VfB-Volleyballer lösen ihr Halbfinal-Ticket

VfB-Volleyballer lösen ihr Halbfinal-Ticket
Ist auch im Block eine Klasse für sich gewesen: der VfB Friedrichshafen (blaue Trikots). (Bild: Michael Behns)
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Redaktion

Lüneburg – Der VfB Friedrichshafen ist ins Halbfinale im DVV-Pokal eingezogen. Das Team von Cheftrainer Michael Warm gewann am Mittwochabend bei der SVG Lüneburg mit 3:0 (28:26, 26:24, 25:18) und hat damit den ersten Schritt in Richtung Pokalfinale in Mannheim gemacht. Gegen das blockstärkste Team der Bundesliga gelangen den Häflern gleich 16 Blockpunkte – laut Vereinsmitteilung – fünf mehr als dem Gegner aus dem hohen Norden.

Zwei Mal landete Linus Weber gleich zu Beginn im bisher besten Block der Bundesliga. Als sich auch noch Zuspieler Dejan Vincic verlegte und Nicolas Marechal ebenfalls das Feld verpasste, war die SVG Lüneburg gleich ein Stückchen enteilt (0:3, 1:5). Langsam mussten sich die Häfler heran kämpfen, ehe Weber mit einem Ass (6:7) punktete und Juhkami durch eine sehenswerte Abwehraktion Webers nächsten erfolgreichen Angriff vorbereitete (8:8).

Lüneburgs Richard Peemüller zeigte in dieser Phase Nerven und setzte erst einen Ball ins Aus, dann blieb er an Marcus Böhmes Block hängen (13:10). Es lief für Friedrichshafen – zumindest bis zur ersten technischen Auszeit (16:12). Dann besannen sich die Lüneburger auf ihre eigene Stärken. Für den starken Block waren sie selbst verantwortlich (16:14), dass einige Häfler Bälle in der Abwehr und der Annahme nun auch noch an der Decke landeten, war dem – so der VfB – niedrigen Schuhkarton Gellersenhalle zu verdanken (19:21, 22:22).

Es wurde jetzt ein Nervenspiel, bei dem der VfB immer mit Martti Juhkami und Linus Weber vorlegte (24:23) und die SVG nachzog (26:26). Vier Satzbälle brauchte das Team um Libero Markus Steuerwald, dann entschied ein cleverer Franzose den Durchgang – Nicolas Marechal touchierte den Block und setzte den Schlusspunkt in Durchgang eins (28:26). Der zweite Satz startete wie der erste geendet hatte, mit viel Spannung und engen Ballwechseln.

Auffällig war zu diesem Zeitpunkt, dass die Häfler die Blockstatistik anführten und Fiel mit Vincic alles dafür tat, dass dies auch so blieb (9:8, 14:12). Wann immer Friedrichshafen die Annahme kontrollierte, war die schnelle Mitte erfolgreich. Wenn Lüneburg Druck mit dem Aufschlag machte, wurde es schwierig. Der unvermeidbare Ball an die Decke von Marechal brachte die erste SVG-Führung (20:19). Und als noch eine Abwehr des Franzosen unter dem Giebel landete, war der Satz fast schon weg (21:23).

Doch nicht für einen VfB, der nach dem Berlin-Spiel mit großem Selbstvertrauen ausgestattet war. Vincic blockte sein Team heran (23:23) und verteidigte weiter mit großem Kämpferherz. Linus Weber nutzte seine Chance und donnerte das Spielgerät zum nächsten Satzgewinn die Linie hinunter (26:24).

Man stelle sich nur vor, was mit Zuschauern in dieser kleinen Halle los gewesen wäre. Doch auch ohne Unterstützung von den Rängen, gaben die Nordlichter nicht auf. Fiel nahm den Block (6:7) und revanchierte sich im Gegenzug (7:7). Lüneburg wollte mehr Druck mit dem Aufschlag machen. Hannes Gerken gelang das (9:12), seinen Kollegen aber eher selten, sodass Dejan Vincic seine Hauptangreifer Juhkami und Weber immer wieder in Szene setzen konnte (11:13, 16:15). Der slowenische Zuspieler musste dann sogar noch als Behelfsangreifer herhalten – erfolgreich (18:16).

Als er dann auch noch so aufschlug, dass Böhme im Block zupacken konnte und Marechal den direkten Punkt geschenkt bekam (19:16, 21:16), hingen die Köpfe der Gastgeber zum ersten Mal. Marechals Ass (23:17) war noch schön anzusehen und schließlich machten die Häfler den Deckel drauf. Damit steht der VfB Friedrichshafen im Halbfinale des DVV Pokals. Gegner am 10. Dezember werden die United Volleys Frankfurt in der Zeppelin-CAT-Halle A1 sein.

„Lüneburg war der erwartet schwere Gegner für uns“, bilanzierte ein erleichterter Cheftrainer Michael Warm nach dem Spiel. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, die in den Sätzen eine große Moral gezeigt hat. Wir sind sehr froh, dass wir den ersten Schritt in Richtung Mannheim gemacht haben.“