Studieren im Kino

Studieren im Kino
Vorlesung mit Kino-Flair. Professor Jürgen Graef bringt den Studierenden die Grundlagen der Gestaltung nahe. Während der Pandemie nutzt die Hochschule Ravensburg-Weingarten die Linse für Vorlesungen. (Bild: Michael Pfeiffer)
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Redaktion

Lehrbetrieb im Kulturverein Linse e.V. Der Studiengang „Mediendesign und digitale Gestaltung“ hält Vorlesungen im Weingartener Programmkino ab.

Weingarten – Im Weingartener Kulturzentrum Linse fanden bis dato Vorlesungen der Hochschule Ravensburg-Weingarten (RWU) statt. Der Studiengang „Mediendesign und digitale Gestaltung“ nutzte den Kinosaal, um Studierenden auch während der Pandemie die Möglichkeit zu geben, Veranstaltungen in Präsenz zu besuchen. Wegen der aktuellen Entwicklungen und auf Grundlage der Beschlüsse der Landesregierung, wird das Vorlesungs-Format in der Linse im November allerdings nicht weitergeführt. Der Präsenzstudienbetrieb der Hochschulen ist nach § 1a Absatz 8 CoronaVO bis 30. November ausgesetzt.

Die Idee zur Nutzung der Linse entstand bereits im Sommer, als sich die Hochschule auf das Wintersemester unter Corona-Bedingungen vorbereitete. Das Hygienekonzept der RWU erlaube bis zu 40 Personen den gebotenen Abstand im Saal einzuhalten, sagt Professor Klemens Ehret. „Dazu ist die Lüftung gut und läuft während der Vorlesungen permanent.“ Die Vorlesungen werden zeitgleich über das Internet übertragen, damit Studierende auch von Zuhause aus teilnehmen können. Die meisten nehmen jedoch das Angebot der Präsenzlehre wahr.

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Studiengang Mediendesign und dem Kulturzentrum besteht schon länger. „Seit 2019 finden hier die Vorstellungen der Abschlussarbeiten statt“, sagt Studiengangsleiter Klemens Ehret. Wo also sonst der krönende Abschluss stattfindet, werden derzeit neu eingeschriebene Studierende mit den Grundlagen ihres Faches vertraut gemacht.

„Die Atmosphäre in der Linse ist schön“, sagt Lukas Sliazas, Mediendesign-Student im ersten Semester. Besonders die Präsentation auf der großen Kinoleinwand und die bequemeren Sitze sieht er als Gewinn. Die Kinostimmung, traditionell von gemütlichen Lichtverhältnissen geprägt, hat aber auch Nachteile: „Das Mitschreiben ist im Saal ein wenig schwierig“, sagt der Erstsemester.

Seit drei Wochen studieren die Erstsemester an der RWU. Die Räume der Hochschule haben sie in der Zeit selten betreten. Der Lehrbetrieb im Kino ist nur als Übergangslösung vorgesehen und Klemens Ehret freut sich auf die Zeit, wenn er seine Vorlesungen wieder auf dem Martinsberg halten kann. „Das gemeinsame Arbeiten der Studierenden ist uns wichtig und das geht in unseren Stammräumen leichter.“

Text: Michael Pfeiffer