Feuerwerk, Frost und fehlende Nahrung setzen vielen Vögeln rund um den Jahreswechsel stark zu. Besonders Gartenvögel leiden – doch mit einfachen Maßnahmen können wir Amsel & Co. im Garten oder auf dem Balkon jetzt unterstützen.
Für zahlreiche heimische Vogelarten bedeutet der Jahreswechsel erheblichen Stress. Vor allem in Städten versetzt das Silvesterfeuerwerk Gartenvögel wie Rotkehlchen, Amseln, Meisen oder Finken in Unruhe. Erschreckt verlassen sie ihre Schlafplätze, fliegen teilweise weite Strecken und verbrauchen dabei viel Energie, die ihnen im ohnehin kargen Winter dringend fehlt.
„Ein Singvogel kann in einer frostigen Nacht mehr als zehn Prozent seines Körpergewichts verlieren“, erklärt Christine Rückmann von der Deutschen Wildtier Stiftung. Gerade zu Beginn des neuen Jahres seien deshalb sichere Rückzugsorte und ausreichend Nahrung besonders wichtig.
Natürliche Nahrung aus dem Garten
Wer einen Garten besitzt, kann Vögeln bereits mit einfachen Mitteln helfen. Heimische, fruchttragende Pflanzen liefern auch im Winter wertvolle Energie. So dient die Vogelbeere mehr als 60 Vogelarten als Nahrungsquelle. Auch nicht vollständig abgeerntete Obstbäume oder liegen gebliebenes Fallobst sind hilfreich. Viele Vogelarten, darunter das Rotkehlchen, stellen ihre Ernährung im Winter teilweise von Insekten auf Samen und Früchte um.
Welches Futter für welche Vögel?
Reicht das natürliche Angebot nicht aus, ist Zufüttern sinnvoll – dabei sollte jedoch auf die Bedürfnisse der jeweiligen Arten geachtet werden:
- Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig oder Star bevorzugen feine Sämereien, Früchte und tierische Nahrung. Geeignet sind etwa Haferflocken, Rosinen oder spezielles Weichfutter mit getrockneten Mehlwürmern.
- Körnerfresser wie Finken, Spatzen oder Feldsperlinge greifen gern zu ungeschälten Sonnenblumenkernen, Hanf oder anderen Sämereien.
- Allesfresser wie Meisen, Spechte oder Kleiber kommen mit einer Mischung verschiedener Körner gut zurecht. Für sie eignen sich auch fettreiche Körnermischungen wie Meisenknödel – allerdings ohne Kunststoffnetze, in denen sich Tiere verfangen können.
Ein Tipp der Kölner DIY-Academy: Ein Schneebesen eignet sich hervorragend als Aufhängung für Meisenknödel. Dazu einfach eine Kordel am Schneebesen befestigen, die Knödel zwischen die Drähte schieben und aufhängen.
Sauber füttern – Krankheiten vermeiden
Neben dem richtigen Futter spielt auch die Futterstelle eine wichtige Rolle. Sie sollte trocken, sauber und möglichst vor Katzen geschützt angebracht sein. Futtersäulen gelten als besonders hygienisch, da sie das Futter vor Nässe schützen und weniger verschmutzen. Futterhäuschen sollten regelmäßig mit Bürste und Wasser gereinigt werden – auf Chemikalien sollte verzichtet werden. Mehrere kleine Futterstellen sind besser als eine große, da sich Krankheitserreger so weniger leicht verbreiten.
„Wer Probleme mit Ratten oder Waschbären hat, die sich am Vogelfutter bedienen, kann die Futterstelle über Nacht ins Haus holen“, rät Rückmann. „Diese Tiere sind meist in der Dämmerung und nachts aktiv.“
Keine Sorge wegen Vogelgrippe
Angst vor der Vogelgrippe ist beim Winterfüttern unbegründet, betont die Stiftung. Das Virus betrifft vor allem Wasser- und Hühnervögel, nicht jedoch typische Gartenvögel. Werden dennoch tote Tiere an der Futterstelle entdeckt, können andere Krankheiten wie Salmonellen oder Trichomonaden die Ursache sein. In diesem Fall sollten die Tiere nur mit Handschuhen angefasst, in einem Plastikbeutel über den Restmüll entsorgt und das Futterhäuschen gründlich gereinigt sowie mit stark verdünnter Essigessenz desinfiziert werden.