NABU nimmt den Weltbienentag am 20. Mai zum Anlass, für den Erhalt der Wildbienen zu werben. Traditionell ist der Weltbienentag ein Tag zu Ehren der Honigbiene. Was oftmals vergessen wird: Im Konzertsaal der Natur ist die Honigbiene als Haustier eine Bienenart unter vielen.

„Weltweit wird die Zahl der Wildbienenarten auf 20.000 geschätzt, davon kommen mehr als 460 in Baden-Württemberg vor, darunter 29 Hummelarten. Allerdings steht schon rund die Hälfte unserer Wildbienen auf der Roten Liste, fast ein Drittel ist vom Aussterben bedroht und sieben Prozent sind bereits verschwunden“, sagt Johannes Enssle, Landesvorsitzender des NABU Baden-Württemberg.

Warum haben es Wildbienen so schwer?

Die Imkerin und NABU-Fachbeauftragte für Wildbienen, Sabine Holmgeirsson, weiß um die kritische Lage vieler Wildbienen. Denn rund 30 Prozent der Wildbienen sind auf die Blüte einer oder mehrerer Pflanzenarten angewiesen: „Während die Honigbiene im großen Blütensupermarkt einkaufen geht, sind einige Wildbienen so spezialisiert, dass nur eine einzige Pflanzengattung den benötigten Pollen liefert. Wenn diese Pflanzen durch zu intensive Landwirtschaft verschwinden oder durch zu frühe Mahd und sterile Vorgärten nicht zur Blüte kommen, verschwindet mit der Pflanze auch die Wildbiene, meist unbemerkt.“ So erging es in den letzten Jahren zum Beispiel der Mohnbiene (Osmia papaveris). Außerdem fehlt es an geeigneten Nistplätzen wie freien Bodenstellen, Abbruchkanten oder unverfugten Mauern mit Spalten und Nischen.

Jede und jeder kann etwas für Wildbienen tun

Die Zahlen zum Rückgang der Wildbienen sind alarmierend und zeigen, dass das Insektensterben auch vor unseren heimischen Wildbienen keinen Halt macht. „Aber es gibt auch eine gute Nachricht“, sagt Enssle. „Wir können etwas gegen das Bienensterben tun. Zum Beispiel durch insektenfreundliche Landwirtschaft und naturnahes Gärtnern.“

Wildbienenparadiese im Garten schaffen

Weil Wildbienen unter Futtermangel und fehlenden Lebensräumen leiden, haben viele Menschen begonnen, sie direkt im eigenen Garten durch bienenfreundliche Pflanzen, Wildblütenstreifen und Insektenhotels zu unterstützen. Auch Unternehmen sowie Landwirte beteiligen sich daran.

Schutz von Streuobstwiesen besonders wichtig

Im Südwesten sind 40 Prozent der Wildbienen in Streuobstwiesen zu finden, wo sie Äpfel, Zwetschgen und Birnen bestäuben. Der Verlust von Streuobstwiesen als artenreiches Biotop – sei es durch fehlende Pflege und Verbuschung oder durch die Ausweisung von Bauland – bedroht neben den Wildbienen alle etwa 5.000 dort lebenden Arten.

Damit noch mehr Menschen Mauer- von Sandbienen unterscheiden können und erkennen, dass die kleinen Tierchen auf den Blüten keine Ameisen, sondern winzige Scheren-, Zottel- oder Löcherbienen sind, lädt der NABU in zwei Zeiträumen vom 4. bis 13. Juni sowie vom 6. bis 15. August zum 4. Insektensommer ein. Alle Infos unter www.insektensommer.de.

(Pressemitteilung NABU)