Naturgewalt trifft Touristen Teneriffa-Drama: Drei Deutsche unter Verletzten nach tödlichen Riesenwellen

Teneriffa-Drama: Drei Deutsche unter Verletzten nach tödlichen Riesenwellen
Viele Touristen waren betroffen. (Bild: 112 Canarias/dpa)

Deutsche Presse-Agentur
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Auf Teneriffa haben mehrere Riesenwellen zahlreiche Touristen ins Meer gespült. Drei Menschen starben, viele wurden verletzt – darunter auch drei Deutsche.

Riesenwellen haben auf Teneriffa zahlreiche Menschen ins Meer gespült – darunter auch viele Touristen vor allem aus Frankreich und Deutschland. Bei verschiedenen Zwischenfällen an den Küsten seien drei Menschen ums Leben gekommen, teilten die Behörden der spanischen Urlaubsinsel mit. Außerdem wurden demnach insgesamt 15 Menschen verletzt.

«Tragischer Tag an Teneriffas Küsten», titelte die Zeitung «Diario de Avisos». Unter den Todesopfern ist eine Frau, die nach übereinstimmenden Medienberichten Niederländerin und 79 Jahre alt war. Die Nationalität wurde von den Behörden auf Anfrage bestätigt, das Alter vorerst nicht.

Die Frau war am Samstagnachmittag in dem Ort Puerto de la Cruz an der Nordküste der Kanaren-Insel zusammen mit neun weiteren Menschen durch die Wucht der auf Land treffenden Wassermassen ins Meer gerissen worden. Polizisten und Passanten konnten alle Betroffenen wieder an Land bringen.

Die Niederländerin habe jedoch einen Herzstillstand erlitten und sei trotz Wiederbelebungsversuchen von Sanitätern vor Ort gestorben. Die anderen neun Menschen, darunter drei französische Touristen, seien mit zum Teil schweren Verletzungen in verschiedene Krankenhäuser gebracht worden.

Auch drei Deutsche unter den Verletzten

Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin sind auch drei Deutsche bei den schweren Unglücken verletzt worden. Sie hätten leichte bis mittelschwere Verletzungen davongetragen, hieß es. Das Deutsche Konsulat in Las Palmas stehe mit den Betroffenen in Kontakt.
Wo genau die Menschen zu Schaden kamen, welcher Art die Verletzungen waren und ob sie in ein Krankenhaus gebracht wurden, teilte das Ministerium nicht mit. Die spanischen Behörden erklärten, ihnen lägen keine Informationen über deutsche Verletzte vor.

Beim Angeln in den Tod gestürzt

Das zweite Todesopfer wurde in Charco del Viento rund 15 Kilometer westlich von Puerto de la Cruz gemeldet. Ein 43-jähriger Spanier stürzte dort beim Angeln ins Meer. Er sei schnell per Hubschrauber geborgen worden, die Sanitäter hätten aber nur seinen Tod feststellen können, berichtete die Zeitung «El Día». Hier gehen die Behörden ebenfalls davon aus, dass der Mann Opfer einer Riesenwelle wurde, auch wenn es in diesem Fall keine Augenzeugen gab.

Mit dem Schrecken und moderaten Verletzungen kamen unterdessen sechs Touristen aus Frankreich davon, die in dem Ort Playa del Roque de Las Bodegas im Bezirk Anaga ganz im Nordosten der Insel ebenfalls von einer Riesenwelle ins Meer gespült worden waren.

Die Warnungen der Behörden kamen rechtzeitig, sie wurden aber von vielen überhört.
Die Warnungen der Behörden kamen rechtzeitig, sie wurden aber von vielen überhört. (Bild: 112 Canarias/dpa)

Vor der Südküste der Insel war bereits am Samstagvormittag am Strand El Médano ein Mann tot aus dem Meer geborgen worden. Strandbesucher und Rettungskräfte versuchten, ihn wiederzubeleben, doch alle Maßnahmen blieben ohne Erfolg. Inwieweit der starke Wellengang für dieses Unglück verantwortlich war, blieb zunächst unklar.

Warnungen der Behörden wurden überhört

Vieles deutet aber darauf hin, dass in allen Fällen ein erhebliches Maß an Unvorsichtigkeit seitens der Betroffenen vorlag. Die Behörden teilten mit, dass etwa in Anaga die sechs Touristen aus Frankreich – nach Medienberichten drei Paare – eine dort angebrachte Sicherheitsabsperrung missachtet haben. Auch in anderen Küstenorten seien Warnungen ignoriert worden.

Die Behörden hatten frühzeitig gewarnt: «Äußerste Vorsicht an der Küste: Stell dich nicht an das Ende von Molen oder Wellenbrechern und geh kein Risiko ein, um Fotos oder Videos in der Nähe brechender Wellen zu machen.»

Riesenwellen durch Stürme im Atlantik

Teneriffa gehört zur spanischen Inselgruppe der Kanaren, die vor der Westküste Nordafrikas im offenen Atlantik liegt. Besonders im Herbst und Winter werden vor allem die West- und Nordküsten der Inseln oft von sehr großen Wellen getroffen, die durch Stürme weit draußen im Atlantik entstehen.

Diese großen und sehr energiereichen Wellen brechen in dem tiefen Meer rund um die Inseln erst ganz kurz vor der Küste und treffen fast ungebremst auf Land. Die Folgen können für Menschen, die sich gerade auf Uferpromenaden oder einer Hafenmole aufhalten, verheerend sein.

Der staatliche Wetterdienst Aemet veröffentlicht regelmäßig Warnungen vor solchen Wellen – Oleaje auf Spanisch. Sie können aber auch als starke Dünung sehr plötzlich ohne Vorwarnung auftreten.