Tourismus fällt auf Niveau von vor Jahrzehnten zurück

Tourismus fällt auf Niveau von vor Jahrzehnten zurück
Ein Schild weist auf die Hotelroute hin. (Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild)
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Redaktion

Stuttgart (dpa/lsw) – Der Tourismus in Baden-Württemberg ist angesichts der Corona-Pandemie im Vorjahr auf das Niveau von vor Jahrzehnten zurückgefallen. Die Zahl der ankommenden Gäste in Hotels, Pensionen und anderen Unterkünften schrumpfte nach Angaben des Statistischen Landesamts in Stuttgart im Vorjahresvergleich um 48,9 Prozent auf nur noch 11,9 Millionen. Weniger Touristen hatten die Statistiker zuletzt im Jahr 1997 registriert. Auch die Zahl der Übernachtungen ging den Angaben vom Mittwoch zufolge drastisch zurück – um 40,2 Prozent auf nur noch 34,2 Millionen. Weniger Übernachtungen im Südwesten hatte es zuletzt 1985 gegeben.

Einbrüche in dieser Größenordnung waren wegen der lockdownbedingt mehrfachen Schließungen des Gastgewerbes und der gesunkenen Reiselust vieler Menschen aus Angst vor Ansteckungen erwartet worden. Von März an blieb die Zahl der Übernachtungen konstant im zweistelligen Prozentbereich unter den Vorjahreswerten.

Besonders krasse Rückgänge verzeichneten die Statistiker in dieser Kategorie zu Beginn der Pandemie im April (minus 88,3 Prozent) und Mai (minus 79,1 Prozent) sowie später im Jahr im November (minus 66,7 Prozent) und Dezember (minus 74,0 Prozent), nachdem die Weihnachtsmärkte abgesagt worden waren. Im Sommer, als die Infektionslage zeitweise unter Kontrolle schien, erholte sich der Tourismus zwar zwischenzeitlich etwas, blieb aber ebenfalls deutlich unter den starken Ergebnissen der Vorjahre.

Bis zur Corona-Krise hatte die Südwest-Tourismusindustrie mehrere Rekordjahre hintereinander verbucht. In Baden-Württemberg hängen nach Angaben des Tourismusministeriums etwa 390 000 Arbeitsplätze von dieser Branche ab, der Tourismus erwirtschaftete demnach bis zur Pandemie einen jährlichen Umsatz von mehr als 25 Milliarden Euro.