Es gibt Jugendliche, die setzen bei riskanten Challenges in den sozialen Medien ihr Leben aufs Spiel. Bei der „Hot-Chip-Challenge“ müssen Teilnehmer einen Tortilla-Chip essen, der nach Herstellerangaben der schärfste Chip der Welt sein soll. Ein lebensbedrohliches Unterfangen.
Viele Jugendliche ignorieren gefährliche Folgen und setzen für Likes und Anerkennung ihr Leben aufs Spiel. Sogar Kinder haben bei dieser Challenge auf TikTok und Youtube mitgemacht. Der „Hot Chip“ wird gegessen, man filmt sich dabei und teilt dann das Video in den sozialen Medien. Laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen führte die Mutprobe bereits zu Notarzteinsätzen an Schulen. Für einige hatte das bereits gefährliche Folgen: Sie kamen mit Atemnot oder Bluthochdruck ins Krankenhaus.
Hoher Gehalt an Capsaicin
Mehrere Chargen mit extrem scharfen Chips sind wegen Gesundheitsgefahren jetzt zurückgerufen worden. In dem Produkt «Hot Chip Challenge» seien stark schwankende und teilweise extrem hohe Gehalte an Capsaicin festgestellt worden, heißt es in einer Warnung, die am Freitagabend auf dem Verbraucherportal des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit veröffentlicht wurde.
Insgesamt haben zwei Firmen mit Sitz in Frankfurt und Gießen das Produkt zurückgerufen. Es wurde in einen Großteil der Bundesländer geliefert: Betroffen sind auch Baden-Württemberg und Bayern.
Zahlreiche Gutachten liegen vor
In der Warnung heißt es: „Der sehr hohe Schärfegrad könne Übelkeit, Erbrechen, Bluthochdruck, brennende Augen und gereizte Schleimhäute zur Folge haben.“ Mittlerweile lägen den Überwachungsbehörden zahlreiche amtliche Gutachten zu verschiedenen Chargen des Produktes vor. Vermutlich seien alle betroffen.
Kunden, die den entsprechenden Artikel gekauft haben, können diesen gegen Erstattung des Kaufpreises und Vorlage der Rechnung in Absprache mit dem Verkäufer zurückgeben. „Reden Sie bitte auch mit Kindern und Jugendlichen in Ihrer Umgebung und weisen Sie sie auf die Gefahren hin“, heißt es in der Warnung.
Gesetzliche Altersfreigabe fehlt
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Anders als bei Alkohol gibt es für extrem scharfe Produkte wie diese keine Altersfreigabe. Lediglich eine nicht rechtlich verbindliche Empfehlung des BfR sieht vor, Chili- und andere Würzsaucen sowie Produkte mit Gehalten von mehr als 100 Milligramm Capsaicin je Kilogramm Lebensmittel zum Schutz von Kindern und Jugendlichen mit Warnhinweisen zu kennzeichnen und mit Sicherheitsverschlüssen zu versehen. Der Hot Chip ist fast 1.000-mal schärfer als die Empfehlung besagt.“
(Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dpa)