Tausende bei Apotheken-Protest mit Pfeifen und Parolen

Ein Apothekenschild leuchtet an der Fassade eines Gebäudes in der Innenstadt.
Ein Apothekenschild leuchtet an der Fassade eines Gebäudes in der Innenstadt. (Bild: picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Deutsche Presse-Agentur
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Viel Bürokratie, wenig Vergütung: Die Apotheker ächzen und klagen und wollen mit ihrem Protest auch auf die Straße. Um zu demonstrieren, haben Tausende für einen Tag ihre Apotheken geschlossen.

Tausende Apotheker aus Baden-Württemberg und Bayern haben am Mittwoch ihre Geschäfte geschlossen und mit einem Pfeifkonzert und Parolen in Stuttgart gegen die Gesundheitspolitik des Bundes protestiert. Sie wollten damit ein weiteres Mal aufmerksam machen auf die ihrer Ansicht ausufernde Bürokratie, auf anhaltende Lieferengpässe und eine bereits lange andauernde Unterfinanzierung. Notapotheken hatten nach Angaben des Landesapothekerverbands trotz des Protesttags geöffnet.

«Unsere aktuelle Situation ist mehr als besorgniserregend», kritisierte Tatjana Zambo, die Präsidentin des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg. Die Zahl der Apotheken sei auf den niedrigsten Stand seit 40 Jahren gefallen, das Versorgungssystem werde kaputtgespart. «Dem wollen wir uns mit unserem Protest entgegenstellen», sagte Zambo.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) wissen die bayerischen und baden-württembergischen Apothekerinnen und Apothekern dabei auf ihrer Seite. Die niedergelassenen Apotheken bräuchten ein ausreichendes betriebswirtschaftliches Fundament, um eine hochwertige Versorgung zu gewährleisten, sagte er im Vorfeld des Protests. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) müsse mit den Ländern eine Apothekenreform in Angriff nehmen. Apotheken müssten mit neuen Finanzierungskonzepten für die Preisgestaltung auf Inflation und Lohnsteigerung reagieren können.

Bereits am vergangenen Mittwoch hatten in Westdeutschland viele Apotheken geschlossen. Begonnen hatte der Protest-Monat am 5. November in Hannover mit einer zentralen Kundgebung für Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Kundgebung in Stuttgart wollen Apothekerinnen und Apotheker am 29. November auch in Dresden zusammenkommen, begleitet von Schließungen in Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen.