Tettnangerinnen zeigen Herz für Frauen mit Brustkrebs

Tettnangerinnen zeigen Herz für Frauen mit Brustkrebs
v.l.n.r.: Dr. med. Martina Gropp-Meier (Chefärztin Frauenklinik), Lydia Günthor und Gerlinde Frey vom KDFB, Petra Bär (OSK-Sozialberatung), Re-gina Hartinger (OSK-Krebsberatungsstelle), Mari-nette Schöniger (FSH Tettnang-Meckenbeuren), Irmgard Obert und Elisabeth Lanz (KDFB) und Maria Bartha (Leitung Wochenbettstation). (Bild: Oberschwabenklinik)
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Redaktion

Ravensburg – Farbenfroh und mit Liebe genäht: das sind die 120 herzförmigen Kissen, die der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Tettnang an Brustkrebspatientinnen des St. Elisabethen-Klinikums in Ravensburg gespendet hat. Die weichen Herzen sollen nicht nur Trost spenden, sondern haben auch einen therapeutischen Nutzen. Brustkrebspatientinnen tragen das Kissen nach einer Operation unter dem Arm, um dort das Gewebe zu entlasten.

 „Es lindert Schmerzen und Schwellungen, unter denen die meisten Erkrankten nach einem chirurgischen Eingriff leiden“, erklärt Dr. Martina Gropp-Meier, Chefärztin der Ravensburger Frauenklinik und Leiterin des Brustzentrums Oberschwaben. Die bunten Herzkissen seien bei der Oberschwabenklinik äußerst beliebt. „Fast täglich verschenken wir ein Herz an eine Person, der eine kleine Aufmunterung gerade guttut.“, so die Chefärztin. kurz vor dem Eintreffen der neuen Herzkissen sei das letzte vorrätige Herz verschenkt worden, weshalb die Freude über die Spende besonders groß sei.

Acht Seniorinnen aus Tettnang haben das ermöglicht. „Mit Säcken voller Kissenfüllstoff vorne und hinten auf den Gepäckträgern bin ich mit dem Fahrrad zu unserer Bastelgruppe gefahren“, erinnert sich Elisabeth Lanz an die Aktion, die die Näherinnen monatelang auf Trab hielt. Alle 14 Tage trafen sich die Frauen, um gemeinsam Gutes zu tun. Weil im Tettnanger Frauenbund auch selbst von Brustkrebs Betroffene aktiv sind, war das Thema für alle eine echte Herzensangelegenheit.

Die Idee zur Spendenaktion hatte Lydia Günthor, nachdem sie in einer Zeitschrift einen Spendenaufruf aus München gesehen hatte. „Wir wollten aber nicht so weit weg, sondern an Betroffene in der Region spenden“, sagt die Künstlerin. Deshalb habe sie sich bei der Frauenselbsthilfe Krebs informiert, wo man Menschen in der Nähe mit Selbstgenähtem eine Freude bereiten könne. Prompt wurde der Kontakt zur OSK hergestellt. Der Leiterhin der Frauenselbsthilfe in Tettnang, Marinette Schöniger, war bekannt, dass Herzkissen im Ravensburger EK stets gern genutzte Trostspender sind.

Das Thema Brustkrebs sei so lebensnah wie kaum eine andere Tumorerkrankung, verdeutlicht Regina Hartinger von der Krebsberatungsstelle der OSK. „Die meisten Menschen kennen in ihrem Umfeld eine Betroffene.“ Dabei steige das Risiko mit zunehmendem Alter und bei genetischer Vorbelastung. Laut Robert-Koch-Institut erkrankt jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Auch Männer trifft dieser Krebs, jedoch nur sehr selten.

Die 120 bunten Kissen aus Tettnang sollen nicht nur Mut machen und zeigen, dass jemand an einen gedacht hat: „Für viele werden sie zu treuen Alltagsbegleitern und später zu Erinnerungsstücken“, so Maria Bartha, Leiterin der Wochenbettstation. Dass Brustkrebs manchmal auch während einer Schwangerschaft diagnostiziert wird, darüber sprach Dr. Gropp-Meier mit den Spenderinnen noch nach der Übergabe. Selbst eine Chemotherapie sei in dieser sensiblen Zeit dank der Therapiefortschritte in den letzten Jahren mittlerweile möglich.

Damit Brustkrebs frühzeitig erkannt wird und die Heilungschancen entsprechend gut sind, sollten Frauen ab dem 30. Lebensjahr den jährlichen Vorsorgetermin beim Gynäkologen und das Mammographie-Screening, das ab dem 50. Lebensjahr vom Gemeinsamen Bundesauschuss im Gesundheitswesen empfohlen ist und kostenlos angeboten wird, wahrnehmen.

Betroffene, Angehörige und Interessierte finden in der Krebsberatungsstelle der Oberschwabenklinik in Ravensburg und Wangen professionellen Rat. Termine können per E-Mail an krebsberatung@oberschwabenklinik.de vereinbart werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.oberschwabenklinik.de

(Pressemitteilung: Oberschwabenklinik)