Tim Zimmermann darf sich „ADAC GT Masters Juniorchampion“ nennen

Tim Zimmermann darf sich „ADAC GT Masters Juniorchampion“ nennen
Tim Zimmermann (rechts) freut sich mit seinem Teamkollegen Steijn Schothorst über die Auszeichnung. (Bild: Gruppe GmbH)
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Redaktion

Oschersleben – Tim Zimmermann ist – laut Pressemitteilung – Pirelli-Juniorchampion der Saison 2020. Der Langenargener wies nach einem spannenden Saisonfinale in Oschersleben am Ende 1,5 Punkte Vorsprung auf seinen direkten Konkurrenten Jannes Fittje auf.

Zimmermann holte sich damit in seiner ersten Saison im GT-Sport seinen ersten Titel – und das im ADAC GT Masters, einer der „härtesten GT-Serien, die es gibt“, wie sein Teamchef Gottfried Grasser betont. Dabei musste Tim Zimmermann zunächst bangen.

Gut eine Stunde stand der 24-Jährige – laut Mitteilung – beim letzten Rennen der ADAC-GT-Masters-Saison in der Box und musste zuschauen, wie sein direkter Konkurrent Jannes Fittje Punkt um Punkt in der Juniorwertung gut machte. „Das war eine ganz schlimme Situation“, beschreibt er seine Gefühlslage zwischen Hoffen und Bangen.

Und weiter: „Auf der Strecke hätte ich gern Rad an Rad um die Juniorwertung gekämpft. Machtlos draußen zu sitzen,  war eine elendige Qual.“ Dass es überhaupt so weit kommen musste, zeichnete sich schon am Samstag ab. Zimmermanns Teamkollege Steijn Schothorst fuhr den Lamborghini Huracan GT3 Evo zwar auf die 14. Startposition, stellte die Grasser-Mechaniker aber auch vor eine heikle Aufgabe.

Denn  nach einem Unfall im Zeittraining mussten sie den orangen Renner innerhalb von Stunden wieder herrichten. Rein optisch war das gelungen, das Auto hatte aber doch mehr abbekommen. Schothorst übergab nach der Rennhälfte auf einem Platz im Mittelfeld, Zimmermann fuhr das Rennen als 17. zu Ende. „Ich hatte kein Vertrauen in das Auto, weil es eben nach dem Unfall am Morgen nicht ganz in Ordnung war“, sagt er.

„Ich musste viel früher bremsen als gewohnt. Deshalb war nicht mehr drin.“ Jannes Fittje wurde Vierzehnter und verkürzte Zimmermanns Vorsprung vor dem entscheidenden Rennen auf unter 25 Punkte. Bei 37 möglichen Zählern für einen Juniorensieg war also alles noch drin. „Ich wusste, dass ich unter Druck war und Platz neun im Qualifying war ok“, erklärte Zimmermann. „Dass der Start sich dann so entwickeln sollte, wollte ich mir vorher gar nicht ausmalen.“

Denn Zimmermann stand schon nach wenigen Metern in entgegengesetzter Richtung auf der Strecke. Sein Auto war völlig demoliert. Eigentlich kam der Langenargener gut weg, doch Kelvin van der Linde wollte mit Gewalt noch in den Meisterschaftskampf eingreifen. Der Audi-Pilot zog mit zwei Reifen auf dem Gras am Zimmermann-Lamborghini vorbei, drehte sich und erwischte Zimmermann mit voller Wucht.

„Das war sicher nicht besonders klug“, betont Zimmermann. „Kelvin hat sich aber entschuldigt und die Sache ist gegessen.“ Eine entspannte Haltung, die noch direkt nach dem Crash weit entfernt war. Denn Jannes Fittje kam unbeschadet aus der Kollision und fuhr minutenlang als drittbester „Rookie“ über die Strecke in Oschersleben. „Hätte er ein Auto überholt, wäre er in der Endabrechnung ganz oben gestanden“, weiß Zimmermann. Dass ihm das nicht gelang, brachte Zimmermann den Sieg in der Endabrechnung – mit 1,5 Punkten Abstand.

Zimmermann hat also sein Ziel erreicht: Er ist der beste von insgesamt 20 Juniorpiloten im ADAC GT Masters 2020. Für seinen Teamchef Gottfried Grasser war dieser Erfolg die „Krönung einer Mega-Saison, in einer der härtesten Serien, die es im GT-Sport gibt.“ Auch Zimmermann ist über diesen Erfolg mehr als glücklich.

„Nach einem durchwachsenen Saisonstart hätte das sicher keiner gedacht, dass wir Pole-Positions und Podiumsplatzieren holen“, freute er sich. „Ich danke Steijn und dem ganzen Team für einen unfassbar guten Job.“Als Belohnung gab es übrigens 22 Reifensätze von Pirelli für die kommende Saison – mit einem Wert von über 40.000 Euro.

Diesen Betrag kann Zimmermann nun schon einmal abziehen, wenn er die kommende Saison kalkuliert. „Das wird jetzt auch die Aufgabe für die kommenden Tage sein – rechnen“, stellt Zimmermann klar, der nach dem Corona bedingten späten Saisonende kaum Zeit zum Durchschnaufen finden wird. „Jetzt geht es an die Planung für die Saison 2021.“