Tränen und Kanonendonner: Abschied von Prinz Philip

Tränen und Kanonendonner: Abschied von Prinz Philip
Das Vereinigte Königreich trauert um Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. (Hannah Mckay/PA Wire/dpa)
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Redaktion

London/Windsor (dpa) – Die britische Königsfamilie bereitet sich nach dem Tod von Prinz Philip auf die Trauerfeierlichkeiten vor. Noch am Samstag wurde mit Einzelheiten zu der Beisetzung des am Vortag im Alter von 99 Jahren gestorbenen Manns von Queen Elizabeth II. (94) gerechnet.

Die Pläne müssen wegen der Corona-Pandemie erheblich angepasst werden.

Erwartet wird, dass die Trauerfeier in der St.-Georgs-Kapelle in Windsor stattfinden wird. Wegen der Corona-Regeln dürfen aber statt der ursprünglich geplanten 800 nur 30 Gäste teilnehmen. Der Termin war zunächst unklar, doch den ursprünglichen Planungen zufolge dürfte der kommende Samstag dafür in Frage kommen.

Immer mehr Mitglieder der britischen Königsfamilie trafen unterdessen auf Schloss Windsor zu Kondolenzbesuchen bei der Queen ein. Sichtlich bewegt sprach die Schwiegertochter der Queen, Gräfin Sophie, am Samstag über die Reaktion der Königin auf den Tod ihres Mannes. «Die Queen war beeindruckend», sagte die 56-Jährige mit Tränen in den Augen zu Reportern, als sie und ihr Mann, Prinz Edward (57), Schloss Windsor wieder verließen.

Edward ist der jüngste Sohn der Queen und Prinz Philips. Erwartet wird, dass er den Titel Herzog von Edinburgh von seinem Vater übertragen bekommt. Sein älterer Bruder, Thronfolger Prinz Charles (72), war einem BBC-Bericht zufolge bereits am Freitag zu seiner Mutter nach Windsor geeilt, die sich in einer Mitteilung «zutiefst betrübt» über den Tod ihres «geliebten Mannes» gezeigt hatte.

Die Queen und Prinz Philip waren 73 Jahre lang verheiratet. Sie lobte ihn stets als «meine Stärke und Stütze». Zur Goldenen Hochzeit im Jahr 1997 sagte sie: «Ich und seine ganze Familie, sowie dieses Land und viele andere Länder stehen höher in seiner Schuld als er jemals zugeben würde oder wir jemals ahnen könnten.» In einer Sondersendung der BBC sagte Charles, sein Vater habe nicht nur als Gefährte der Queen, sondern auch als eigene Persönlichkeit in Erinnerung behalten werden wollen.

Britische Medien spekulieren, dass auch Prinz Harry (36) zu der Trauerfeier aus den USA anreisen wird. Er könnte dafür wohl von den Quarantäne-Regeln für Reisende ausgenommen werden. Ob die Royals die Gelegenheit für eine Aussöhnung nutzen werden, wie britische Medien ebenfalls spekulierten, ist jedoch unklar. Harry hatte sich besonders mit seinem Bruder Prinz William (38) und seinem Vater Charles überworfen. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe von Harry und seiner Frau Herzogin Meghan (39) über mangelnde Rücksichtnahme auf das Paar und sogar rassistische Äußerungen innerhalb der Familie. Meghan hat teilweise afroamerikanische Wurzeln.

Die Streitkräfte erwiesen dem ehemaligen Marineoffizier Philip am Samstag mit 41 Salutschüssen die letzte Ehre. Kanonendonner war zur Mittagszeit in allen Landesteilen des Vereinigten Königreichs sowie in Gibraltar zu hören. Unter anderem am Tower in London, in Edinburgh, Cardiff und Belfast. Auch mehrere Kriegsschiffe auf hoher See feuerten Kanonenschüsse ab. Auf vielen Anzeigetafeln, unter anderem am Londoner Piccadilly Circus, wurden Porträts Philips gezeigt. Im ganzen Land wehten die Fahnen auf halbmast.

Trotz Bitten des Palasts davon abzusehen, legten am Samstag viele Menschen Blumen an den Schlössern in London, Windsor und andernorts ab. Ein Sprecher der Schlossparkverwaltung in Windsor sagte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, die Blumen würden auf «respektvolle» Weise entfernt und an einen Ort im Inneren des Palastgeländes gebracht.

Wegen der Corona-Pandemie hatten der Palast und die Regierung am Freitag die Menschen dazu aufgerufen, sich nicht außerhalb der Residenzen zu versammeln. Statt Blumen niederzulegen, sollten die Menschen an wohltätige Organisationen spenden, so der Aufruf. Eine Todesanzeige, die traditionell beim Ableben wichtiger Royals am Zaun des Buckingham-Palasts befestigt wird, wurde am Freitag nach kurzer Zeit wieder entfernt, um Trauernde nicht anzulocken.