TTF gewinnen gegen den großen Favoriten aus Düsseldorf

TTF gewinnen gegen den großen Favoriten aus Düsseldorf
Hat nun auch im Doppel seine Klasse unter Beweis gestellt: Hugo Calderano. (Bild: Dr. Stephan Roscher)
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Redaktion

Biberach – Die Tischtennisfreunde Ochsenhausen haben die favorisierten Borussen aus Düsseldorf in der Tischtennis-Bundesliga besiegen können. Und: Dieser 3:2-Erfolg war – laut Vereinsmitteilung – ein ganz wichtiger für die TTF Liebherr Ochsenhausen.

Nach einem dreistündigen Krimi gegen Ligaprimus Borussia Düsseldorf in der Dr.-Hans-Liebherr-Halle durften alle Beteiligten – so die TTF weiter – aufatmen, natürlich nur die aus dem Lager der Oberschwaben. Im Schlussdoppel sicherten Hugo Calderano / Simon Gauzy ihrem Team die – im Kampf um die Play-off-Teilnahme – so wichtigen beiden Punkte.

Das Ochsenhauser Duo rang bei seiner Bundesligapremiere die Düsseldorfer Karlsson / Walther nach zwischenzeitlichem 0:2-Satzrückstand mit 3:2 nieder, gleichbedeutend mit dem Sieg gegen den zuvor in dieser Spielzeit erst einmal bezwungenen einsamen Spitzenreiter.

Düsseldorf war ohne den leicht angeschlagenen Timo Boll angereist, doch das war nicht unbedingt ausschlaggebend, da zurzeit der 23-jährige Schwede Anton Källberg, der zuvor eine 19:1-Bilanz in der TTBL erspielt hatte, Düsseldorfs Top-Ass ist. Und sein Landsmann Kristian Karlsson, der auch dabei war, steht ebenfalls hoch positiv und ist nur ganz schwer zu schlagen.

Der leicht angeschlagene Ricardo Walther, als exzellenter Doppelspieler bekannt, wurde mit Blick auf ein mögliches Doppel geschont, sodass der Trainer und frühere niederländische Nationalspieler Danny Heister selbst zum Schläger griff. Kanak Jha hatte gegen Heister durchaus zu kämpfen, fuhr aber in drei Sätzen den erwarteten Sieg ein.

Hätte Hugo Calderano – Simon Gauzy fühlte sich nicht ganz fit und wurde mit Blick auf den Sonntag im Einzel nicht eingesetzt – gegen Anton Källberg verloren, wäre es ganz schwer geworden für sein Team. Und zunächst sah es gar nicht so gut aus.

Der Brasilianer, der seine vorläufig letzte Saison für die TTF bestreitet, gewann zwar den ersten Satz ganz klar, verlor dann aber die Durchgänge zwei und drei gegen den sich enorm steigernden Schweden hauchdünn, sodass es brenzlig wurde. Doch Calderano schaltete nochmal einen Gang hoch – 2:0-Führung, alles schien aus TTF-Sicht wunschgemäß zu laufen.

Der 18-jährige Samuel Kulczycki hatte gegen den erfahrenen Kristian Karlsson einen ganz schweren Stand, doch der junge Pole hielt gut mit und verlor den ersten Satz knapp mit 11:13. Der zweite Durchgang ging klar verloren, im dritten war Kulczycki wieder auf Augenhöhe, unterlag aber knapp. Der Champions-League-Sieger war zurück im Spiel.

Anton Källberg legte gegen Kanak Jha mit einem 3:1 nach, wobei der US-Boy, der aufsteigende Form zeigte, drei der vier Sätze offen gestaltete. 2:2  – es ging ins Doppel. Dort hatte Ochsenhausen riskant aufgestellt, denn Hugo Calderano und Simon Gauzy tragen zwar große Namen im Tischtennissport, hatten aber noch nie zusammen gespielt.

Und: Der Anfang verlief nicht wie verhofft. Im ersten Satz blieben die beiden Ochsenhauser Asse chancenlos, im zweiten hatten sie sich zwar gut zusammengerauft, konnten aber eine 8:4-Führung nicht ins Ziel bringen und unterlagen mit 12:14. Man stand jetzt mit dem Rücken zur Wand. Auch im dritten Satz konnte man sich nie entscheidend absetzen und hatte bei 8:10 zwei Düsseldorfer Matchbälle gegen sich.

Doch man wehrte diese – sowie einen weiteren – bei 10:11 mit unbändigem Kampfgeist ab und gewann ebenso mit 13:11 wie den vierten Durchgang, der auch auf des Messers Schneide stand. Es passte – laut Mitteilung – zur Dramaturgie dieses prickelnden Spiels, dass die Entscheidung im fünften Satz des Schlussdoppels fallen musste.

Und da hatten Calderano / Gauzy schließlich mit 11:9 die Nase vorne und durften gemeinsam mit den anderen Ochsenhausenern den Sieg bejubeln. Es war erst die zweite Niederlage der Düsseldorfer in der gesamten Saison – in wettbewerbsübergreifend 27 Partien.

„Wir haben sehr gut gespielt, super hart gekämpft und eine geschlossene Teamleistung gezeigt“, sagte ein zufriedener TTF-Chefcoach Fu Yong hinterher. „Ich bin stolz auf die Jungs. Es war schließlich kein Sieg gegen irgendeine Mannschaft, sondern gegen den Tabellenführer, der auch ohne Timo Boll sehr stark ist. Das gibt der Mannschaft Auftrieb für die nächsten schweren Spiele.“

„Ich habe selten so ein spannendes, umkämpftes Spiel gesehen“, betonte Teammanager Manuel Pfender. „Unsere Jungs haben klasse gekämpft. Viel Zeit zur Freude bleibt uns aber nicht. Ab Samstag gilt unsere ganze Konzentration der schweren Aufgabe in Grünwettersbach am Sonntag, wo wir nun mit Rückenwind hinfahren und den Düsseldorf-Sieg vergolden möchten.“

TTF Liebherr Ochsenhausen – Borussia Düsseldorf 3:2 

Kanak Jha – Danny Heister 3:0 (11:6, 11:8, 11:9)

Hugo Calderano – Anton Källberg 3:2 (11:2, 10:12, 12:14, 11:7, 11:3)

Samuel Kulczycki – Kristian Karlsson 0:3 (11:13, 3:11, 9:11)

Kanak Jha – Anton Källberg 1:3 (9:11, 7:11, 12:10, 9:11)

Calderano / Gauzy – Karlsson / Walther 3:2 (6:11, 12:14, 13:11, 13:11, 11:9)