Der Buchstabe V und die Farbe Rot prägten sein Werk. Die Entwürfe des italienischen Modeschöpfers Valentino standen für Luxus, Eleganz und zeitlose Schönheit. Nun ist der Designer im Alter von 93 Jahren gestorben.
Der italienische Modemacher Valentino Garavani ist tot. Er starb am Montag im Alter von 93 Jahren in Rom, wie seine Stiftung mitteilte. Valentino sei in seiner römischen Residenz «umgeben von seinen Angehörigen» gestorben, hieß es. Über Jahrzehnte zählte er zu den bekanntesten Modeschöpfern der Welt und prägte mit seinen Kreationen sowie seinem eleganten, elitären Stil die internationale Modewelt nachhaltig.
Die Aufbahrung des Sarges ist nach Angaben der Stiftung für Mittwoch und Donnerstag in Rom nahe der Spanischen Treppe geplant. Die Trauerfeier soll am Freitag in der Basilika Santa Maria degli Angeli stattfinden.
Trauer in der Modewelt
Zahlreiche Hollywood-Stars zählten zu den Trägerinnen seiner Entwürfe. Entsprechend groß ist die Bestürzung über seinen Tod in der Modebranche. Die italienische Designerin Donatella Versace schrieb bei Instagram: «Heute haben wir einen wahren Maestro verloren, der für seine Kunst für immer in Erinnerung bleiben wird.» Er werde nie vergessen werden.
Der derzeitige Creative Director des Modehauses Valentino, Alessandro Michele, würdigte ihn als «unbestrittenen Protagonisten der Mode» und als «zentrale Figur der italienischen Kulturgeschichte». Topmodel Cindy Crawford schrieb, ihr Herz sei gebrochen. «Er war ein wahrer Meister seines Fachs, und ich werde immer dankbar sein für die Jahre, in denen ich das Privileg hatte, eng mit ihm zusammenzuarbeiten.»
Auch aus der Politik kamen Würdigungen. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete Valentino als «unangefochtenen Meister von Stil und Eleganz und ewiges Symbol der italienischen Haute Couture». In den sozialen Medien schrieb sie: «Heute verliert Italien eine Legende, doch sein Vermächtnis wird weiterhin Generationen inspirieren. Danke für alles.»
«Valentino-Rot» als Markenzeichen
Eines der bekanntesten Markenzeichen von Valentino Garavani war die Farbe Rot. Seit seiner ersten Kollektion im Jahr 1959 setzte er immer wieder auf den markanten Farbton. Das sogenannte «Valentino-Rot» – ein kräftiges, leuchtendes Rot – wurde weltberühmt. Der oft als «letzter Kaiser» bezeichnete Designer erlangte es, allein mit seinem Vornamen bekannt zu sein. In der Modewelt genügte vielen sogar ein einzelner Buchstabe: das V, bis heute das Logo der Marke Valentino. Seinen Nachnamen kennen hingegen nur wenige.
Valentino war überzeugt, das Geheimnis der Frauen zu kennen. «Ich weiß, was Frauen wollen: Sie wollen schön sein», sagte er einmal in einem Interview. Entsprechend drehte sich in seinen Entwürfen alles um Schönheit und Eleganz. Hollywood-Stars wie Audrey Hepburn, Elizabeth Taylor oder Rita Hayworth trugen seine Roben, ebenso wie Angehörige des europäischen Adels. Später folgten Stars wie Julia Roberts, Meryl Streep und Gwyneth Paltrow.
Schon früh entdeckte Valentino Clemente Ludovico Garavani – geboren am 11. Mai 1932 im norditalienischen Voghera – seine Leidenschaft für Mode. «Als Junge stellte ich mich schlafend und träumte von Kinostars, von allen schönen Dingen der Welt», sagte er einmal. Seine erste Inspiration war das Hollywood-Musical «Mädchen im Rampenlicht» aus dem Jahr 1940. «Als ich als 13-jähriger Junge diese einzigartige Schönheit sah, beschloss ich, Kleidung für Damen zu entwerfen.» Noch als Teenager ging er nach Paris und ließ sich dort zum Designer ausbilden.
Rückzug aus dem Rampenlicht
1960 gründete Valentino gemeinsam mit seinem langjährigen Lebens- und Geschäftspartner Giancarlo Giammetti das Modehaus Valentino. In den 1970er- und 1980er-Jahren folgten zahlreiche erfolgreiche Kollektionen. Über Jahrzehnte prägte er die Modewelt mit einem Stil, der auf klare Schnitte setzte und mit extravaganten Details wie Pailletten, Spitze, Blumen, Perlen oder Edelmetallen veredelt wurde. Neben Mode vermarktete er auch Parfüms, Schmuck und Handtaschen.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts blieb auch das Modehaus Valentino vom Wandel der Branche nicht verschont. Große Unternehmensanteile wurden verkauft, und 2007 zog sich Valentino endgültig aus dem aktiven Modegeschäft zurück. Seither lebte er weitgehend zurückgezogen in Rom und trat nur noch selten öffentlich in Erscheinung – zuletzt gelegentlich per Videozuschaltung bei Modenschauen seines Hauses.