Weihnachtsbäckerei: Finger weg von rohem Teig

Weihnachtsbäckerei: Finger weg von rohem Teig
Rohen Teig zu naschen ist verführerisch, sollte aber unterlassen werden. (Bild: pixabay)
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Redaktion

Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit. Jetzt wird bei vielen Hobbybäckerinnen ein Teig nach dem anderen zubereitet und die Backöfen glühen. Was viele nicht wissen: Roher Teil birgt Gefahren.

„Mehl kann Mikroorganismen, sogenannte Shigatoxinbildende Eschericha Coli kurz STEC enthalten, die beim Menschen zu Magen-Darm-Beschwerden und weiteren Komplikationen führen können,“ so des VGMS (Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft). Daher gilt: Finger weg vom rohen Teig! – nicht nur in der Weihnachtsbäckerei.

Grundregeln der Küchenhygiene einhalten

Seit einigen Jahren findet sich auf den allermeisten Mehl-Haushaltspackungen der Hinweis „Mehle und Teige sind nicht zum Rohverzehr bestimmt und müssen stets gut durcherhitzt werden.“ Damit machen die Unternehmen auf den bestimmungsgemäßen Umgang mit Mehl aufmerksam, der insbesondere für professionelle Verarbeiter von Mehl selbstverständlich ist. Werden die Grundregeln der Küchenhygiene eingehalten und werden Teige ausreichend erhitzt, gibt es kein Risiko für Verbraucher. So gilt unverändert, „Mehl ist ein Naturprodukt und ein wertvolles Lebensmittel!“

Cookie Dough nur mit pasteurisiertem-Mehl

Cookie Dough, der Verzehr von rohem Keksteig, ist auch in Deutschland in Mode gekommen. Wichtig zu wissen ist, dass die in Deutschland für den Rohverzehr als Cookie Dough angebotenen Keksteige aus eigens dafür vorgesehenen, pasteurisierten Mehlen hergestellt werden. Die Pasteurisierung dieser Spezialmehle wird in den Mühlen in einem aufwändigen Prozess mit heißem Dampf und anschließender Trocknung erreicht. Für die Zubereitung von Cookie Dough zu Hause gibt es bisher kein pasteurisiertes Mehl im Handel zu kaufen.

Wo kommen STEC her und was tun die Mühlen?

Getreide ist ein Naturprodukt. Die Getreidepflanze ist auf dem Acker verschiedensten Einflüssen ausgesetzt. So können etwa auch Bodenbakterien oder Bakterien aus Wirtschaftsdüngern mit den erntereifen Getreidekörnern in Berührung kommen. Klar ist dabei, dass bereits die Hygiene auf dem Feld und geeignete Ernte- und Lagerbedingungen wesentlich dazu beitragen, die Kontamination zu vermeiden.

Ganz verhindern lässt sich eine solche Kontamination des Getreides aber nicht. In den Mühlen wird das Getreide vor der Verarbeitung aufwändig gereinigt. Getreide und Mehl werden regelmäßig untersucht, um sicher zu gehen, dass mögliche Kontaminationen des Getreides sich nicht im Mehl wiederfinden. Aber auch hier ist es nicht möglich, Kontaminationen mit STEC vollständig auszuschließen.

Ein Hinweis ist wichtig

Mit dem Hinweis, dass Mehle und Teige nicht rohverzehrt und vor dem Verzehr stets durcherhitzt werden müssen, machen die Lebensmittelunternehmen bereits auf den bestimmungsgemäßen Umgang mit Mehl aufmerksam. Diesen Hinweis aufzunehmen, empfiehlt der VGMS seinen Mitgliedern ausdrücklich. In Deutschland tragen rund drei Viertel aller im Einzelhandel angebotenen Mehle bereits einen solchen Hinweis.

(Pressemitteilung: VGMS/le)