VfB-Kapitän Vincic vor dem Top-Spiel gegen Berlin: „Wenn es um den Pokal geht, ist alles möglich!“

VfB-Kapitän Vincic vor dem Top-Spiel gegen Berlin: „Wenn es um den Pokal geht, ist alles möglich!“
Dejan Vincic glaubt an den Sieg gegen Berlin. (Bild: Günter Kram)
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Redaktion

Friedrichshafen (wb/dab) – Am kommenden Mittwoch, 2. Februar schlägt der VfB Friedrichshafen um 19 Uhr im Halbfinale des DVV Pokals erneut gegen die Berlin Recycling Volleys auf. Drei Niederlagen gab es bislang für die Häfler gegen Berlin in dieser Saison. Dejan Vincic will daran nun etwas ändern.

Im Interview spricht der Kapitän über seine vielen Verletzungen, die Besonderheit des Pokals und über das Duell mit seinen Konkurrenten Sergej Grankin und Tomas Kocian.

Herr Vincic, Sie waren in dieser Saison verletzungsbedingt schon häufiger nicht einsatzfähig. Wie fühlt es sich an, zurück auf dem Feld zu sein und ist es Ihnen wieder möglich, bei jedem Spiel alles zu geben? 

Es fühlt sich großartig an, wieder mit den Jungs auf dem Feld zu stehen. Ich fühle mich wieder zu einhundert Prozent fit und das ist wichtig. Denn nur wenn ich mich auch so fühle, kann ich im Spiel alles geben, dem Team helfen und als Kapitän auftreten. Ich hatte im letzten Jahr so viele merkwürdige und unnötige Verletzungen. Man denke nur mal an den gebrochenen Augenhöhlenboden in Lüneburg oder auch daran, dass die Saison für mich mit einer kaputten Wade nach der EM begann. Aber so ist das eben, da muss man durch. 

„Das lässt sich überhaupt nicht vergleichen“

Würden Sie sagen, dass es einen Unterschied gibt zwischen diesem Pokalhalbfinale und einem „normalen“ Ligaspiel gegen die Berliner? 

Auf jeden Fall, das lässt sich meiner Meinung nach überhaupt nicht miteinander vergleichen. In der Liga ist es okay, auch mal zu verlieren. Natürlich macht es keinen Spaß, aber alles was du zu verlieren hast, sind letztlich ein paar Pünktchen. Man bekommt außerdem die Chance, das an anderer Stelle wieder reinzuholen. Bei einem Halbfinale ist das nicht der Fall. Du hast nur eine Chance.

Sergej Grankin, Tomas Kocian und Sie selbst sind laut Statistik die besten Zuspieler der Liga. Sie treffen Grankin am Mittwoch und Kocian am Sonntag darauf in Düren.  Ist es insofern besonders für Sie, gegen beide in derselben Woche zu spielen? 

Ja, das würde ich so schon unterschreiben. Grankin und Kocian sind hervorragende Zuspieler und spielen bisher eine fantastische Saison. Natürlich ist das für das ganze Team immer eine Herausforderung. Insbesondere für die Mittelblocker. Ich für meinen Teil muss allerdings zugeben, dass ich mich wahnsinnig darauf freue. Es fordert mich heraus und das ist gut so. Schließlich macht ein spannendes Spiel, bei dem man sich den Sieg wirklich hart erarbeiten muss, am Ende des Tages allen mehr Spaß. 

„Was spricht dagegen, den Spieß umzudrehen?“

Ehemalige Häfler wie Nehemiah Mote schlagen nun für die BRVolleys auf, andere wie beispielsweise Marcus Böhme trugen Jahre lang das Trikot des damals noch SSC Berlin. Ihr Trainer Mark Lebedew hat beide Teams schon zu diversen Siegen geführt, die Berliner sogar zu einigen Titeln, inklusive Meisterschaftsschalen. Führen all diese Umstände dazu, dass die Stimmung vor einem Spiel gegen Berlin irgendwie “besonders“ ist? 

Natürlich ist es immer besonders, gegen Berlin zu spielen. Alle wissen, dass das in den vergangenen Jahren die beiden Teams waren, die sich in den Play-Offs im Finale gegenüberstanden. In letzter Zeit häufig mit besserem Ende für die BR Volleys, doch was spricht dagegen, den Spieß in diesem Jahr umzudrehen?

Es ist das vierte Spiel gegen die BR Volleys in dieser Saison. Bisher war nicht mehr als ein Satzgewinn drin. Was macht Ihnen da überhaupt noch Hoffnung für das nächste Aufeinandertreffen?

Wir wissen, dass die Berliner dieses Jahr eine unfassbar starke Saison spielen. Bei uns war das nicht unbedingt der Fall. Wir waren in den vergangenen Wochen und Monaten von Corona, aber vor allem von Verletzungen geplagt. Doch wie gesagt: was am Mittwoch gespielt wird, hat mit der Liga nichts zu tun. Hinzu kommt, dass wir alle wieder fit sind. Was wir in den vergangenen Jahren gelernt haben: wenn es um den Pokal geht, ist wirklich alles möglich!