Ulm verpasst den Finaleinzug und unterliegt zudem am „Grünen Tisch“

Ulm verpasst den Finaleinzug und unterliegt zudem am „Grünen Tisch“
BBL-Pokal, ratiopharm Ulm - FC Bayern München: Paul Zipser von Bayern München bei einer Korbaktion. (Bild: picture alliance/dpa | Tobias Hase)
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Redaktion

München – Mit Worten ist nur schwer zu beschreiben, was sich – laut Vereinsmitteilung von ratiopharm Ulm – im Halbfinale des Pokal-Final Four im Münchner Audi Dome abspielte. Nach zweifacher Verlängerung verloren die Gäste von der Donau beim „Top Four“ gegen den FC Bayern München mit 102:104 (Halbzeit: 36:49) und konnten auch von einem eingelegten Protest gegen die Spielwertung nicht mehr profitieren.

Festhalten lasse sich aber eines: ratiopharm Ulm habe dem Favoriten mit viel Herzblut, Moral und einer starken Leistung in der zweiten Halbzeit alles abverlangt. Und das, obwohl den Ulmern mit Per Günther, Chrissi Philipps und Tommy Klepeisz, der sich im Spiel gegen Bonn eine Schulterverletzung zuzog, wichtige Leistungsträger nicht zur Verfügung standen.

„Ich möchte meinem Team ein großes Lob aussprechen, weil es Charakter bewiesen hat. Wir haben gegen ein extrem starkes EuroLeague-Team gespielt, das im Gegensatz zum Spiel am vergangenen Freitag in Bestbesetzung angetreten ist. Wir waren ein ehrlicher Herausforderer und hatten mehrfach die Chance, das Spiel zu gewinnen“, analysierte Ulms Headcoach Lakovic.

In den entscheidenden Minuten am Ende der regulären Spielzeit und der ersten Overtime gelang es seinem Team – laut Mitteilung – jedoch nicht, eine Führung über die Zeit zu bringen. „Dass wir nicht als Sieger vom Feld gegangen sind, liegt vor allem auch daran, dass wir in einigen wichtigen Momenten unsere Emotionen nicht kontrollieren konnten“, erklärt Lakovic.

Was dann in den letzten Sekunden des Krimis passierte, sei an Kuriosität kaum zu überbieten gewesen: Denn obwohl Wade Baldwin in zwei aufeinanderfolgenden Situationen erst sein viertes und dann sein fünftes Foul beging, verpassten es die Schiedsrichter beziehungsweise das Kampfgericht, den Guard vom Feld zu verweisen, sodass dieser noch 1,5 Sekunden lang auf dem Parkett stand.

Erst nach den anschließenden Freiwürfen von Obst fiel den Offiziellen dieser Fehler auf. Nachdem Münchens Radosevic fünf Sekunden vor dem Ende zwei Freiwürfe verfehlt hatte, bekamen die Ulmer dann trotzdem noch eine letzte Chance auf den Final-Einzug: John Petrucelli verfehlte den letzten Dreier-Versuch jedoch, woraufhin die Zeit endgültig abgelaufen war.

Der Ulmer Protest gegen die Wertung des Spiels wurde von der Liga-Jury im Anschluss an das zweite Halbfinale abgewiesen. „Die Entscheidung war zu erwarten. Allerdings sind wir keine Breitensportveranstaltung. Das ist eine Pokal-Endrunde und da erwartet man von allen Spielbeteiligten eine andere Leistung. Die Entscheidung ändert nichts daran, dass wir uns benachteiligt fühlen. Jetzt heißt es, sich auf die Playoffs zu konzentrieren“, kommentierte ratiopharm-Geschäftsführer Dr. Thomas Stoll.  

Die offizielle Begründung der Liga-Jury: 

„Ein Spieler, der fünf Fouls begangen hat, muss darüber von einem Schiedsrichter informiert werden und sofort aus dem Spiel ausscheiden (Art. 40 Abs. 1 der FIBA-Regeln). Dies ist erst nach der nächsten Spielunterbrechung geschehen. Bis dahin hat der Spieler Baldwin IV, wenn auch nur für sehr kurze Zeit (Sekunden) regelwidrig am Spiel teilgenommen.

Die FIBA-Regeln sehen für einen solchen Fall keine Strafe vor – nicht gegen den Spieler, nicht gegen die Bank und auch nicht gegen das Kampfgericht. Für seine regelwidrige Teilnahme war keine Strafe zu verhängen. Der Spieler Baldwin IV musste nach Entdeckung seiner regelwidrigen Teilnahme das Spielfeld verlassen, ohne dabei die gegnerische Mannschaft zu benachteiligen (Regelinterpretation Art. 36 Abs. 15 der FIBA). Dies ist geschehen.“