TTF Ochsenhausen ist im Westerwald im Einsatz

TTF Ochsenhausen ist im Westerwald im Einsatz
Ist auch am Dienstagabend auf einen Sieg aus: das Team aus Ochsenhausen. (Bild: TTF Liebherr Ochsenhausen)
WOCHENBLATT
Redaktion

Ochsenhausen – „In dem schönen Westerwald, ja da pfeift der Wind so kalt“, heißt es im sogenannten Westerwaldlied, das sicher manchem ein Begriff ist. Nun, von der Schönheit des Westerwalds werden die Bundesliga-Asse der TTF Liebherr Ochsenhausen am Dienstag, 31. August, nicht allzu viel mitbekommen, liegt ihr Fokus – laut Vereinsmitteilung – doch ausschließlich auf der TTBL-Partie der Tabellennachbarn in der Zugbrückenhalle (19 Uhr).

Zudem wollen sie dafür sorgen, dass ihnen gerade kein kalter Wind um die Ohren schlägt und sie – so die TTF weiter – mit zwei weiteren Bundesliga-Punkten im Gepäck die 420 Kilometer weite Rückreise antreten können. Sie wollen ihren prima Saisonstart durch den dritten Sieg binnen neun Tagen vergolden. Doch das verspricht gar nicht so einfach zu werden.

Vor der Saison hätte man vielleicht gedacht, dass dies eine eher lockere Übung sein würde, doch das Zugbrückenteam steht – nicht zuletzt dank des cleveren Schachzugs der Verpflichtung des zwischenzeitlich ein wenig von der Bildfläche verschwundenen deutschen Ex-Nationalspielers Patrick Baum – momentan punktgleich mit den TTF in der Spitzengruppe.

Man muss also von einer weiteren echten Herausforderung für die Schützlinge von Fu Yong ausgehen. Der Vorletzte der Saison 2020 / 2021 – in der „ewigen“ Bundesligatabelle immer noch die Nummer zwei Deutschlands und bis 2002 sechsmal Deutscher Meister – backt seit Jahren sportlich und finanziell kleinere Brötchen und sei fast durchgängig im unteren Tableau der besten Liga Europas zu finden.

Immer wieder versuchte man, durch neu zusammengestellte Teams wieder den Anschluss nach oben zu finden. Diesmal könnte es funktionieren. Jedenfalls stimmt der unerwartet gute Saisonauftakt der ursprünglich eher als Abstiegskandidat gehandelten Truppe – Werder Bremen mit Vizeweltmeister Falck wurde vor heimischer Kulisse mit 3:2 bezwungen, in Bad Homburg gewann man mit wenig Mühe 3:1 – die Macher im Westerwald optimistisch.

Und zu denen gehört auch der langjährige Saarbrücker Erfolgstrainer Slobodan Grujic, der nach Grenzau gekommen ist, um dort ein Team mit Perspektive aufzubauen, dass mittel- und langfristig wieder an glorreiche alte Tage anknüpfen kann. An Position eins ist der 27-jährige Wu Jiaji gemeldet – der gebürtige Chinese, der seit 2016 international für die Dominikanische Republik spielt, liegt derzeit auf Platz 288 der Weltrangliste.

Es folgt Patrick Baum, der zuletzt drei Jahre in der französischen Topliga Pro-A aufgeschlagen hatte. Der 34-jährige Linkshänder, der 2005 Jugend-Weltmeister wurde, hatte schon einmal in der Saison 2009 / 2010 für Grenzau gespielt und stand bereits bei diversen weiteren Bundesligisten unter Vertrag.

Baum startete mit einer makellosen 4:0-Bilanz in die neue Saison. Noch sieglos im Einzel ist dagegen die Nummer drei, der 21-jährige Rumäne Cristian Pletea. Der einzige Spieler, der von der vorjährigen Besetzung im Brexbachtal blieb. Lösbar erscheint die Aufgabe dennoch, zumal mit dem Rückenwind der beiden tollen Auftritte in Bad Königshofen (3:2) mit einem überragenden Samuel Kulczycki und gegen Vizemeister Saarbrücken (3:1), bei dem Kanak Jha glänzte.

Und dann ist ja auch noch mit dem Weltranglisten-18. Simon Gauzy ein internationaler Topspieler dabei, den man erst einmal schlagen muss. Auch der junge, gerade 18-jährige Maciej Kubik brennt zudem auf einen Einsatz und möchte beweisen, was er kann – auch für das Doppel ist Kubik immer eine echte Option.

„Grenzau hatte – ebenso wie wir – einen sehr guten Start in die Saison“, sagt ein optimistischer TTF-Cheftrainer Fu Yong über den Gegner. „Das neuformierte Team scheint gut zu harmonieren. Es wird ein weiterer harter Prüfstein für uns werden. Aber wir fahren mit viel Selbstvertrauen im Gepäck nach Grenzau und wollen dort an unsere starken Leistungen anknüpfen.“