Thema Finanzwelt: Jürgen Gramer beantwortete Fragen der Wirtschaftsjunioren

Thema Finanzwelt: Jürgen Gramer beantwortete Fragen der Wirtschaftsjunioren
Wirtschaftsjunioren Bodensee-Oberschwaben (Bild: WJ)

Region (dab) – Im Rahmen ihrer Reihe „After Work Drinks with…“ haben die Wirtschaftsjunioren Bodensee-Oberschwaben (WJ BSO) den Finanzexperten Jürgen Gramer für einen digitalen Vortrag eingeladen. Rund drei Stunden diskutierten die Teilnehmer am Donnerstagabend über das Thema „Die Finanzwelt von heute – wohin führt uns die Reise?“, stellten Fragen und berichteten von ihren bisherigen Erfahrungen.

Andreas Reck von den WJ BSO begrüßte die Teilnehmer, ehe Jürgen Gramer aus seinem Berufsleben erzählte und mit einem Vortrag viele Inhalte veranschaulichte. Fragen, die auch laufend während der Präsentation gestellt wurden, lockerten die Runde auf. Gramer ist seit über 30 Jahren in der Finanzbranche tätig, von 2003 bis 2007 war er dabei freiberuflich bei der Apotheker- und Ärztebank. Er arbeitete zunächst auf Provisionsbasis, ab 2008 dann nur noch auf Honorarbasis. „Als Honorarberater ist man kein Teil des Finanzsystems, das hat mir ganz neue Sichtweisen aufgezeigt“, erklärt der Experte.

In unserem Finanzsystem gebe es seiner Meinung nach zwei große Ungereimtheiten: Zum einen funktioniere das Zins- und Zinseszins-System auf Dauer nicht, weil man dabei von unendlichem Wachstum ausgehe. Zum anderen seien Gold und Silber das wahre Geld der Welt, „das wird von verkannt. Gold ist für die Banken der Währungsanker“, weiß Gramer. Finanzexperten würden von einem Reset – beispielsweise durch eine Krise oder einen Krieg – dieses Finanzsystems ausgehen, etwa alle 50 bis 70 Jahre. „Aus meiner Sicht brauchen wir baldmöglichst wieder einen solchen Reset, weil Staaten, Unternehmen und Privatmenschen heutzutage verschuldet sind wie noch nie“, so Gramer. Die Frage, die man sich derzeit stellen müsse, sei, wann dieser Reset auf Null das nächste Mal komme.

Die Wirtschaftsjunioren Bodensee-Oberschwaben (WJ BSO) haben den Finanzexperten Jürgen Gramer zu einem digitalen Vortrag eingeladen.(Bild: Martin Herrmann)

Der „Point of no return“ der globalen Verschuldung sei überschritten, logische Folge sei irgendwann ein Bankrott. Problem dabei: „Unser Wirtschaftssystem ist abhängig von Verschuldungen, das wird unausweichlich an die Wand fahren. Eine Währungsreform wäre ein möglicher Lösungsweg.“ Jürgen Gramer empfiehlt jedem, sich nach Möglichkeit einen Handbestand an Gold und/oder Silber zuzulegen. „Auch die Superreichen investieren in Gold, das hat seine Gründe. Gold und Silber sind Vermögensspeicher und stehen für Kaufkrafterhalt, vor allem in Krisenzeiten.“ Solange jedoch immer weiter Geld gedruckt werde und dieses ins aktuelle System fließe, werde es bis zum Kollaps immer so weitergehen.

Weitere Fragen und Themen der Runde drehten sich um Aktien, Fonds, Immobilien, Anleihen, Kryptowährungen, Altersvorsorge, Anlagestrategien und Anleihen. So entwickelte sich ein munterer Austausch bis weit in den Abend hinein, alle Teilnehmer dieser Ausgabe von „After Work Drinks with…“ nahmen aus Jürgen Gramers Vortrag viel mit. Fakt ist, dass das Thema Finanzwelt spannend bleiben wird. Mehr Infos zu den WJ BOS gibt es unter: www.wj-bodensee.de