U23 der HSG Konstanz mit Kempa-Trick in letzter Sekunde zum Derbysieg in Steißlingen

U23 der HSG Konstanz mit Kempa-Trick in letzter Sekunde zum Derbysieg in Steißlingen
Jubel nach dem Derbysieg in letzter Sekunde (Bild: Peter Pisa)

WOCHENBLATT
Redaktion

Riesengroßer Jubel bei der U23 der HSG Konstanz: Mit einem spektakulären Kempa-Trick mit der Schlusssirene entschied die Zweitliga-Reserve das Derby beim TuS Steißlingen denkbar knapp mit 30:29 (15:18) für sich und schob sich wieder in die grüne Zone der Oberliga.

Als das Schlusssignal ertönte, kannte der Jubel der Gelb-Blauen keine Grenzen. Spieler, Trainer und Betreuer lagen sich wild hüpfend auf dem Spielfeld in den Armen und brüllten das, was sich in ihnen aufgestaut hatte, heraus. „Die Emotionen und die Erleichterung musste einfach raus“, strahlte Benjamin Schweda. Er selbst war erneut einer von vielen, die nicht auf der Platte stehen konnten, sodass der Kader wieder mit Marcel Heitvogt und Jakob Gleumes aus der dritten Mannschaft sowie David Soos und Jona Mauch aus der A-Jugend verstärkt wurde. Lange schienen die Konstanzer dabei gegen erwartet kämpferische Steißlinger auf der Verliererstraße. U23-Trainer Schweda: „Wir sind extrem schlecht in das Spiel gestartet.“ Weder eine 5:1- noch die 6:0-Deckung wollte so recht Stabilität verleihen, wodurch die Torhüter kaum ins Spiel kamen. Der Ex-Konstanzer Marvin Storz erhöhte in der Folge nach sieben Minuten bereits auf 4:1. Besser wurde es für die Gäste zunächst nicht. Über 8:4 und 15:10 gingen sie mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Kabine.

Konstanz machte vorne wie hinten viel zu viele Fehler, während Steißlingen seine Angriffe sehr geduldig und lange ausspielte. „Wir waren“, erklärte der HSG-Coach, „auf allen Positionen nicht wirklich da und haben zu viele falsche Entscheidungen getroffen.“ Nach der Pause kämpfte sich die jüngste Mannschaft der Oberliga langsam immer besser in die Partie. Niklas Brake mit drei einfachen Toren aus dem Rückraum sowie der quirlige Jona Mauch stellten nach 37 Minuten auf 19:19 und eröffneten einen echten Handball-Krimi. Zunächst legten die Hegauer sich wieder ein Drei-Tore-Polster zu (23:20). In der letzten Viertelstunde machte es jedoch denn Anschein, dass die jungen Konstanzer über mehr Kräfte und Ideen verfügten.

Die Abwehr stand langsam besser, Konstanz erhöhte das Tempo und kam durch Nico Kriessler zum Ausglich. Nun war die Partie endgültig nichts mehr für schwache Nerven. Ein entscheidender Nadelstich war der Steal des aufmerksamen Felix Fehrenbach noch in der Steißlinger Hälfte, den die Gastgeber nur auf Kosten einer Zweiminutenstrafe stoppen konnten. In der Überzahl brachte Mauch seine Farben mit 28:27 in Front. Steißlingen kam 12 Sekunden vor dem Schluss durch einen abgefälschten Wurf aus dem Rückraum zum Ausgleich. Timeout Konstanz. „Wir haben klar besprechen, was wir spielen“, schmunzelte der 28-Jährige, weil es dann doch ganz anders kam. Die Auftakthandlung misslang, dafür zauberten die Youngster der HSG einen letzten Geniestreich aus dem Ärmel. Fynn Osann legte schön ab auf Rechtsaußen Felix Fehrenbach, der sprang weit in den Kreis, legte quer und aus dem Rückraum kam Jona Mauch angeschossen und versenkte den Ball per Kempa-Trick in der Luft zum umjubelten Siegtreffer kurz vor der Sirene. Ein leichtes Kopfschütteln konnte Schweda sich danach nicht verkneifen. „Die Aktion vor dem Kempa war nicht gut gespielt, der finale Ball dafür umso besser. Trotzdem war es kein gutes Spiel von uns. Das Gute ist, dass wir trotzdem gewonnen haben.“

HSG Konstanz U23:
Konstantin Pauli, Jason Moses (Tor); David Soos (1), Felix Fehrenbach (6/2), Nico Kriessler (2), Fynn Osann (2), Pascal Mack (1), Jona Mauch (7/1), Nico Koch (2), Niklas Brake (3), Gianluca Herbel (6/2), Marcel Heitvogt, Leon Ulmer, Jens Koester, Quirin Köble, Jakob Gleumes.

(Vereinsmitteilung: HSG Konstanz)