Viele Staaten wollen den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Social Media und Smartphones stärker begrenzen. Auch in Deutschland gibt es immer wieder entsprechende Forderungen. Doch wie stehen junge Menschen selbst dazu?
Laut einer Umfrage lehnt die Mehrheit der 16- bis 18-Jährigen ein Handyverbot an Schulen ab. 56 Prozent halten ein solches Verbot für falsch, während 37 Prozent es befürworten. Das geht aus der Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor. Viele Befragte nennen als Gegenargument die schnellere Kommunikation mit Familie und Freunden. Außerdem halten sie ein Verbot für schwer umsetzbar und kaum kontrollierbar.
Diejenigen, die ein Verbot unterstützen, sehen darin vor allem eine Möglichkeit, Ablenkung im Unterricht zu vermeiden und die Konzentration zu verbessern. Für etwa die Hälfte spielt zudem der Stress durch ständige Erreichbarkeit eine wichtige Rolle.
Die Ergebnisse erscheinen zu einer Zeit, in der die Smartphone- und Social-Media-Nutzung von Kindern und Jugendlichen verstärkt diskutiert wird. Ende des vergangenen Jahres hatte Australien als erstes Land weltweit Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren untersagt, eigene Social-Media-Konten zu betreiben. Vergleichbare Pläne verfolgen auch die Gesetzgeber in Frankreich und Großbritannien.
Weniger Zeit im Netz – aber weiterhin über neun Stunden täglich
Zudem zeigen die Daten, dass 16- bis 18-Jährige in Deutschland inzwischen etwas weniger Zeit online verbringen. Im vergangenen Jahr waren es pro Woche 65,5 Stunden – rund sechs Stunden weniger als im Jahr davor. Umgerechnet auf den Tag entspricht das jedoch weiterhin mehr als neun Stunden. Dabei wurde die Internetnutzung auf allen Geräten berücksichtigt, vom PC über das Smartphone bis hin zur Spielekonsole.
Für die Studie befragte die Postbank im vergangenen September online 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 18 Jahren. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ.