Riesenschildkröte ausgesetzt – Tier erfriert

Christian Erdmann, Leiter des Wildtier- und Artenschutzzentrum bei Elmshorn, neben der toten Riesenschildkröte.
Christian Erdmann, Leiter des Wildtier- und Artenschutzzentrum bei Elmshorn, neben der toten Riesenschildkröte. (Bild: Christian Charisius/dpa)

Deutsche Presse-Agentur
Deutsche Presse-Agentur

Waschbären, Schlangen oder Eichhörnchen: Im Wildtier- und Artenschutzzentrum bei Elmshorn werden immer wieder wilde Tiere abgegeben. Aber so ein Tier gibt es dort auch selten.

Eine Spaziergängerin hat in einem Gebüsch in Ellerbek bei Hamburg eine tote Riesenschildkröte entdeckt. Das Tier – eine Spornschildkröte – gehört zur drittgrößten Schildkrötenart der Welt und lebt normalerweise in trockenen und heißen Gegenden von Nordafrika.

«Die Spornschildkröte macht keinen Winterschlaf und braucht im Winter viel Wärme. Vermutlich wurde sie deswegen von ihren Besitzern ausgesetzt», sagte Christian Erdmann, Leiter des Wildtier- und Artenschutzzentrum bei Elmshorn, der dpa. Dorthin hatte der Tierschutzverein Pinneberg das verendete Tier gebracht. Zuerst hat die «Bild»-Zeitung (Hamburg) berichtet.

Der Wildtier-Experte hat den Panzer der Schildkröte, an dem man das Alter ablesen kann, genauer untersucht und schätzt das Alter der Schildkröte auf rund 40 Jahre. Normalerweise können die Tiere bis zu 110 Jahre alt werden und bis zu 80 Kilogramm wiegen.

Er glaubt, dass das Tier im Internet oder auf einer Reptilienbörse gekauft wurde. «Dort können sie alles kaufen. Die schlimmsten Gifttiere überhaupt. Und die Politik unternimmt nichts dagegen», sagte Erdmann. Er hofft, dass es in Deutschland bald strengere Gesetze für den Handel mit Wildtieren gibt. So könne eine Registrierungs- und Chippflicht die Halter schnell ausfindig machen.

Der Tierpfleger will die tote Schildkröte nun an einem gesicherten Ort aufbewahren. Wenn die Würmer sie von innen aufgefressen haben, möchte er den Panzer ausstellen und Besucher so davor warnen, sich exotische Tiere als Haustiere zuzulegen.