U23 wie im Rausch gegen Drittliga-Absteiger

U23 wie im Rausch gegen Drittliga-Absteiger
Sieben Treffer gegen Söflingen: Fynn Osann. (Bild: Lucas Pfemfert)
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Redaktion

Da dürften sich einige Beobachter überrascht die Augen gerieben haben: Die jüngste Mannschaft der Oberliga begeisterte gegen Drittliga-Absteiger TSG Söflingen und riss die 212 Fans beim spektakulären 36:27 (18:10)-Heimsieg mit. Mit 4:0 Punkten kletterte die U23 der HSG Konstanz ganz nach oben in der Oberliga-Tabelle.

Eine tolle Momentaufnehme nach einem großen Umbruch vor der Saison. Umso bemerkenswerter, was die Schützlinge von Vitor Baricelli, man muss es so ausdrücken, für ein Feuerwerk abbrannten. Von der ersten Minute an sprühte die U20-Truppe aus Konstanz nur so vor Spielwitz und Spielfreude.

Hinten wurde leidenschaftlich und offensiv verteidigt, sodass Keeper Konstantin Pauli – 19 Jahre jung – mit sehenswerten Paraden die 212 Zuschauer immer wieder von den Sitzen riss und seinen Mitspielern Sicherheit und Rückhalt für spektakulären Tempohandball bot. 20 Paraden, darunter drei gehaltene Siebenmeter, durfte sich Pauli gegen die sehr erfahrenen Schützen des letztjährigen Drittligisten auf die Fahne schreiben.

Im Angriff war es nicht minder spektakulär, was die Gelb-Blauen auf das Parkett legten. Felix Fehrenbach wurde in die Gegenstöße geschickt, Fynn Osann und Sven Iberl vernaschten ihre Gegenspieler reihenweise im Eins-gegen-Eins, Jens Koester traf am Kreis aus fast unmöglichen Positionen und Jonas Hadlich war der Kopf der Mannschaft, der das Spiel clever und gekonnt leitete.

Bis er nach einem Foulspiel hart mit dem Kopf auf dem Hallenboden aufschlug und ausgewechselt werden musste. Dafür übernahm der eigentlich als Trainer vorgesehene Benjamin Schweda. Wie man ihn kennt: mit schönen Anspielen an den Kreis, Schlagwürfen und viel Übersicht.

Kurz: Es war ein Tag, an dem alles zusammenlief und die Gastgeber sich schon nach nicht einmal ganz vier gespielten Minuten in einen Rausch gespielt hatten. Nach einem Doppelschlag von Sven Iberl stand es bereits 5:1.

Danach versuchten die Gäste aus dem Ulmer Stadtteil mit Härte zu antworten. Die U23 musste sich kurz schütteln und neu sortieren. Immerhin drehten die Württemberger in dieser Phase die Partie und gingen mit 9:8 in Front, ehe sich die Zweitliga-Reserve auf das robuste Spiel der TSG Söflingen eingestellt hatte.

Nach der Pause (18:16) brachen dann alle Dämme. Hadlich stellte schnell auf 21:16 (34.). Bald danach blieb Söflingen zehn Minuten ohne eigenen Torerfolg, weil Konstantin Pauli nicht mehr zu bezwingen war. Nach 43 Minuten leuchtete schon eine 28:18-Führung von der Anzeigetafel, sodass Baricelli viel wechseln und allen Akteuren Spielzeiten geben konnte.

„Wir haben sehr gut gespielt“, strahlte Baricelli. „Wir haben schnell die nötigen Anpassungen vornehmen und die Helferketten in der Mitte verstärken können. Das haben wir clever gelöst – zusammen mit Konsti im Tor.“

Zudem freute er sich über deutlich weniger Fehlwürfe als in der letzten Saison und „dass wir das Spiel sehr gut kontrollieren konnten. Wann laufen wir, wann nicht. Mir macht das richtig Spaß, wie die Jungs die Abwehr spielen und sich für ihre Trainingsarbeit belohnen. Sie haben verstanden, dass sie keinen Druck haben, sondern einfach spielen sollen.“

(Pressemitteilung: HSG Konstanz)