Steigender Cannabismissbrauch bei uns führt zu immer mehr Behandlungen

Steigender Cannabismissbrauch bei uns führt zu immer mehr Behandlungen
Langzeitfolgen können die Schädigung der Lunge, wiederkehrende „Flashbacks“, Psychosen oder Schizophrenie sein (Bild: Pixabay)
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Redaktion

Landkreis Ravensburg (wb/le) – Laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2020 ist Cannabis in Deutschland die am weitesten verbreitete illegale Droge. Rund 46 Prozent der 18 bis 25-Jährigen haben dem Bericht zufolge bereits einmal Cannabis probiert. Die aktuelle Auswertung der Versichertendaten der AOK Bodensee-Oberschwaben belegt einen markanten Anstieg von Versicherten, die sich wegen Cannabis-Missbrauchs im Landkreis Ravensburg in ärztlicher Therapie befanden. Waren es 2015 noch 125, so waren es 2019 insgesamt 236 Versicherte. Das entspricht 0,2 Prozent aller AOK-Versicherten in der Region.

Bei Frauen ist die Veränderung höher als bei Männern

Von 2015 bis 2019 sind die Behandlungen wegen Cannabis-Konsums von AOK-Versicherten im Kreis im Schnitt um jährlich 14,2 Prozent gestiegen. Bei Frauen ist die jährliche Veränderung dabei signifikant höher als bei Männern (30,1 Prozent zu 11,4 Prozent). Allerdings: „In der Statistik erscheinen nur diejenigen, die nach einem Missbrauch auch tatsächlich medizinisch versorgt werden mussten“, erklärt Roland Beierl, Geschäftsführer der AOK Bodensee-Oberschwaben. „Das lässt keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Zahl der Konsumenten zu“, so Beierl. Das ließe sich allenfalls vermuten.

Cannabisrausch kann zu Halluzinationen und Panikattacken führen

Cannabis zählt wie Alkohol zu den bewusstseinsverändernden Substanzen und hat ein hohes Sucht- und Abhängigkeitspotential. Welche Wirkungen der Konsum von Cannabis ausübt und wie stark diese sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen etwa die Art des Konsums (geraucht oder gegessen), die aufgenommene Wirkstoffmenge, die Grundstimmung und die psychische Stabilität des Betroffenen. Trotz zunehmender Legalisierung von Cannabis, wie etwa in den Niederlanden oder Spanien, sind die Folgen des Konsums nicht zu unterschätzen. Die unmittelbaren Risiken des Konsums sind psychischer Natur. Dabei kann es im Cannabisrausch unter anderem zu Depressionen, Halluzinationen, Angstzuständen und Panikattacken kommen. Langzeitfolgen können die Schädigung der Lunge, wiederkehrende „Flashbacks“, Psychosen oder Schizophrenie sein.

Hilfesuchende in der Region Bodensee-Oberschwaben können sich an den Sozialen Dienst der AOK Bodensee-Oberschwaben sowie die Suchtberatungsstellen der Landratsämter wenden.

(Quelle: Pressemitteilung AOK)