Mutmaßliche Brandstifterin steht wegen Mordes vor Gericht

Ruß ist nach einem Brand in einer Pflegeeinrichtung an einem Fenster eines Gebäudes zu sehen.
Ruß ist nach einem Brand in einer Pflegeeinrichtung an einem Fenster eines Gebäudes zu sehen. (Bild: Christoph Schmidt/dpa)

Deutsche Presse-Agentur
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In einem Reutlinger Pflegeheim für psychisch Kranke wird ein Feuer gelegt. Drei Menschen sterben. Nun steht eine ehemalige Bewohnerin vor Gericht.

Die Frau, die vor mehr als acht Monaten ein tödliches Feuer in einem Reutlinger Pflegeheim für psychisch Kranke gelegt haben soll, muss sich von Donnerstag an (9.00 Uhr) vor Gericht verantworten. Bei dem Brand kamen drei Menschen ums Leben. Der damaligen Bewohnerin des Heims werden Mord, Brandstiftung und versuchter Mord vorgeworfen. Die Tat hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Brand hatte auch zu einer Diskussion über die Sicherheit in Pflegeeinrichtungen geführt.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer Schuldunfähigkeit der Angeklagten aus. Deswegen soll die 58 Jahre alte Frau dauerhaft in eine Psychiatrie. Die Behörde hatte beim Landgericht Tübingen einen Antrag auf ein Sicherungsverfahren gestellt. Bei einem Antrag auf Sicherungsverfahren kommt es trotzdem zu einem Verfahren. Der Antrag tritt an die Stelle einer Anklageschrift.

Die heute 58-Jährige soll am Abend des 17. Januars ihr Bett angezündet haben. Demnach soll sie mutmaßlich versucht haben, sich mit dem Feuer das Leben zu nehmen. Bei dem Brand in dem Fachpflegeheim waren eine 53 Jahre alte Mitbewohnerin und zwei Mitbewohner im Alter von 73 und 88 Jahren getötet worden. Sie starben an einer Rauchvergiftung. Die mutmaßliche Brandstifterin wurde schwer verletzt.

Die Anklagebehörde geht von Mord mit gemeingefährlichen Mitteln aus. Damit sind Taten gemeint, die unkontrolliert ablaufen und gleich mehrere Menschen treffen können. Neben Bränden fallen laut Staatsanwaltschaft unter das Mordmerkmal auch Bombenzündungen und Steinwürfe von Autobahnbrücken. Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs hatten sich nach Polizeiangaben von damals 37 Bewohner und 5 Pflegekräfte in dem Gebäude befunden.