Tag des Wolfes (30. April): Die Wahrheit über Rotkäppchen und den bösen Wolf

Tag des Wolfes (30. April): Die Wahrheit über Rotkäppchen und den bösen Wolf
150 Jahre lang war der Wolf in Deutschland ausgerottet (Bild: NABU/Christoph Bosch)
WOCHENBLATT
Redaktion

Wer glaubt heute noch daran, dass der Klapperstorch die Babys bringt? Niemand! Doch das Märchen vom „bösen Wolf“ und dem Rotkäppchen hält sich bis heute beharrlich.

Der Wolf kehrt in seine alte Heimat zurück! Nachdem er 150 Jahre ausgerottet war, besiedelt er seit 20 Jahren wieder selbständig weite Teile Deutschlands. Neben der Freude über die Rückkehr des Wolfes gibt es mancherorts noch Skepsis und Verunsicherung – Grund genug für den NABU, mit den Märchen über den „bösen Wolf“ aufzuräumen.

Weniger Gefahr von Wölfen als von Wildschweinen

Wie Fuchs oder Wildschwein muss der Mensch auch den Wolf als Wildtier respektieren. Dabei geht von Wölfen deutlich weniger Gefahr aus als beispielsweise von Wildschweinen. Auch nach zehn Jahren Wiederbesiedelung gibt es keine Wolfsangriffe in unseren Wolfsregionen. Dagegen sind jedes Jahr rund 20 Tote durch Wild, vor allem durch Wildschweine, zu beklagen.

Nach einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz gibt es in beinahe jedem Bundesland wolfsgeeignete Regionen. Wegen ihrer großen Wanderfreudigkeit sind Wölfe in der Lage, weite Strecken zurückzulegen. Jederzeit kann sich in jedem Flächenbundesland ein neues Wolfsrudel etablieren. Wölfe brauchen keine Wildnis. Sie überleben überall dort, wo sie genügend Beutetiere und ein Rückzugsgebiet für die Aufzucht ihrer Welpen finden.

Ein Cartoon zum “Tag des Wolfes“.(Cartoon: NABU/Markus Wilke)

Aufkleber zum „Tag des Wolfes“

Der Speiseplan des Wolfes enthält vor allem Wildtiere. Nutztiere machen einen verschwindend geringen Anteil an der Nahrung des Wolfes aus, dies konnten Studien des Senckenberg-Institutes belegen. Natürlich müssen Nutztiere in den Wolfsregionen geschützt werden, denn Wölfe unterscheiden nicht zwischen Haus- und Wildtieren. Dabei hat sich insbesondere die Kombination aus Herdenschutzzäunen und Herdenschutzhunden bewährt. Neue Methoden werden ständig erprobt und verbessert.

Infos: Zum Tag des Wolfes gibt‘s NABU-Shop kostenfreie Aufkleber im Postkartenformat mit dem Portrait eines heimischen, freilebenden Wolfes.

Zum diesjährigen Tag des Wolfes hat NABU die entsprechenden Herdenschutz-Förderprogramme in den einzelnen Bundesländern miteinander verglichen. Ein Blick auf die Ampelgrafik zeigt: Viele der Länder haben schon wichtige Grundpfeiler gelegt, sollten ihr Angebot aber in jedem Fall noch verbessern. Mehr Infos über Wölfe: www.nabu.de

(Pressemitteilung NABU)