Friedrich Merz sieht Europa mit tiefgreifenden Herausforderungen konfrontiert. Die internationale Ordnung werde zunehmend von Macht und Stärke bestimmt, machte er in Davos deutlich.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Europäer dazu aufgerufen, sich rasch auf die veränderten globalen Machtverhältnisse einzustellen. Der russische Angriff auf die Ukraine habe eine neue Epoche eingeläutet, die weit über diesen Aggressionskrieg hinausreiche, sagte der Kanzler beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
China sei inzwischen in den Kreis der Großmächte aufgestiegen. Zugleich würden die Vereinigten Staaten in ihrer bisherigen Vormachtstellung herausgefordert und ihre Außen- und Sicherheitspolitik grundlegend verändern.
«Wir sind eine Zeit der Großmachtpolitik eingetreten», sagte Merz. «Die neue Welt der großen Mächte ist auf Macht, Stärke und – wenn nötig – auch Gewalt («force») gegründet. Sie ist kein kuscheliger Ort», erklärte der Kanzler. Zugleich betonte er, diese Lage sei kein unabänderliches Schicksal. «Um zu bestehen, müssen wir uns mit einer harschen Realität auseinandersetzen und den Kurs mit klarem Realismus bestimmen.»