Kleinkind stirbt qualvoll Vater vergisst 16-monatigen Sohn in überhitztem Auto und geht zur Arbeit

Vater vergisst 16-monatigen Sohn in überhitztem Auto und geht zur Arbeit
Unfassbar: Vater vergisst 16 Monate altes Baby im Auto. Kurz darauf stirbt es //Symbolbild. (Bild: Nickolya/ iStock / Getty Images Plus)

Deutsche Presse-Agentur

Auf einem Firmenparkplatz im Elsass hat sich am Dienstag ein Drama ereignet. Anstatt seinen kleinen Sohn zur Krippe zu fahren, ist ein Vater einfach zur Arbeit gegangen. Das Kind ist im Auto gestorben.

Immer wieder kommt es vor, dass Eltern im Sommer ihre Kinder arglos im Auto lassen. Schon 15 Minuten bei praller Sonne im geschlossenen Pkw können für Babys und Kleinkinder lebensgefährlich sein. Bereits ab dem Frühjahr gilt es, vorsichtig zu sein. Da im Auto kein Wind weht oder die Luft zirkuliert, erhitzt der Körper eines Kindes um das Dreifache schneller.

Hitzefalle Auto: Kleinkind erstickt qualvoll

Ein 16 Monate altes Kleinkind ist in Frankreich in einem Auto auf einem Firmenparkplatz gestorben, weil sein Vater vergessen hatte, es in der Kinderkrippe abzugeben. Statt zur Krippe sei der Mann direkt zu seiner Arbeit im elsässischen Sausheim (nahe der deutschen Grenze) gefahren und habe den Jungen im Wagen vergessen, so die Staatsanwaltschaft in Mulhouse.

Erst gegen Abend wurde er von seiner Frau alarmiert. Sie wollte laut einem Bericht der dpa den Sohn in der Krippe abholen. Dieser war aber nicht da. Das Kind habe den ganzen Tag unbemerkt in dem aufgeheizten Auto in der Sonne verbracht. Eine Autopsie soll die Todesursache klären.

Kein Schatten in Sicht

In der örtlichen Zeitung „Les Dernières Nouvelles d’Alsace“ war zu lesen: Bei Außentemperaturen von bis zu 22 Grad am Dienstag habe es im Innern des abseits jeglichen Schattens geparkten Wagens bis zu 47 Grad heiß werden können.

Die alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des kleinen Jungen feststellen. Psychologen kümmerten sich um die Eltern. Der Vater kam mit einem Schock ins Krankenhaus.

Forscher sprächen vom Vergessenes-Baby-Syndrom, berichtete die Zeitung. Demnach passiere es 25 Prozent aller Eltern eines Babys oder Kleinkindes irgendwann einmal während einer Autofahrt, dass sie die Anwesenheit des Kindes vollkommen vergäßen – allerdings selten mit gravierenden Folgen.

Menschen können wie Autopiloten reagieren

Laut dem amerikanischen Psychologieprofessor David M. Diamond, der sich mit dem Syndrom intensiv beschäftigte, könnten Stress, Schlafmangel oder veränderte Routinen Auslöser für das Vergessen des Kindes sein. Im Gehirn entstehe eine falsche Erinnerung, weil Routinehandlungen wie etwa die Fahrt zur Arbeit quasi per Autopilot absolviert würden.