„Draußen umgeschaut“ Was wächst da vor der Haustür: „Die Wilde Möhre“

Was wächst da vor der Haustür: „Die Wilde Möhre“
Die Blütendolden mit ihrem Nektar und Pollen ist bei Insekten aller Art eine gern besuchte Nahrungsquelle. (Bild: Michaela Berghofer)
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Redaktion

Lindau (pr/le) – Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V. stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ für Interessierte alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart vor. Aktuell ist es die „Wilde Möhre“. Die krautige Pflanze riecht nach Karotte, daher auch der Name. Aus ihr wurde unsere heute Gartenmöhre gezüchtet.

Bis zu 1 Meter hoch

Die Wilde Möhre (Daucus carota subsp. carota) blüht von Juni bis in den September und wird bis 100 cm hoch. Sie gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae), von denen bei uns verschiedene Arten vorkommen, die auf den ersten Blick kaum voneinander zu unterscheiden sind.

Fliegen und Käfer zur Bestäubung anlocken

Ihre Blütendolde setzt sich aus vielen Einzelblüten zusammen. Oft lässt sich die Wilde Möhre gut durch eine purpurn bis schwarz gefärbte, zentral gelegene Blüte von anderen Doldenblütlern unterscheiden. Es wird angenommen, dass damit ein Insekt imitiert werden soll, um Fliegen und Käfer zur Bestäubung anzulocken. Die Blätter der Wilden Möhre sind mehrfach gefiedert und behaart.

Die Samen können bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben

Zur Fruchtreife ziehen sich die Dolden nestförmig zusammen. Später im Jahr, wenn die Pflanzen dann abgestorben sind, reagieren die Dolden auf Feuchtigkeit: bei Nässe ziehen sie sich zusammen, bei Trockenheit breiten sie sich aus. Die Samen der Wilden Möhre können bis zu 40 Jahre lang keimfähig bleiben.

Nahrung für verschiedene heimische Vogelarten im Winter

Sie wächst auf mageren Frischwiesen, an Weg- und Straßenrändern oder Dämmen. In Bayern und damit auch im Landkreis Lindau ist die Pflanzenart weit verbreitet und häufig.

Die Blütendolden mit ihrem Nektar und Pollen ist bei Insekten aller Art wie Wildbienen, Wanzen, Blattwespen, Fliegen und auch Käfern eine gern besuchte Nahrungsquelle. Für die Raupen des Schwalbenschwanzes ist sie die wichtigste Futterpflanze. Die Samen sind im Winter Nahrung für verschiedene heimische Vogelarten wie beispielsweise den Stieglitz.

(Quelle: Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu e. V.)