Ulmer Basketballer biegen nach furioser Aufholjagd auf die Siegerstraße ein

Ulmer Basketballer biegen nach furioser Aufholjagd auf die Siegerstraße ein
Ein Basketball landet in einem Korb. / Symbolbild (Bild: picture alliance/dpa | Andreas Gora)
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Redaktion

Neu-Ulm – Vor 2000 Zuschauern haben die Basketballer von ratiopharm Ulm im 7Days-EuroCup gegen Umana Reyer Venice mit 90:83 gewonnen und drehten nach dramatischer Overtime ein Spiel, in dem sie zur Halbzeit mit 21 Punkten zurücklagen (28:49).

Gegen Venedig standen für Ulm – laut Vereinsmitteilung – von Beginn an Semaj Christon, Thomas Klepeisz, Karim Jallow, Jaron Blossomgame und Cristiano Felicio auf dem Feld. Die ersten vier Punkte landeten auf dem Konto von ratiopharm Ulm (2. Spielminute).

Die Rollen in der Zone waren zunächst klar verteilt – das Team in Orange erarbeitete sich sowohl defensiv als auch offensiv die Rebounds (8:3, 3.). Effizienter von „Downtown“ hätten sich allerdings die Gäste gezeigt. Auffällig war auch die Verteidigung der Venezianer, die unter dem Korb von Minute zu Minute dichter wurde.

Die Mannschaft von Headcoach Walter De Raffaele schloss auf, auch weil sich die Ulmer bei den Dreierwürfen nicht erfolgreich zeigten und sich zu viele Turnover erlaubten (12:12, 8.).  Zwar mit wenigen Zählern, doch mit viel Intensität ging es in die erste Viertelpause (13:19).

Venedig nahm sich deutlich etwas vor und machte nach der kurzen Unterbrechung genauso weiter: Hochprozentige Würfe am Ulmer Korb führten zu einem zwischenzeitlichen Zwölf-Punkte-Vorsprung (30:18, 14.). Die heimischen Körbe wollten nicht fallen, während die Italiener unbekümmert von jenseits der Dreipunktlinie punkteten.

Der Unterschied betrug nun – so ratiopharm weiter – 20 Punkte (22:42, 16.). Ulm schickte kurz darauf mit Michael Rataj einen EuroCup-Debütanten auf das Feld. 28:49 stand auf der Anzeigetafel, als es zur Halbzeit in die Kabine ging.

In der zweiten Spielhälfte präsentierte sich Karim Jallow als Antreiber einer fulminanten Aufholjagd: Der Small Forward hämmerte den Ball mit einem wuchtigen Dunk in den Korb. Ganz anders als in den ersten beiden Vierteln zeigten sich jetzt alle Ulmer auf dem Feld, die Mannschaft von Jaka Lakovic verkürzte auf 42:54 (24.).

Das Team in Orange wurde am gegnerischen Brett immer erfolgreicher und stellte auf 51:60 (28.). Kein Wunder, wirkte sich die sportliche Leistung auch auf die Atmosphäre auf den Rängen aus. Nicolas Bretzel stopfte beim zweiten Anlauf den Ball. Mit sieben Punkten Rückstand startete das Schlussviertel (57:64).

Das Spiel habe sich weiterhin nur noch in eine Richtung gedreht: Venedig vergab etliche Chancen, die Ulmer kämpften sich auf einen Punkt heran (63:64, 33.). Zugunsten von ratiopharm scheiterten die Italiener aus der Distanz, es blieb weiterhin eng. Dann folgte der punktgenaue Dreier von Semaj Christon – der Point Guard brachte die Ratiopharm-Arena zum Kochen und Ulm in Führung (74:70, 38.).

Mit ohrenbetäubender Unterstützung der Zuschauer setzte Christon seinen Teamkollegen Felicio in Szene: Der Brasilianer erhöhte per Alley-Oop Dunk zum 76:70. Kaum hätte es dramatischer kommen können, egalisierte Venedig den Vorsprung 22 Sekunden vor Schluss wieder – es rief die Overtime.

In vergleichsweise emotionalen und lauten fünf Minuten lag das Momentum auf Seiten der Ulmer: Jaron Blossomgame traf gleich zwei Dreier am Stück. Der leidenschaftliche Fight wurde am Ende belohnt, da Ulm mit 90:83 gewann.

„Was für ein verrücktes Spiel. Ich glaube mein Team hat 20 Minuten zu spät angefangen zu funktionieren. Die erste Hälfte wurde von einem Venedig mit viel Qualität und Talent dominiert“, kommentierte Ulms Headcoach Jaka Lakovic. „Es war eine absolute Dominanz der Gäste. Nachdem wir dann aber aus der Kabine kamen, haben wir unser Spiel geändert.“