Städtische Rebgärten finanzieren Palliativkurs

Städtische Rebgärten finanzieren Palliativkurs
Freuen sich, dass der Wein von den städtischen Rebhängen der Hospizarbeit zugutekommt: Johannes Kiderlen, Seniorchef der Firma „Vom Fass“, und Thomas Radau, Leiter des Hospizes Schussental. (Bild: Elke Oberländer/St. Elisabeth-Stiftung)
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Redaktion

Ravensburg – Im November findet in der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben in Weingarten ein Palliativ-Kurs für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenhilfe statt.

Für Personen aus dem Landkreis Ravensburg kann die Hospizstiftung Schussental die Kosten übernehmen. Wer die beiden idyllisch gelegenen Rebgärten der Stadt Ravensburg sieht, denkt dabei nicht unbedingt an die Versorgung schwer kranker und sterbender Menschen.

Und doch gibt es einen direkten Zusammenhang: Der Erlös aus dem Weinverkauf fließt in die Hospizstiftung Schussental. Ganz aktuell finanziert die Stiftung einen neu konzipierten Palliativ-Kurs für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Altenhilfe.

Am Steilhang zwischen den Reben setzen Löwenzahn und Traubenhyazinthen gelbe und blaue Tupfer, im Hintergrund leuchtet ein Magnolien-Baum, in der Ferne ist der Mehlsack-Turm zu sehen: Der Ravensburger Weinberg Rauenegg ist vor allem jetzt im Frühjahr ein idyllischer Anblick. Ihn und den zweiten städtischen Weinberg an der Torkel bewirtschaftet ein ehrenamtlich tätiges Team rund um Johannes Kiderlen.

Der Seniorchef der Waldburger Firma „Vom Fass“ sorgt mit seinen Helfern auch für den Ausbau des Rebensafts zum „Ravensburger Secco“. Rund 2500 Flaschen vermarkten sie pro Jahr. „Die Leute sollen einen guten Wein bekommen und dabei wissen, dass sie mit dem Kauf auch etwas Gutes tun“, sagt Kiderlen. Die Weinbergarbeit seiner Gruppe hat vor allem das Ziel, das Hospiz Schussental zu unterstützen. „Wir sind sehr froh über die Großzügigkeit der Hospizstiftung“, sagt Hospizleiter Thomas Radau.

Ihm ist es wichtig, den Hospizgedanken auch in die Breite zu tragen: „Wir wollen, dass nicht nur unsere Gäste im Hospiz ein gutes Sterben haben“, sagt er. „Wir wollen auch, dass überall dort, wo Menschen sterben, ein gutes Sterben möglich ist, zum Beispiel auch im Pflegeheim.“ Voraussetzung dafür ist das Wissen um palliative Versorgung.

Palliative Versorgung bedeutet, Menschen am Ende ihres Lebens die Symptome zu lindern, die Ängste zu nehmen und die Betreuung nach ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen auszurichten.

Ein Palliativkurs für Pflege-Fachkräfte dauert normalerweise vier Wochen, erklärt Radau. Aber viele Pflegeheime mit eng getaktetem Dienstplan könnten eine Pflegefachkraft nicht so lange entbehren. Oder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollten ihren Kollegen nicht zumuten, sie so lange zu vertreten.

Deshalb hat Radau jetzt zusammen mit einem Team von Fachleuten einen Basiskurs Palliative Versorgung entwickelt, der nur eine Woche dauert. Er wendet sich an alle, die in die Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden einbezogen sind: Betreuungs-, Pflegefach- und Pflegehilfskräfte ebenso wie Mitarbeitende in der Hauswirtschaft.

Der Kurs für maximal 20 Personen findet statt vom Montag, 14., bis Freitag, 18. November, in der Gesundheitsakademie Bodensee-Oberschwaben in Weingarten. Die Teilnahme kostet 560 Euro. Für Personen aus dem Landkreis Ravensburg kann die Hospizstiftung Schussental die Kosten übernehmen. Weitere Informationen gibt es unter www.ga-gesundheitsakademie.de.

(Bild: Elke Oberländer/St. Elisabeth-Stiftung)