Weil es keinen Landeplatz mehr für Helikopter gibt: OSK-Patienten müssen in Weingarten umgelagert werden

Weil es keinen Landeplatz mehr für Helikopter gibt: OSK-Patienten müssen in Weingarten umgelagert werden
Die Rettungshubschrauber, die normalerweise das Dach des St. Elisabethen-Klinikums (EK) anfliegen, müssen für rund 18 Wochen, nun auf dem Ausweichplatz des Lindenhofstadions in Weingarten landen. (Bild: picture alliance/dpa | Moritz Frankenberg)

Redakteurin

Rund 18 Wochen lang müssen die Rettungshubschrauber, die normalerweise das Dach des St. Elisabethen-Klinikums (EK) anfliegen, nun auf dem Ausweichplatz des Lindenhofstadions in Weingarten landen. Grund dafür sind umfangreiche Dacharbeiten am Haus B im EK.

Bis zur Behandlung im EK dauert es 10 bis 15 Minuten länger

Für die Patienten, die nach Weingarten angeflogen werden, bedeutet das einen Umtransport in den bereits vor Ort wartenden Rettungswagen. Laut Pressesprecher Winfried Leiprecht von den Oberschwabenkliniken (OSK) muss bis zur Behandlung im EK ein zusätzlicher Zeitaufwand von 10 bis 15 Minuten einkalkuliert werden. Während der Interimssituation wird mit bis zu 130 Starts und Landungen gerechnet.

Kardiologie wird erneuert

Nötig machen das Ganze die Dacharbeiten am Haus B. Das ist der Trakt, der in den 90er Jahren gebaut wurde und medizinische Funktionsbereiche wie zum Beispiel Operationssäle, die Kardiologie und die Ambulanzen der inneren Medizin beherbergt. Die Kardiologie soll nun aufwendig erneuert werden.

Schwenkbereich des Krans macht Landungen unmöglich

Hierfür müssen Lüftungsanlagen von der medizinischen Abteilung aufs Dach geführt werden. „Das Dach wird komplett aufgemacht und saniert. Da liegt es auf der Hand, dass es reinregnen kann. Also muss ein provisorisches Dach her. Für das wiederum muss ein Kran gestellt werden. Sein Schwenkbereich würde über den Hubschrauberlandebereich gehen.“

Lindenhofstadion geeigneter Landeplatz

Das alles in der Summe führte dazu, dass die Hubschrauber dort nicht mehr landen dürfen und ein neuer Ausweichlandeplatz, aktuell das Lindenhofstadion, gesucht werden mussten.

„Mehr als ein Dutzend weiterer Flächen wurden untersucht. Oberste Priorität der Luftfahrplaner lag bei den sicheren Landungen. Kriterien wie Hinderungen beim Anflug, Lärmbelästigung für die Anwohner und gute Zufahrt der Rettungswagen spielten dabei eine wichtige Rolle. Das Regierungspräsidium Tübingen entschied sich dann für das Lindenhofstadion.“

„Rendezvous-Platz“: Der Notarzt kann hier gefahrlos und schnell vom Hubschrauber in den Wagen wechseln und umgekehrt

 „Ein wichtiges Kriterium war, dass das Lindenhofstadion seit längerem ein Rendezvous-Platz“ ist.“ Im Rettungsdienst bezeichnet das Rendezvous-System die getrennte Anreise des Rettungswagens  und des Notarztes mit einem Notarztzubringer zum selben Notfallort. An der Einsatzstelle treffen die beiden Rettungsdienst-Einheiten zusammen (Rendezvous) und die Besatzungen werden gemeinsam tätig.

„Im Landkreis gibt es einige „Rendezvous-Plätze.“ Auch kann der Notarzt mit seinem Privatwagen hinfahren und wird dann vom Notarzteinsatzfahrzeug aufgenommen.“

Feuerwehr Weingarten muss bei jedem Start/Landung vor Ort sein

Bei jeder Flugbewegung auf dem Dach der Oberschwabenklinik Ravensburg muss immer ein Mitarbeiter in die Kanzel (Turm neben dem Landeplatz auf dem Dach) sein, um so den Start oder die Landung zu überwachen. Im Notfall kann er sofort die Feuerlöscheinrichtung auslösen. Da es im Lindenhofstadion keine Löscheinrichtung gibt und das Einrichten viel zu teuer wäre, muss die Feuerwehr Weingarten bei jedem Start/Landung für die Sicherheitsvorkehrungen präsent sein.

Keine Rettungshubschrauber bei Nacht

Da es keine Landeplatzbeleuchtung im Lindenhofstadion gibt, können die Hubschrauber bei Dunkelheit dort nicht landen. Laut Leiprecht sind Landungen bei Nacht auch im EK selten. „Im Notfall muss allein auf den Rettungswagen zurückgegriffen werden.“

Der Sportbetrieb auf dem Trainingsgelände im Lindenhofstadion muss sich die nächste Zeit mit den Not-Einsätzen arrangieren.