Weihnachts-Abzocke: Vorsicht vor Paket-Benachrichtigungen per SMS

Weihnachts-Abzocke: Vorsicht vor Paket-Benachrichtigungen per SMS
Smishing ist ein Betrugsversuch, bei dem mit gefälschten SMS dazu gebracht werden soll, Daten preiszugeben oder sogar einen Trojaner installieren zu können. (Bild: Privat)
WOCHENBLATT
Redaktion

Angebliche Tracking-Links und nicht zustellbare Pakete führen Verbraucher gerade in die Kosten-Falle. Wer hinter den betrügerischen SMS steckt und wie sie mit ihnen umgehen sollten, erfahren Sie hier.

Es ist Adventszeit. Weil 2G+ im Einzelhandel dann doch ziemlich aufwendig ist, werden Weihnachtsgeschenke eben online bestellt. Dazu gibt es sowohl im Einzelhandel als auch in der großen weiten Welt des Internet diverse Lieferengpässe. Da kann es schon sein, dass ein Päckchen irgendwo festhängt. Diesen Umstand nutzen Betrüger jetzt gnadenlos aus.

Angeblich nicht zugestellte Pakete und falsche Tracking-Links

Denn zurzeit kursieren SMS von verschiedenen Absendern mit unterschiedlichem Wortlaut, in denen es grob immer darum geht, dass ein Paket nicht zugestellt wurde. Da heißt es zum Beispiel:  „Hallo, wir warten auf eine Aktion ; von Ihnen * um Ihr Paket zuzustellen“. Neben Rechtschreibfehlern ist der dazugehörige Link immer dabei. Den soll man anklicken, um sich eben via genau jenem Link beim angeblichen Paketzustelldienst melden. Manchmal sind diese SMS auch im Namen von DHL, DPD und Co. verschickt worden. Diese Firmen haben allerdings nichts mit diesen Nachrichten zu tun.

Beispiele für den Wortlaut der betrugs-Nachrichten. Klicken Sie auf keinen Fall den Link an!
Beispiele für den Wortlaut der Betrugs-Nachrichten. Klicken Sie auf keinen Fall den Link an! (Bild: Privat)

Was passiert, wenn man den Link anklickt?

Wartet man tatsächlich auf ein Paket, ist man versucht, den Link anzuklicken. Schließlich will man wissen, was mit der Lieferung jetzt ist. Doch tun Sie das bitte auf keinen Fall. Denn klicken Sie den Link an, installieren Sie sich häufig direkt eine betrügerische App.  Getarnt als DHL-App, spioniert die Anwendung die Daten Ihres Smartphones aus. Darunter empfindliche Informationen, wie zum Beispiel Ihre Bankdaten. Außerdem verschickt diese Schad-App dann munter weitere Betrugs-SMS an Ihre Kontakte. Und je nach Vertrag, kann das richtig teuer für Sie werden. Denn unbegrenzt SMS hat nicht jeder im Tarif-Paket seines Mobilfunkanbieters. Ganz abgesehen davon, was Betrüger mit den ganzen Informationen aus Ihrem Handy anfangen können…

Achtung vor betrügerischen Textnachrichten.
Achtung vor betrügerischen Textnachrichten. (Bild: Pixabay)

Wie Sie Smishing verhindern können

Der Fachbegriff für diese Betrugsmasche lautet „Smishing“. Eine Wortschöpfung, die sich aus den Begriffen SMS und „Phishing“ (auf deutsch: Angeln) zusammensetzt. Es geht den Angreifern vorrangig um das Ausspionieren von Daten. Doch wie kommen die eigentlich an Ihre Nummer? Es gilt generell, dass Sie sparsam mit der Herausgabe Ihrer Handynummer sein sollten. Haben die Betrüger Sie doch gefunden, klicken Sie auf keinen Fall den Link an. Ist es für diesen Rat bereits zu spät, installieren Sie bloß keine App! Auf Android-Geräten haben Sie die Möglichkeit, das Herunterladen von Apps über Drittanbieter zu verbieten.

Des weiteren:

  • sperren Sie die Nummer

  • löschen Sie die Nachricht

  • installieren Sie einen Spam-Filter

  • in den Einstellungen gibt es die Möglichkeit, nur SMS von Kontakten aus Ihrer Liste zu empfangen, wenn Sie das einstellen, müssen Sie allerdings die Kontaktdaten von Ihrer Bank oder anderen Unternehmen, von denen Sie SMS bekommen wollen, hinterlegen

  • antworten Sie niemals auf diese SMS (sonst wird die Rufnummer als aktiv erkannt und Sie bekommen NOCH mehr unerwünschte „Post“)
  • halten Sie Ihr Smartphone aktuell, installieren Sie Updates, Virenschutzprogramme und Co.

  • falls Sie die App bereits versehentlich installiert haben, starten Sie ihr Smartphone neu. Am besten im abgesicherten Modus. Suchen Sie nach kürzlich installierten Anwendungen und deinstallieren Sie sie sofort

  • machen Sie Screenshots, um Beweise zu sammeln und zeigen Sie den Vorgang bei der Polizei an

  • wenn Ihnen Kosten entstanden sind, kommt in manchen Fällen die Hausratversicherung dafür auf, fragen Sie vorsichtshalber nach

  • sollte Ihr Mobilfunkanbieter auf das Zahlen der Rechnung bestehen (obwohl Sie nachweisen können, dass es diesen untypischen Massenversand von SMS gab), informieren Sie die Bundesnetzagentur

  • wenn Sie gar keine Ruhe bekommen, hilft manchmal nur noch der Wechsel der Rufnummer

Im Zweifelsfall beim Paketdienst nachfragen

In jedem Fall gilt: Einen kühlen Kopf bewahren. Und wenn Sie wirklich ein Paket erwarten, das einfach nicht ankommen will, fragen Sie lieber beim Versandhändler und dem zuständigen Paketdienst nach. Im Zweifelsfall ist ein nicht pünktlich geliefertes Weihnachtsgeschenk immer noch besser, als sich per Handy abzocken zu lassen.