Zeit und Kosten sparen mit KI Verlängerung für Forschungsprojekt „KIM Labs“ an der Hochschule Furtwangen

Verlängerung für Forschungsprojekt „KIM Labs“ an der Hochschule Furtwangen
Mit KI kann Abfall schneller, genauer, sicherer erkannt und sortiert werden. Das gilt nicht nur für harmlose Plastikdeckel, sondern ist vor allem bei Gefahrstoffen ein großer Vorteil für die Industrie. (Bild: Hochschule Furtwangen)
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Redaktion

Wie können kleine und mittelständische Unternehmen Künstliche Intelligenz gewinnbringend einsetzen? Dieser Frage geht man an der Hochschule Furtwangen im Verbundprojekt „Künstliche Intelligenz Mountains Labs“ (KIM-Labs) nach. Prof. Dr. Christoph Reich leitet die Projektarbeiten am Institut für Data Science, Cloud Computing und IT-Sicherheit.

„Wir möchten Unternehmen die Möglichkeiten aufzeigen, weshalb der Einsatz von KI konkrete Nutzenpotenziale hat“, so Reich. Die Hochschule Furtwangen führt das Projekt zusammen mit der Medical Mountains GmbH und der Hahn-Schickard-Gesellschaft durch und wurde dafür bereits 2020 für eineinhalb Jahre vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium gefördert. Nun darf das Projekt in die Verlängerung gehen: Für weitere zwei Jahre werden 200.000 Euro für das zukunftsweisende Thema bereitgestellt.

KI und Nachhaltigkeit

„Bislang war KIM-Labs vor allem im Bereich Medizintechnik angesiedelt“, berichtet Prof. Dr. Christoph Reich. „Nun möchten wir auch andere Branchen hinzunehmen. Vor allem werden wir uns noch mehr mit dem Thema KI und Nachhaltigkeit beschäftigen.“

Zum Beispiel beim Thema Industrieabfälle habe Künstliche Intelligenz enormes Potenzial. „Mittels KI kann man Abfallstoffe erkennen und – zum Beispiel von Robotern – sortieren lassen“, so Reich. „Das ist nicht nur zuverlässiger und effektiver als eine manuelle Lösung, sondern im Bereich der Gefahrstoffe auch viel sicherer.“ Die Technik für solche Lösungen sei heute längst verfügbar, sagt Reich: „Und wir optimieren und ermöglichen neue Lösungen mit Hilfe der KI.“

Niederschwellige Angebote

„KIM-Labs“ beinhaltet ein vielseitiges Angebot an Seminaren, Infoveranstaltungen, Schulungen und Beratungen rund um das Thema Künstliche Intelligenz. Angesprochen sind hauptsächlich kleine und mittelständische Unternehmen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und des Landkreises Tuttlingen – aber auch darüber hinaus.

Je nach Bedarf und Intensität sind die Veranstaltungen auf einen oder mehrere Tage angesetzt; mit der Option „Test before Invest“ können Firmen auch bis zu einem halben Jahr betreut werden samt Entwicklung eines individuellen Optimierungsvorschlags. „Vor allem im Bereich der Qualitätskontrollen, überhaupt im ganzen Prüfbereich gibt es ein riesiges Potenzial für KI“, sagt Reich und berichtet von einer Firma, die ihre Produkte aus Metallblechen herstellt.

Diese werden als dünne Metallbänder auf große Rollen gewickelt angeliefert. „Durch frühe optische Prüfung des Rohmaterials mittels KI können Fertigungsteile mit Oberflächendefekten sofort aussortieren werden und damit Materialkosten gesenkt und Fehlerquoten minimiert werden, aber vor allem macht die riesige Zeitersparnis des Fertigungsprozesses das Ganze so attraktiv.“

Auch im Bereich Logistik kann KI eingesetzt werden, zum Beispiel Plätze in einem Lager erfassen und dessen Befüllung so organisieren, dass dabei die geringstmögliche Wegstrecke zurückgelegt werden muss.

Die Hochschule Furtwangen bringt für die Beratungen die vielfältige Expertise von Fachleuten ein, von der Energiegewinnung aus Wasserstoff bis zur Analyse von Medizindaten werden interdisziplinäre Lösungen gefunden. Darüber hinaus können Unternehmen aber auch ihr eigenes Domänenwissen in die Projektarbeiten einbringen – umso direkter nutzbar werden die Ergebnisse.

Informationen zu den KIM Labs gibt es auf der Webseite https://medicalmountains.de und auf https://www.hs-furtwangen.de/forschung/forschungsprojekte/kim-lab/. Interessierte Unternehmen können sich direkt an Prof. Reich an der Hochschule Furtwangen wenden: christoph.reich@hs-furtwangen.de.

(Pressemitteilung: Hochschule Furtwangen)