Sicher durch die kalte Jahreszeit Wintercheck für Batterie, Reifen und Co.: So wird Ihr Auto fit für den Winter

Bevor der erste Schnee kommt, sollte das Auto auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden.
Bevor der erste Schnee kommt, sollte das Auto auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. (Bild: Animaflora // iStock / Getty Images Plus)

Bei Regen, Schnee und Kälte ist die Technik des Autos besonders gefordert. Was man jetzt tun sollte, um sein Auto fit für den Winter zu machen, steht hier.

Wer sein Fahrzeug nicht richtig auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, riskiert nicht nur seine eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Es drohen auch Bußgelder in unterschiedlicher Höhe: Wer bei Glatteis oder Schnee ohne Winterreifen unterwegs ist, muss mit 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, sind 100 Euro fällig und bei einem Unfall sogar 120 Euro.

Ein Check in der Kfz-Werkstatt lohnt sich

Bei Minusgraden ist ein schlecht vorbereitetes Auto frostgefährdet: Das Wasser im Wischwasserbehälter, das Kondenswasser im Motoröl oder der Wasseranteil im Kühlkreislauf können einfrieren und schlimmstenfalls zu teuren Schäden führen. Bei einem Servicebesuch in der Werkstatt im Herbst werden daher die wichtigsten Bauteile und Flüssigkeiten auf Funktionalität und Wintertauglichkeit geprüft.

Winterreifen sind besonders wichtig

Rechtlich vorgeschrieben sind Winterreifen nur bei winterlichen Straßenverhältnissen, also bei Matsch, Eis und Schnee. Dennoch ist die im Volksmund bekannte Faustregel „von O bis O“ – also von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren, empfehlenswert.

Bei älteren Reifen sollte unbedingt die Profiltiefe überprüft werden: Mindestens 1,6 Millimeter sind gesetzlich vorgegeben, laut ADAC ist diese Profiltiefe im Winter allerdings nicht mehr sicher.

Die Winterreifen sollten rechtzeitig aufs Auto kommen und noch ein gutes Profil haben.
Die Winterreifen sollten rechtzeitig aufs Auto kommen und noch ein gutes Profil haben. (Bild: picture alliance / Eibner-Pressefoto | Fleig / Eibner-Pressefoto)

Der Automobil-Club empfiehlt mindestens vier Millimeter Tiefe, damit die Reifen auch bei schlechten Witterungsverhältnissen optimalen Halt bieten. Der goldene Rand einer 1-Euro-Münze sollte im Profil nicht mehr sichtbar sein. Winterreifen, die älter als 10 Jahre sind, sollten laut ADAC ebenfalls nicht mehr verwendet werden.

Tipp: Durch einen frühzeitigen Termin lassen sich Wartezeiten bei Werkstätten und Reifendiensten vermeiden.

Kühler- und Schreibenfrostschutz checken

Frostschutzmittel verhindert, dass sich Eis im Kühlwasser bildet. Ohne droht im Extremfall ein Motorschaden. Beim Frostschutz in der Kühleranlage sollte ein Schutz bis mindestens minus 25 Grad Celsius sichergestellt sein, dann ist der Motor gut geschützt.

Mit einem kleinen Prüfgerät, einem Frostschutzprüfer, lässt sich das an der Tankstelle oder in der Werkstatt kontrollieren. Ist der Kühlwasserstand unter die Minimum-Markierung abgesunken, sollte der Ursache in der Werkstatt auf den Grund gegangen und entsprechend Kühlflüssigkeit nachgefüllt werden.

Frostschutzmittel verhindert, dass Kühlwasser und Scheibenwischwasser einfrieren.
Frostschutzmittel verhindert, dass Kühlwasser und Scheibenwischwasser einfrieren. (Bild: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose)

Dem Scheibenwischwasser sollte ebenfalls ein geeigneter Frostschutz bzw. Winterreiniger hinzugefügt werden. So können Wasser, Pumpe und Spritzdüsen nicht einfrieren.

Tipp: In diesem Zug sollten auch die Scheibenwischer kontrolliert und mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Hinterlassen die Wischerblätter Schlieren auf der Scheibe, ist es Zeit, diese gegen neue zu tauschen.

Pannen verhindern, Batterie testen

Die Autobatterie wird anfälliger, wenn es kälter wird. Laut ADAC führt eine leere oder kaputte Batterie die Pannenstatistik im Winter unangefochten an. Deshalb sollte sie vor dem Winter unbedingt auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft und rechtzeitig ersetzt werden.

Tipp: Günstige Batterietester für den Hausgebrauch liefern nicht immer zuverlässige Werte. Professionelle Prüfgeräte sind deutlich genauer, deshalb lohnt es sich, die Batterie in einer Werkstatt testen zu lassen.

Die Autobatterie sollte noch genügend „Saft“ haben.
Die Autobatterie sollte noch genügend „Saft“ haben. (Bild: picture alliance / dpa Themendienst | Bodo Marks)

Für mehr Sicherheit alle Lichter prüfen

Lichter sind in der dunklen Jahreszeit so wichtig wie nie und sollten alle funktionieren. Deshalb sollten alle Leuchtmittel am Auto überprüft und notfalls in einer Werkstatt korrekt eingestellt werden.

Am besten prüft man das Licht mit einem Helfer, der außerhalb des Autos steht. Dann alle Leuchten nach und nach einschalten. Dabei auch an das Bremslicht, die Nebelschlussleuchte und die Nebelscheinwerfer denken.

Bei schlechtem Wetter ist eine funktionierende Beleuchtung des Autos das A und O.
Bei schlechtem Wetter ist eine funktionierende Beleuchtung des Autos das A und O. (Bild: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow)

Gepflegte Türdichtungen und Schlösser gegen Frost

Türdichtungen können bei Frost im Winter schnell anfrieren. Damit man nicht vor festgefrorenen Türen steht, sollte man die Türgummis mit einer speziellen Gummipflege oder mit Silikonölen behandeln. Von dem Gebrauch von Hirschtalg oder Vaseline als Kälteschutz rät der ADAC ab.

Die Türschlösser des Autos lassen sich mit Universalspray oder einem anderen nicht harzendem Öl vor dem Zufrieren schützen. Zur Sicherheit sollte man dennoch immer einen Türschlossenteiser in der Jacken- oder Handtasche dabei haben.

Lack schützen und wachsen

Nässe, Kälte und Streusalz können den Autolack massiv angreifen. Deshalb sollte man ihn vor dem ersten Schnee speziell schützen: Nach der Wäsche in der Waschanlage empfiehlt es sich, den Lack mit Politur und Wachs zu pflegen und zu versiegeln.

Regelmäßige Autowäsche und die Versiegelung mit Wachs schützt den Lack vor Streusalz.
Regelmäßige Autowäsche und die Versiegelung mit Wachs schützt den Lack vor Streusalz. (Bild: picture alliance / Zoonar | Jakub Mrocek)

Sicher unterwegs bei Eis und Schnee

Selbstverständlich sollte man bei aller Vorbereitung niemals vergessen, seine Fahrweise stets den Gegebenheiten anzupassen. Der ADAC gibt folgende Tipps, um auch im Winter sicher unterwegs zu sein:

  • Vor dem Losfahren das Auto vollständig von Schnee und Eis befreien.
  • Den Motor nicht im Stand warmlaufen lassen. Das ist nicht erlaubt und kann zu Bußgeldern führen.
  • Bei Glätte behutsam mit dem Gaspedal umgehen, ruckartige Lenkbewegungen möglichst vermeiden.
  • Kommt das Fahrzeug ins Schleudern, auskuppeln und behutsam gegenlenken. Reagiert der Wagen nicht mehr aufs Lenken, hilft nur noch eine Vollbremsung.
  • Warme Decke, Eiskratzer, Besen sowie Abdeckfolie für die Windschutzscheibe nicht vergessen.

Das Wochenblatt wünscht allzeit gute Fahrt!

(Quelle: Bußgeldkatalog, ADAC, NDR)