Nach sieben Jahren intensiver Vorbereitung steht im Bundestag eine Entscheidung über den Neubau der ICE-Strecke in Schwaben an. Für Bahnreisende zwischen Augsburg und Ulm könnte sich dadurch einiges ändern.
Nach jahrelanger Planung soll der Bundestag in Kürze über den Bau einer neuen ICE-Strecke zwischen Ulm und Augsburg befinden. Das Bundesverkehrsministerium habe die entsprechenden Unterlagen an das Parlament übergeben, berichtet die «Augsburger Allgemeine».
«Die Einleitung der parlamentarischen Befassung ist ein entscheidender Schritt für den Aus- und Neubau», sagte der schwäbische Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange der Zeitung. Der CSU-Politiker ist Staatssekretär im Verkehrsministerium. Er geht davon aus, dass der Bundestag bis zum Sommer grünes Licht für das milliardenschwere Projekt gibt. Innerhalb von fünf Jahren könne anschließend die endgültige Planung abgeschlossen werden. Vorgesehen ist, dass die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke weitgehend parallel zur Autobahn 8 zwischen München und Stuttgart verläuft.
Neue Strecke ersetzt 170 Jahre alte Bahntrasse im Fernverkehr
Eigentlich war die Entscheidung des Bundestags bereits im vergangenen Jahr erwartet worden. Das Großprojekt im Schienenverkehr wird jedoch schon seit Jahrzehnten vorbereitet. Im Jahr 2019 begann die Deutsche Bahn (DB) damit, mehrere Varianten zu untersuchen und eine davon als bevorzugte Lösung festzulegen. Nach Angaben der DB handelt es sich um eine der meistbefahrenen Strecken in Süddeutschland. Sie ist Teil der Verbindung zwischen Stuttgart und München und zugleich Bestandteil der europäischen Magistrale von Paris über Wien nach Budapest.
Die bestehende Bahnverbindung ist rund 85 Kilometer lang und stammt im Kern noch aus der Zeit der Eisenbahnpioniere vor etwa 170 Jahren. Ein Ausbau der vorhandenen Strecke für den Hochgeschwindigkeitsverkehr wurde im Rahmen der Planungen verworfen, stattdessen soll die Trasse für den Fernverkehr weitgehend neu gebaut werden.
Durch den Neubau soll sich die Fahrzeit der ICE-Züge zwischen Augsburg und Ulm von bisher mehr als 40 Minuten auf rund 26 Minuten verkürzen. Künftig sollen Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h möglich sein. Die bisherige Strecke soll jedoch weiterhin genutzt und für den Regionalverkehr modernisiert werden.